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Aktien von Cloudanbietern Geld verdienen in der Wolke

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Steigende Nachfrage bei NetApp

NetApp hat Lösungen für einige der Herausforderungen in diesem Bereich entwickelt und zeigt seit Kurzem mehr Schwung und Energie. Erst kürzlich veranstaltete das Unternehmen den ersten Analystentag seit zwei Jahren. Andrew Nowinski, Analyst bei der Investmentbank Piper Jaffray, berichtet, NetApp habe die Zahl der Stellenangebote um 22 Prozent erhöht. Angesichts des hohen Kostenbewusstseins des Managements interpretiert er das als Indikator für steigende Nachfrage.

Zu dieser beigetragen hat möglicherweise das neue FlashRay, ein Flash-basiertes Speichersystem, das Ende 2014 auf den Markt kommen dürfte. NetApp hat auch das Data-Ontap-Betriebssystem überarbeitet und kann den Kunden nun Speicherlösungen sowohl für unternehmenseigene Rechenzentren als auch bei Cloud-Anbietern wie Amazon anbieten.

Aus Kundensicht dürften bald hybride Speicherlösungen das Modell der Wahl werden. Unternehmen werden Cloud-Lösungen nutzen, wenn dies ökonomisch sinnvoll erscheint, und zu lokalen Speichermedien greifen, wenn sich dies aus Gründen der Sicherheit, Leistung oder Wirtschaftlichkeit empfiehlt.

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Dazu NetApp-CEO Tom Georgens: „Wir wollen nicht mit Amazon konkurrieren, wir wollen unseren Kunden die Nutzung von Amazon erleichtern, das heißt, die nahtlose Eingliederung von Amazon in ihrem IT-Umfeld möglich machen.“

Kommen wir zur Bewertung: NetApp erwirtschaftet – nach Abzug der Barmittel in der Bilanz – einen jährlichen freien Cash-Flow in Höhe von 14 Prozent des Börsenwerts des Unternehmens. Damit liegt die Rendite des freien Cash-Flows deutlich über der von Apple und Microsoft, die beide bei neun Prozent liegen.

Ein Übernahmekandidat

Die NetApp-Aktie notiert mit einem KGV von zwölf, auf Basis des für das laufende Jahr erwarteten Gewinns von 2,97 Dollar je Aktie – verglichen mit einem KGV von 25 im Durchschnitt des letzten Jahrzehnts. Wenn man die Barmittel in Höhe von zwölf Dollar je Aktie abzieht, notiert sie sogar nur zum Achtfachen des Gewinns.

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Es gebe einen einfachen Grund für die derzeit günstige Bewertung, meint Brian White, Analyst bei Cantor Fitzgerald: Das Unternehmen habe zwei Jahre lang zu den Umsatzeinbußen geschwiegen. Jetzt mache es die Wall Street auf sich aufmerksam, etwa indem es seine mittlerweile erreichte Führungsposition im Bereich Public Cloud Storage ins Rampenlicht rückt, also sichtbar macht. „Woody Allen sagt, 80 Prozent des Erfolgs lägen in dessen Sichtbarkeit“, zitiert White den Film-Altmeister. Seiner Meinung nach könnte die Aktie binnen zwölf Monaten auf 45 Dollar oder das Elffache des Gewinns plus Barmittel steigen.

Der Großteil dieser Barmittel liegt im Ausland. NetApp könnte sie für Akquisitionen verwenden, könnte aber auch selbst zum Übernahmeziel werden. Morgan Stanley setzte das Unternehmen kürzlich auf eine Liste von Kandidaten, die bei grenzüberschreitenden Fusionen die Chance bieten, steuerliche Vorteile herauszuholen. Auch ein lokaler Käufer könnte NetApp attraktiv finden – etwa ein langsam wachsender Technologieriese, der sich eine Marktnische erschließen möchte. Der ISI-Analyst Brian Marshall schrieb in einem Anlegerbrief, NetApp könnte für IBM oder Oracle bis zu einem Kurs von 50 Dollar je Aktie ein lukrativer Kauf sein.

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