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Analyst der Bank of America Der 500 Euro-Schein soll weg

Geht es nach einem Analysten der Bank of America, dann sollte die Europäische Zentralbank den 500 Euro-Schein abschaffen. Innerhalb der G10 gebe es keinen anderen Schein mit einem derart hohen Wert.

Kriminelle sollen vor allem den 500 Euro-Schein horten. Quelle: dpa

Athanasios Vamvakidis, Analyst bei der Bank of America, fordert nach einem Bericht des "Wall Street Journal" die Abschaffung der 500-Euro-Scheine. Das würde die Wirtschaft ankurbeln, und die EZB würde den Kriminellen eins auswischen, die illegal erworbenes Geld in diesen Scheinen aufbewahren. Außerdem treibe die unverhältnismäßig große Nachfrage innerhalb der Schattenwirtschaft die Euro-Nachfrage übermäßig an. Eine Abschaffung würde die Nachfrage dämpfen, den Euro-Kurs drücken und damit kriselnden Exportfirmen in der Eurozone helfen.

Dass sie oft als Wertanlage benutzt werden, sei genau das Problem, glaubt Vamvakidis. Die großen Scheine würden oft zum "Matratzen-Geld", das selten ans Tageslicht komme, schreibt der Analyst in einer Mitteilung, die das Wallstreet Journal zitiert. Einer Studie der EZB zufolge werden nur ein Drittel der Noten, die im Umlauf sind, tatsächlich zu Zahlungszwecken verwendet.

Jeder dritte Deutsche sehnt sich nach der D-Mark
Der Fünf-Euro-Schein zeigt Bettina von Arnim: Vor allem Menschen zwischen 40 und 49 Jahren sind skeptisch. Hier wünscht sich knapp die Hälfte der Befragten die alten Zahlungsmittel zurück. Quelle: Bundesbank
In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen sind lediglich 16 Prozent skeptisch gegenüber dem Euro. 35 Prozent der 60-bis 69-Jährigen wünschen sich die D-Mark ebenfalls zurück. Quelle: Bundesbank
Annette von Droste-Hülshoff ziert den 20 D-Mark-Schein: Besonders Arbeiter und Hausfrauen trauern der D-Mark nach; Schüler und Studenten hingegen nur in ganz geringem Maße. Quelle: Bundesbank
"Früher war alles besser" sagen mit 37 Prozent vor allem Menschen, die mit einem Netto-Einkommen zwischen 1000 und 2000 Euro leben. Sie sind die D-Mark-Liebhaber unter den Deutschen. Quelle: Bundesbank
Unter denjenigen, die mehr als 4000 Euro im Monat verdienen, sind lediglich 21 Prozent D-Mark-Liebhaber. Sie machen sich schlicht keine Gedanken darüber. Quelle: Bundesbank
Zum Thema Inflation: Der Aussage "Durch die Inflation werden die Sparer schleichend enteignet" stimmten lediglich 34 Prozent zu. Quelle: Bundesbank
Rund die Hälfte der 60- bis 69-jährigen Befragten stimmt der Aussage nach der Enteignung allerdings zu - das ist der höchste Wert. Lediglich 28 Prozent in den Altersklassen der 18 bis 49-Jährigen ist davon überzeugt. Quelle: Bundesbank

Laut der britischen Behörde zur Bekämpfung organisierter Kriminalität sind 90 Prozent der 500 Euro-Scheine in den Händen von Kriminellen. Wenn diese auf den wertlosen Scheinen sitzen blieben, würde die EZB davon profitieren, so die Logik des Analysten.

Ein mögliches Szenario: Die EZB solle ankündigen, dass die Scheine bis zu einem bestimmten Datum zur Bank gebracht werden könnten oder in kleinere Noten eingetauscht werden können - der Besitzer müsste dazu allerdings nachweisen, dass er das Geld auf legalem Weg erworben hat. Die Kriminellen könnten das nicht und würden deshalb auf ihren Scheinen sitzen bleiben.

Ihr Verlust würde "zum Gewinn für die EZB, den sie für andere Zwecke verwenden kann", zitiert das Wallstreet Journal den Analysten. "Das ist eine sehr einfache Methode, um diese illegalen Aktivitäten zu bestrafen."

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