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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Hier lohnt es sich, in die Röhre zu gucken

Anleihe: Wienerberger

Auf den ersten Blick sind die 2,5 Prozent Jahresrendite, die Wienerberger-Anleihen bis 2020 bieten, kein besonders verlockendes Angebot. Immerhin wird der österreichische Ziegelhersteller von Moody’s mit der Note Ba2 als spekulativ eingestuft, wenngleich hier im oberen, etwas sichereren Bereich. Der Grund für diese Vorsicht ist der schwankungsreiche Geschäftsverlauf von Wienerberger: In den vergangenen zehn Jahren ist das Unternehmen viermal in die roten Zahlen gerutscht. Dennoch sind Anleihen von Wienerberger eine interessante Ergänzung.

Mit 204 Produktionsstätten und gut drei Milliarden Euro Jahresumsatz ist Wienerberger der weltweit führende Hersteller von Mauer- und Dachziegeln. Die Österreicher profitieren vom lebhaften Wohnungsbau. Deutlich höher ist der Absatz derzeit in Großbritannien und in den Niederlanden, leicht rückläufig in Frankreich und in Deutschland. Insgesamt liegen die verkauften Mengen leicht unter Vorjahresniveau, das aber kann Wienerberger über höhere Verkaufspreise ausgleichen. Einen Umsatzschub gibt es durch die Einbeziehung des osteuropäischen Dachziegelgeschäfts und den florierenden Absatz der US-Tochter, die vom stabilen amerikanischen Häusermarkt beflügelt wird.

Anleihentipp Wienerberger

Als wichtiger Ausgleich zum Ziegelgeschäft erweist sich die in den vergangenen Jahren aufgebaute Sparte Röhren. Vor allem das zugekaufte Geschäft mit Kunststoffröhren profitiert vom hohen Sanierungsbedarf bei Wasserleitungen und Abwassertechnik. Ein Viertel seiner operativen Erträge macht Wienerberger mit Röhren.

Nach 181 Millionen Euro Halbjahresgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation sind die für 2015 insgesamt angepeilten 375 Millionen Euro realistisch. Daran gemessen ist die Nettoverschulden etwa doppelt so hoch. Für das kapitalintensive Geschäft mit Ziegeln und Rohren ist das keine schlechte Relation.

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    Fondstipp Vontobel High Yield

    Vontobel High Yield: Hohe Kupons statt Kursgewinnen

    Für Fondsmanager Stefan Chappot sind Kursgewinne zweitrangig. Für ihn zählt vor allem der Kupon der Hochzinsanleihen. „Nach der Finanzkrise hat die Liquidität im Handel mit Hochzinsanleihen deutlich abgenommen, daher sind Handelsstrategien, die darauf abzielen, Kursgewinne zu erzielen, unattraktiv geworden“, sagt Fondsmanager Chappot. Grund dafür sei unter anderem, dass der Eigenhandel der Banken mit Hochzinsanleihen nicht mehr zulässig ist. Diese Liquidität fehle jetzt. Weil es weniger Käufer und Verkäufer gebe, seien die Spannen zwischen Kauf- und Verkaufspreis bei Hochzinsanleihen höher als vor der Finanzkrise. Durch die hohen Spannen seien die im Handel mit Anleihen erzielbaren Kursgewinne geringer.

    Dass sein Fonds mehr spekulative Anleihen der Bonität CCC als der Vergleichsindex hält und dafür weniger Papiere der höheren, ebenfalls spekulativen Ratingklasse BB, erklärt Chappot so: „Viele Anleger sind wegen der Niedrigzinsen von erstklassigen Anleihen in Papiere niedrigerer Bonität gewechselt, vor allem in die Kategorie BB, was, gemessen am Risiko, zu unattraktiven Renditen geführt hat.“

    Geldanlage



    Der Vontobel-Fonds hält unter anderem Hochzinsanleihen vom US-Waschmittelhersteller Sun Products und vom britischen Bildungsunternehmen Study Group. Mit Renditen von zehn (Sun) und neun Prozent (Study) sei das Risiko angemessen entschädigt. Auch deutsche Emittenten sind mit Hochzinsanleihen im Portfolio vertreten: Fresenius Medical Care und Douglas.

    Eine Zinserhöhung in den USA sieht Chappot gelassen: „Das Zinsänderungsrisiko bei Hochzinsanleihen ist deutlich geringer als bei Staatsanleihen, weil das Kreditausfallrisiko mehr Einfluss auf den Kurs hat.“ Er rechne ohnehin nicht mit einem schnellen Zinsanstieg, sondern einem schleichenden Übergang. Noch sei nicht erkennbar, warum eine erhöhte Inflation entstehen sollte, die die Notenbanken zum Handeln zwingen könnte.

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