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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Die Dividende von Hochtief wurde bereits stark erhöht, doch der spanische Konzern ACS soll den Kurs jetzt noch weiter treiben. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Bauhelm platziert auf einer Baustelle von Hochtief. Quelle: dpa

Aktientipp: Hochtief - Mehr Kursgewinn mit Großaktionär ACS

Hochtief meint es gut mit seinen Aktionären: Weil im abgelaufenen Geschäftsjahr der Nettogewinn um 46 Prozent auf 252 Millionen Euro gestiegen ist und für den Verkauf einer asiatischen Tochtergesellschaft ein dreistelliger Millionenerlös hereinkam, wird die Dividende um ein Viertel auf 1,90 Euro je Anteil erhöht. Das wären beim aktuellen Kurs schon 2,7 Prozent. Doch dabei dürfte es nicht bleiben. Der spanische Bau- und Infrastrukturkonzern ACS sollte den Kurs treiben.

Seit die Spanier im März 2007 bei Hochtief mit 25,01 Prozent eingestiegen sind, haben sie ihren Anteil schrittweise aufgestockt. Im Juni 2011 kamen sie über die 50-Prozent-Marke, derzeit halten sie offiziell 61 Prozent. Auf bis zu 66 Prozent dürften die Spanier kommen, wenn Hochtief über ein Aktienrückkaufprogramm bis Ende des Jahres maximal 6,9 Millionen Stücke (zehn Prozent vom Grundkapital) kauft und diese Aktien dann eingezogen werden. Dieser Rückkauf läuft derzeit über den Xetra-Handel in Frankfurt. Ab der Schwelle von 90 Prozent könnte ACS schließlich noch die letzten freien Aktionäre mit einer Barabfindung herausdrücken. Vorher müsste natürlich noch der zweite Großaktionär, der Wüstenstaat Qatar, sein Hochtief-Paket (11,1 Prozent) an ACS abtreten. Dass der Qatar-Anteil an der Börse derzeit mit 540 Millionen Euro ein gutes Stück mehr wert ist als die 400 Millionen, die Qatar im Dezember 2010 beim Einstieg in die Hand genommen hatte, würde den Abschied versüßen.

Aktientipp: Hochtief

Hochtief ist für ACS so wichtig, weil in dem Essener Baukonzern mehr steckt als der aktuelle Börsenwert von 4,9 Milliarden Euro. Schon auf 3,6 Milliarden Euro Marktkapitalisierung bringt es der wichtigste Hochtief-Ableger, der australische Baukonzern Leighton, der vom Infrastrukturboom in Asien profitiert. Dazu kommen auf dem nordamerikanischen Markt die dort führenden Baukonzerne Turner, Flatiron und Clark Builders. Mehr als 22 Milliarden Euro Jahresumsatz dürften die weltweiten Hochtief-Gesellschaften in diesem Jahr erzielen. Bisher wird an der Börse jeder Euro Jahresumsatz nur mit 22 Cent bezahlt. Top-Werte der europäischen Baubranche (Vinci, Skanska) bringen es auf 60 bis 80 Cent.

Aktientipp: ZTE - Aufstieg in die Oberklasse

Der Siegeszug chinesischer Netzwerkausrüster in Europa ist Sicherheitsberatern zwar ein Dorn im Auge. Die wachsende technologische Abhängigkeit könne zu einer ernsten Bedrohung für die Spionageabwehr werden, warnt Arne Schönbohm, Präsident des Cyber-Sicherheitsrats Deutschland. Die Telekombranche schreckt das nicht. So läuft etwa der technische Betrieb des E-Plus-Netzes über den nach Huawei zweitgrößten chinesischen Netzwerkausrüster ZTE.

Aktientipp: ZTE

Der an der Börse mit umgerechnet 14,5 Milliarden Dollar bewertete Konzern liefert Netztechnik für Mobilfunk und Festnetz in weltweit über 140 Länder. ZTE ist derzeit der am schnellsten wachsende Anbieter von Produkten für den Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G, hierzulande LTE) und kommt bei 4G auf 25 Prozent Marktanteil weltweit. Starkes Wachstum liefert das Geschäft mit mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets oder Datensticks für den mobilen Internet-Zugang. So dürfte ZTE 2014 gut 36 Millionen Smartphones verkauft haben. Damit liegen die Chinesen mit gut drei Prozent Marktanteil weltweit auf Platz sieben. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wartete ZTE mit einer Vielfalt von neuen Geräten auf. ZTE bewegt sich vom Niedrigpreissegment in die Oberklasse und etabliert sich zusehends als Markenhersteller. Am 25. März wird das Jahresergebnis für 2014 präsentiert. Der Vorstand stellte bereits einen Umsatzanstieg von acht Prozent auf umgerechnet 12,95 Milliarden Dollar in Aussicht. Unter dem Strich sollen gut 420 Millionen Dollar Nettogewinn stehen.

Anleihetipp: Rupie/Weltbank - Jung und hungrig

6:0 für Indien hieß es in WirtschaftsWoche 43/2014 an dieser Stelle, weil Anleihen in indischen Rupien sechs Prozent Jahresrendite versprachen, vergleichbare Bundesanleihen hingegen null Prozent. Nun, nach fünf Monaten, steht es sogar schon 14:0 für Indien. Der Kupon der Rupien-Anleihen brachte bisher 2,5 Prozent Stückzinsen. Dazu ist die Rupie gegenüber dem Euro auch noch um 11,5 Prozent gestiegen. Aktuell sind 100 Rupien gleich 1,44 Euro. Im Kurs haben sich beide Anleihen kaum verändert.

Ein Investment in indischen Rupien mag für Anleger hierzulande ungewöhnlich sein, unpraktikabel ist es nicht. An der Börse Frankfurt werden sechs Rupien-Anleihen gehandelt, in Stuttgart fünf. Vorteil: Begeben wurden sie von Top-Emittenten mit AAA-Rating, unter ihnen die Weltbank, hinter der die Vereinten Nationen stehen.

Der Handel der Weltbank-Anleihen geht reibungslos, in Stuttgart ist die Kauf-Verkaufs-Spanne mit 0,4 Prozent verträglich. Bei einer Stückelung von 50 000 Rupien ist ein Mindesteinsatz von 720 Euro gefordert. Für Privatanleger ergäben 350 000 Rupien Nennwert ein realistisches Investment von etwa 5000 Euro. Allerdings, spekulativ ist eine solche Anlage schon. Von 2001 bis 2013 hat sich die Rupie gegenüber dem Euro halbiert, weil das Land unter Inflationsraten von bis zu 13 Prozent pro Jahr litt.

Deutschland verliert an Attraktivität
Deutschland gehört nach Einschätzung der Weltbank weiterhin zu den besten Standorten für Privatunternehmer, hat es aber auch dieses Jahr nicht unter die ersten zehn Länder der Welt geschafft. Im neuen Geschäftsklima-Bericht „Doing Business 2015“, der im Oktober veröffentlicht wurde, fiel die Bundesrepublik (im Bild: die Hamburger Landungsbrücken) einen Platz von Rang 13 auf 14 zurück. Quelle: dpa
Singapur konnte seine Spitzenposition als bester Standort für Privatunternehmer halten. In dem Stadt-Staat brauchen Unternehmer laut Index beispielsweise nur zweieinhalb Tage für eine Firmengründung. Quelle: dpa
Ganz am Ende der Tabelle der attraktivsten Standorte für Privatunternehmer rangieren Eritrea, Libyen und die Zentralafrikanische Republik. In Eritrea (Foto) brauchen Unternehmer laut Index durchschnittlich 84 Tage für eine Firmengründung. Quelle: REUTERS
Neben Singapur kürte die Weltbank erneut Neuseeland (im Bild die Skyline von Auckland) und Hongkong zu jenen Standorten, an denen Firmen am meisten Unterstützung bekommen und am wenigsten vom Staat behindert werden. Quelle: Reuters
Nach heftiger Kritik vor allem aus China (im Bild die Proteste in Hongkong) hatte die Weltbank ihre Ranking-Methoden zwar modifiziert, die Ergebnisse dürften aber auch diesmal wieder für Unmut bei einigen Regierungen führen. Quelle: dpa
Die Top Ten der besten Standorte für Privatunternehmer wird komplettiert von Dänemark, Südkorea, Norwegen, den USA, Großbritannien, Finnland und Australien mit seiner Metropole Sydney (Foto). Quelle: dpa
China als landete in der Länderwertung als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nur auf Platz 90 von 189 Ländern und Regionen. Damit verbesserte sich das Land um drei Positionen. Quelle: AP

Seit dem Regierungsantritt des konservativen Staatschefs Narendra Modi im Frühjahr 2014 aber herrscht Aufbruchsstimmung. Modi will nicht nur digitale Dienstleistungen ausbauen, sondern vor allem die produzierende Industrie fördern. Schlüssel dafür sind der Ausbau der Infrastruktur und die Öffnung für internationale Unternehmen.

Dass Konzerne wie Bosch, Continental, Toyota oder Daimler hier investieren, deutet auf das Potenzial, das in dem Land steckt: Während in Deutschland auf 1000 Einwohner mehr als 500 Autos kommen, sind es in Indien gerade mal 18. Und Indien hat mehr als 1,2 Milliarden Menschen.

Auch wenn das Land die von Modi angepeilten acht Prozent Wachstum nicht so schnell schafft, sondern nur die vom IWF erwarteten sechs Prozent, ist Indien eine erste Adresse für smarte Geldgeber. Die jüngste Zinssenkung der Notenbank drückt denn auch nicht die Währung, sondern schürt die Hoffnung auf eine robuste Konjunktur. Jim O’Neill, Ex-Chefvolkswirt bei Goldman Sachs, rechnet damit, dass Indien wegen seiner Reformpolitik, günstiger Ölpreise und der jungen und erfolgshungrigen Bevölkerung stärker wächst als China.

Anleihetipp: Rupie/Weltbank
Kurs (%)99,40
Kupon (%)5,00
Rendite (%)5,53
Laufzeit bis24. Mai 2017
WährungIndische Rupie (INR)
ISINXS1140668184

Fondstipp: First State Global Listed Infrastructure - Von Mautgebühren in China profitieren

Die bombastischen 118 Prozent, die der Amundi Indien-Infrastrukturfonds seit einem Jahr zulegen konnte, lassen Fondsmanager Peter Meany von First State kalt: „Die Stärke der Unternehmen war zuletzt eher eine Folge der politischen Entwicklung als Ergebnis fundamentaler Verbesserungen in den Infrastrukturanlagen“, sagt Meany. Er hält die Indien-Begeisterung der Investoren für übertrieben. Mit seinem Fonds First State Global Listed Infrastructure setzt er auf stete Erträge mit überschaubarem Risiko. „Die haben wir in Indien noch nicht gefunden“, sagt er. Und so schwankte sein Fonds in den vergangenen drei Jahren nur gut acht Prozent um den Mittelwert, während die Indien-Investoren bei Amundi 28 Prozent aushalten mussten – für die meisten Privatanleger untragbar.

Fondstipp: First State Global Listed Infrastructure

Von Sydney aus managt Meany den First State Fonds mit einem Volumen von 1,6 Milliarden Euro. Er hält nichts von Investitionen in bestimmte Märkte, sondern setzt lieber gezielt auf Einzelunternehmen mit Wachstumschancen.

Laut einer Studie der Unternehmensberater von PricewaterhouseCoopers (PwC) sollen Infrastrukturinvestitionen weltweit von jährlich vier Billionen Dollar 2012 auf über neun Billionen 2025 zulegen. Allein der Transportsektor, der laut PwC gut 30 Prozent der weltweiten Infrastrukturausgaben einnehme, soll durchschnittlich um sechs Prozent pro Jahr wachsen.

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So hat Peter Meany sechs Prozent des Fondsvermögens in den Baukonzern Vinci aus Frankreich investiert, der dort Mautanlagen auf Autobahnen betreibt. „Wir mögen die Qualität der Vinci-Mautanlagen – und dass der Konzern langfristig stabile Erträge einfahren kann. Außerdem finden wir die Dividendenrendite von 3,5 Prozent interessant“, sagt er. Insgesamt ist er mit knapp einem Fünftel des Fondsvolumens an Mautprojekten weltweit beteiligt. Auch in China: „Wir sehen dort einige spannende Konzerne mit guten Infrastrukturanlagen“, sagt Meany, „etwa Jiangsu Expressway, einen Mautbetreiber, der von der wachsenden Zahl an Autos auf Chinas Straßen profitieren sollte.“ In China setzt er auf Wachstum; europäische Konzerne sollen vor allem von dem billigen Geld aus den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank profitieren.

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