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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Die Aussichten für die Möbelindustrie in 2015 sind rosig und für die Bank of America wird ein zuverlässiges Jahr 2015 vorausgesagt. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Dekordruckanlagen von Surteco. Quelle: PR

Aktientipp: Surteco - Aktienkurs durch Zukäufe aufgemöbelt

Um 2,5 Prozent ist die Möbelindustrie in Deutschland im vergangenen Jahr gewachsen. Das ist deutlich mehr, als es nach dem verhaltenen ersten Halbjahr aussah, als der starke Euro das internationale Geschäft überschattete. Doch nachdem die Nachfrage in Großbritannien und Spanien angesprungen ist und die Branche in Nordamerika mithilfe des starken Dollar sogar ein zweistelliges Plus einfuhr, haben sich die Aussichten für 2015 aufgehellt. Womöglich schafft die Möbelindustrie nun sogar mehr als die bisher erwarteten ein bis zwei Prozent Wachstum. Hierzulande dürfte vor allem der robuste Immobilienmarkt mit rund fünf Prozent mehr neu errichteten Wohnungen und Häusern für steigende Nachfrage bei Neueinrichtungen sorgen.

Zugute kommt der Aufschwung bei den Wohnungen dem Möbelzulieferer Surteco. Das Familienunternehmen aus dem schwäbischen Buttenwiesen-Pfaffenhofen ist ein weltweit führender Anbieter für Oberflächen, Beschichtungen, Kantenbänder und Sockelleisten für die Möbel- und Holzindustrie.

Aktientipp: Surteco

Dank der Übernahme des Beschichtungsspezialisten Süddekor vor gut einem Jahr kletterte der Umsatz 2014 um die Hälfte auf rund 620 Millionen Euro. Mit Süddekor ist Surteco nun auch im wachstumsstarken Geschäft mit Oberflächen auf Papierbasis führend. Die Integration von Süddekor kommt voran: In Nordamerika wird die Produktion von imprägnierten Folien zusammengelegt, in Deutschland der Dekordruck am Standort Buttenwiesen konzentriert. Ab 2015 sind erste Kostensenkungen in Sicht, für 2016 rechnet das Unternehmen mit deutlich steigenden Gewinnen. Wenn Surteco dann nur die Durchschnittsrendite der vergangenen zehn Jahre erwirtschaftet (5,2 Prozent Reingewinn vom Umsatz), wären das bei möglichen 640 Millionen Euro Geschäftsvolumen über 30 Millionen Euro Nettogewinn.

Bis dahin sind auch weitere Zukäufe möglich. Seit dem Börsenstart im Herbst 1999 ist Surteco, die aus dem alten Möbelbeschichter Bausch hervorging, vor allem durch Fusionen und Übernahmen gewachsen. Mit 50 Prozent Eigenkapitalanteil in der Bilanz ist Surteco im Branchenvergleich überdurchschnittlich gut finanziert.

Anleihetipp: Bank of America - Dollar zum Vergleich

Fast 17 Milliarden Dollar zahlte die Bank of America im vergangenen Jahr an das US-Justizministerium, um einer Strafverfolgung wegen dubioser Immobilienkredite zu entgehen. Auf über 70 Milliarden Dollar summieren sich die Zahlungen infolge der Finanzkrise. Mehr als jede andere Adresse wurde Bank of America durch faule Immobilienkredite und fragwürdige Verbriefungen belastet. Ein großer Teil der Hypothekenprobleme kam herein, als die Bank die gescheiterten Banken Merrill Lynch und Countrywide Financial übernahm.

Die Vergleichszahlungen des vergangenen Jahres drückten den Nettogewinn um 58 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar. Doch wichtiger für die Bank ist, dass die Finanzkrise damit abgehakt sein dürfte. Das Ausbleiben hoher Rechtskosten wird den Gewinn 2015 deutlich steigen lassen. Investoren sind zuversichtlich, Aktien der Bank of America notieren so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Auch für Anleihekäufer ist die Bank interessant. Anlagewährung ist der Dollar. Der profitiert gegenüber dem Euro von drei großen Trends: der stärkeren US-Wirtschaft, dem höheren Zinsniveau und der Attraktivität als Fluchtwährung in Krisenzeiten. Anleihen mit Laufzeiten bis 2018 bringen zwei Prozent Jahresrendite – 1,5 Prozentpunkte mehr als Euro-Anleihen vergleichbarer Großbanken.

Operativ kommt Bank of America gut voran. Das verkleinerte Aktiengeschäft kappt zwar in guten Börsenzeiten die Gewinnchancen, senkt aber dauerhaft das Risiko für die Bank. Die Anleihe- und Hypothekensparte leidet unter den niedrigen Zinsen, bis Ende des Jahres ist hier aber ein Anstieg in Sicht. Das Geschäft mit Kreditkarten ist lebhaft.

Insgesamt dürfte die Bilanzsumme in diesem Jahr um zwei Prozent auf rund 2150 Milliarden Dollar klettern. Neben wegfallender Rechtskosten werden vor allem niedrigere Personalkosten – sie sind seit 2011 um ein Viertel gesunken – den Reingewinn in den zweistelligen Milliardenbereich hieven. In Normaljahren vor der Finanzkrise verdiente die Bank 15 Milliarden Dollar im Jahr.

Der Gewinn hilft der Bank, ihr Eigenkapital aufzupolstern, es dürfte von 243 Milliarden Dollar auf 250 Milliarden klettern. Die Kernkapitalquote (11,3 Prozent) hat sich seit 2008 um die Hälfte erhöht. Im jüngsten Belastungstest der Fed, in dem eine Rezession simuliert wurde, konnte die Bank die Mindestanforderungen erfüllen, muss aber ihre Kapitalausstattung weiter aufbauen. Standard & Poor’s vergibt ein A-, noch mittlere Investmentqualität.

Anleihetipp: Bank of America
Kurs (%)114,52
Kupon (%)6,875
Rendite (%)2,03
Laufzeit bis25. April 2018
WährungDollar
ISINUS59018YN641

Fondstipp: Pioneer Global Ecology - Solarboom trotz des niedrigen Ölpreises

Immer mehr Anleger fühlen sich verantwortlich für Unternehmen, in die sie investieren. Bei ihnen kommt es nicht gut an, wenn deren Ruf durch Umweltsünden (BP), Kinderarbeit (Walmart) oder Korruption (Siemens) leidet und Millionenstrafen Gewinne belasten. Solche Pannen hoffen sie mit Investments auszuschließen, die ökologische und ethische Aspekte erfüllen. Das gelingt nicht immer, aber das nachhaltig angelegte Vermögen ist trotzdem rasant gestiegen: Von 2012 bis 2014 weltweit um 61 Prozent auf 21 Billionen Dollar, so die Lobbygruppe Global Sustainable Investment Alliance. Der neue Steyler Fair und Nachhaltig Aktienfonds der Steyler Bank wuchs 2014 um 70 Prozent auf 28 Millionen Euro. Das freut die katholischen Steyler Missionare, deren Projekte mit Gewinnen der Bank gefördert werden. Der Fonds bietet als einziger eine CO2-Bilanz. 2014 feuerten die 60 Unternehmen des Fonds, bezogen auf die investierte Summe, 4864 Tonnen CO2 in die Luft. Ein gleich hohes Investment in den Dax hätte 3,3-mal so viel CO2 verursacht.

Fondstipp: Pioneer Global Ecology

Ohne eine solche Bilanz, aber mit langfristig solider Rendite (siehe Chart) glänzt der größte Ökofonds, der 1,1 Milliarden Euro schwere Pioneer Global Ecology. Wer hier investiert, bekommt vor allem viel Technik aus den Bereichen Abwasserreinigung, erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und Energieeffizienz ins Depot. 2014 hatte Fondsmanager Christian Zimmermann nur rund 20 Prozent US-Aktien im Portfolio und blieb damit hinter seinem Vergleichsindex zurück, der die gut gelaufenen US-Aktien mit 55 Prozent viel stärker berücksichtigt und durch Dollar-Gewinne punktete. „Der niedrige Ölpreis drückt die Stimmung bei den Solar- und Windkraftherstellern kaum“, sagt Zimmermann. Vielmehr entfesselten die gesunkenen Produktionspreise für Solarmodule einen neuen Boom in Ländern wie Indien, China und Honduras. In China würden Luft- und Wasserverschmutzung zum Standortnachteil, der Staat will bei erneuerbaren Energien aufholen und Wasserkonzerne wie Suez und Veolia bei der Abwasserreinigung ins Boot holen. In Indien ersetzten viele Haushalte Dieselaggregate für die Strom- und Warmwassererzeugung durch Solar.

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