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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Bei Indus-Aktien zeichnet sich eine Erholung ab und auch das Papier von United Health ist dank Obamacare einen Blick wert. Ebenfalls spannend: Fonds, die in Hochzinsanleihen investieren. Die Anlagetipps der Woche.

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Produkte von Aurora Quelle: PR

Aktie Indus: Bergische Connection kommt wieder

Indus übernimmt die Mehrheit an dem Automatisierungsspezialisten IEF-Werner aus Furtwangen. Das breite Kundenspektrum von IEF (Autoindustrie, Medizintechnik, Elektronikindustrie) trägt dazu bei, den Gewinn von Indus stetig und wenig abhängig von allgemeinen Konjunkturschwankungen steigen zu lassen. 43 mittelständische Unternehmen mit insgesamt 8100 Mitarbeitern stehen mittlerweile unter dem Dach der Beteiligungsgesellschaft aus Bergisch Gladbach, die in diesem Jahr auf einen Rekordumsatz von gut 1,3 Milliarden Euro zusteuert.

Ein Viertel ihres Werts haben Indus-Aktien binnen fünf Monaten verloren, weil Anleger im internationalen Geschäft der Indus-Unternehmen mit Rückschlägen rechnen, vor allem in den Schwellenländern. Zudem ging der Umsatz in der Sparte Bau und Infrastruktur im ersten Halbjahr um drei Prozent zurück. In der Metalltechnik belastet der starke Schweizer Franken. Zudem drückte der Verkauf eines größeren US-Fonds die Aktienkurse. Bis Ende des Jahres aber zeichnet sich nun eine Erholung ab.

Aktientipp Indus

Den Einfluss der Krisen in Russland und China bezeichnen die Indus-Manager als spürbar, aber nicht dramatisch. Die Bausparte dürfte dank guter Aufträge im zweiten Halbjahr wieder mehr Umsatz erzielen. Den Schweizer Metalltechnik-Ablegern hilft, dass der Franken in den vergangenen Monaten wieder etwas an Wert verloren hat. Insgesamt dürfte Indus in diesem Jahr unterm Strich, je Aktie gerechnet, etwa drei Euro verdienen, einen Tick mehr als im Jahr 2014.

Aktie United Health: Gesunde Kursgewinne durch Obamacare

UnitedHealth, die größte amerikanische Krankenversicherung, dürfte in diesem Jahr ein Rekordgeschäftsvolumen von 155 Milliarden Dollar erzielen und erstmals sechs Milliarden netto verdienen. In den vergangenen zehn Jahren hätte sich der Umsatz damit verdreifacht. UnitedHealth ist einer der stärksten Wachstumstitel im amerikanischen Aktienbarometer Dow Jones und derzeit ein interessantes Basisinvestment.

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    Der Supreme Court, das oberste Gericht der USA, hat die von Präsident Barack Obama in die Wege geleitete Gesundheitsreform vor Kurzem als rechtmäßig abgesegnet. Damit sind alle Amerikaner verpflichtet, sich bei einer Krankenversicherung anzumelden. Geringverdiener bekommen Steuererleichterungen, niemand darf wegen Vorerkrankungen abgelehnt werden. Der Anteil der Nichtversicherten in den USA ist seit Start von Obamacare von 20 Prozent auf 13 Prozent gesunken.

    Aktientipp United Health

    Gewinner dieser Revolution im amerikanischen Gesundheitswesen ist Marktführer UnitedHealth. In der Krankenversicherung erhöhte der im Bundesstaat Minnesota ansässige Finanzkonzern die Zahl seiner Kunden im Sommerquartal um 290.000 auf 42 Millionen. Derzeit stellt UnitedHealth weit mehr als 1000 neue Mitarbeiter ein, um die anstehenden Neukunden zu betreuen.

    UnitedHealth hat zudem einen zweiten Geschäftsschwerpunkt, Dienstleistungen im Gesundheitswesen, den er in diesem Jahr durch den Zukauf des Konkurrenten Catamaran aus Illinois erweitert hat. Angeboten wird hier etwa das Management von Arzneiplänen, IT-Service für Kliniken, medizintechnische Beratungen oder Gesundheitsdienstleistungen für Arbeitgeber. UnitedHealth erzielt in diesem Geschäft nicht nur zweistellige Wachstumsraten; langfristig ist die Sparte sogar ein Kandidat für eine Abspaltung.

    Hier lohnt es sich, in die Röhre zu gucken

    Anleihe: Wienerberger

    Auf den ersten Blick sind die 2,5 Prozent Jahresrendite, die Wienerberger-Anleihen bis 2020 bieten, kein besonders verlockendes Angebot. Immerhin wird der österreichische Ziegelhersteller von Moody’s mit der Note Ba2 als spekulativ eingestuft, wenngleich hier im oberen, etwas sichereren Bereich. Der Grund für diese Vorsicht ist der schwankungsreiche Geschäftsverlauf von Wienerberger: In den vergangenen zehn Jahren ist das Unternehmen viermal in die roten Zahlen gerutscht. Dennoch sind Anleihen von Wienerberger eine interessante Ergänzung.

    Mit 204 Produktionsstätten und gut drei Milliarden Euro Jahresumsatz ist Wienerberger der weltweit führende Hersteller von Mauer- und Dachziegeln. Die Österreicher profitieren vom lebhaften Wohnungsbau. Deutlich höher ist der Absatz derzeit in Großbritannien und in den Niederlanden, leicht rückläufig in Frankreich und in Deutschland. Insgesamt liegen die verkauften Mengen leicht unter Vorjahresniveau, das aber kann Wienerberger über höhere Verkaufspreise ausgleichen. Einen Umsatzschub gibt es durch die Einbeziehung des osteuropäischen Dachziegelgeschäfts und den florierenden Absatz der US-Tochter, die vom stabilen amerikanischen Häusermarkt beflügelt wird.

    Anleihentipp Wienerberger

    Als wichtiger Ausgleich zum Ziegelgeschäft erweist sich die in den vergangenen Jahren aufgebaute Sparte Röhren. Vor allem das zugekaufte Geschäft mit Kunststoffröhren profitiert vom hohen Sanierungsbedarf bei Wasserleitungen und Abwassertechnik. Ein Viertel seiner operativen Erträge macht Wienerberger mit Röhren.

    Nach 181 Millionen Euro Halbjahresgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation sind die für 2015 insgesamt angepeilten 375 Millionen Euro realistisch. Daran gemessen ist die Nettoverschulden etwa doppelt so hoch. Für das kapitalintensive Geschäft mit Ziegeln und Rohren ist das keine schlechte Relation.

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      Fondstipp Vontobel High Yield

      Vontobel High Yield: Hohe Kupons statt Kursgewinnen

      Für Fondsmanager Stefan Chappot sind Kursgewinne zweitrangig. Für ihn zählt vor allem der Kupon der Hochzinsanleihen. „Nach der Finanzkrise hat die Liquidität im Handel mit Hochzinsanleihen deutlich abgenommen, daher sind Handelsstrategien, die darauf abzielen, Kursgewinne zu erzielen, unattraktiv geworden“, sagt Fondsmanager Chappot. Grund dafür sei unter anderem, dass der Eigenhandel der Banken mit Hochzinsanleihen nicht mehr zulässig ist. Diese Liquidität fehle jetzt. Weil es weniger Käufer und Verkäufer gebe, seien die Spannen zwischen Kauf- und Verkaufspreis bei Hochzinsanleihen höher als vor der Finanzkrise. Durch die hohen Spannen seien die im Handel mit Anleihen erzielbaren Kursgewinne geringer.

      Dass sein Fonds mehr spekulative Anleihen der Bonität CCC als der Vergleichsindex hält und dafür weniger Papiere der höheren, ebenfalls spekulativen Ratingklasse BB, erklärt Chappot so: „Viele Anleger sind wegen der Niedrigzinsen von erstklassigen Anleihen in Papiere niedrigerer Bonität gewechselt, vor allem in die Kategorie BB, was, gemessen am Risiko, zu unattraktiven Renditen geführt hat.“

      Geldanlage



      Der Vontobel-Fonds hält unter anderem Hochzinsanleihen vom US-Waschmittelhersteller Sun Products und vom britischen Bildungsunternehmen Study Group. Mit Renditen von zehn (Sun) und neun Prozent (Study) sei das Risiko angemessen entschädigt. Auch deutsche Emittenten sind mit Hochzinsanleihen im Portfolio vertreten: Fresenius Medical Care und Douglas.

      Eine Zinserhöhung in den USA sieht Chappot gelassen: „Das Zinsänderungsrisiko bei Hochzinsanleihen ist deutlich geringer als bei Staatsanleihen, weil das Kreditausfallrisiko mehr Einfluss auf den Kurs hat.“ Er rechne ohnehin nicht mit einem schnellen Zinsanstieg, sondern einem schleichenden Übergang. Noch sei nicht erkennbar, warum eine erhöhte Inflation entstehen sollte, die die Notenbanken zum Handeln zwingen könnte.

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