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Aktien, Anleihen, Gold und Lebensversicherungen Strategien gegen den Nullzins

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Was also tun?

Regel 1: Nur Geld in Aktien anlegen, auf das man zur Not acht, besser zehn Jahre lang verzichten kann. Wenn der zu erwartende Einbruch kommt, kann man ihn aussitzen; Gift wären Notverkäufe auf dem Tief, weil man aktuell Liquidität benötigt. Solche Liquiditätspuffer, etwa für ein neues Auto oder ein kaputtes Dach, gehören niemals in Aktien, sondern auf Tagesgeldkoten, auch, wenn es dort keine Zinsen gibt. Wer seit 1961 immer für fünf Jahre lang in Aktien gegangen wäre, hätte in immerhin 21 Prozent der Anlagezeiträume Verluste gemacht; wer 15 Jahre durchgehalten hätte, wäre immer mit Gewinn von der Börse gegangen -- sogar, wenn er 1999, mitten in der Interneteuphorie, gekauft hätte.

Regel 2: Nie alles investieren. Ein Puffer wird immer gebraucht, um bei Kurskorrekturen günstig nachkaufen zu können, mindestens zehn Prozent Manövriermasse (als Cash auf dem Depotkonto).

Regel 3: Angst und Gier austricksen, Psycho-Hürden senken: Für den Neueinstieg hat sich die Drei-Schritte-Strategie bewährt. Das erste Drittel investiert man sofort, unabhängig von der aktuellen Lage; das zweite nutzt man, um bei einem Kurseinbruch billig nachkaufen zu können, das Dritte sollte binnen ein bis zwei Jahren investiert werden, idealerweise nach weiteren Korrekturen.

Regel 4: persönliche Risikotoleranz ermitteln. Wer bei zwischenzeitlichen Verlusten von 10 Prozent des Gesamt-Vermögens nicht mehr schlafen kann, sollte nicht mehr als 30 Prozent davon in Aktien investieren. So lässt sich auch ein Börsencrash mit 30 Prozent Kursverlusten noch verschmerzen.

Welche Aktien? Misstrauen Sie Geheimtipps, halten Sie sich an global operierende Konzerne mit solider Bilanz und hohen Cash-Flows; diese lassen sich für Dividenden und/oder Investitionen in die Zukunft einsetzen. Sorgen Sie für einen breiten Mix nach Regionen, Währungen und Branchen: Aktien aus wachstumsstarken Branchen wie IT (zum Beispiel Apple, Facebook, Google, oder Microsoft) und Pharma (z.B. Gilead) sollten ebenso vertreten sein wie Rohstoffe (z.B. Total), Industrie (ABB) und Telekommunikation (Vodafone, Dt Telekom) sowie Nahrungsmittel (Danone, Nestlé).

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