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Anlageempfehlung Mit deutschen Aktien profitieren

In Europa herrscht wirtschaftliche Divergenz. Um davon zu profitieren sollten Anleger beim Aktienkauf nicht nur auf die Branche, sondern auch auf den Standort des Unternehmens achten.

Wo sich der Einstieg lohnen könnte
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Deutsche Telekom Die Telekom wird langweilig – und für Aktionäre interessant. „Größere Akquisitionen“ und Schwellenländerabenteuer seien „nicht geplant“, verspricht der jüngste Quartalsbericht. Künftig will sie sich vor allem auf Europa konzentrieren, allen voran Deutschland, wo die Telekom 2011 noch rund 40 Prozent ihrer erwarteten 59 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Wachstumsfelder sind DSL- und TV-Angebote sowie mobiles Internet, das bis 2015 zehn Milliarden Euro Umsatz bringen soll. Schwach entwickelt sich das Geschäft der griechischen OTE, an der die Telekom 40 Prozent hält. Bislang macht sie dort sechs Prozent ihres Umsatzes und sieben Prozent des Gewinns vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda). Ein anderes unrühmliches Kapitel wollte die Telekom beenden: Ende März hatte sie den Verkauf ihrer Tochter T-Mobile USA für rund 28 Milliarden Euro bekannt gegeben. Doch der Verkauf ist geplatzt, Kaufinteressent AT&T zog sein Angebot Mitte Dezember wegen der Widerstände der Aufsichtsbehörden zurück. Als Ausgleich soll die Telekom immerhin 2,3 Milliarden Euro Ausgleichszahlung in bar bekommen und darf das AT&T-Netz mitnutzen. An den Gewinnprognosen soll der geplatzte Deal laut Telekom nichts ändern. Die Chancen auf stabile Gewinne sind dank Kostensenkungsprogrammen gut. Solange die Telekom ihren freien Mittelzufluss bei 6,5 Milliarden Euro hält, sind auch die versprochene Mindestdividende von 0,70 Euro und fast acht Prozent Dividendenrendite nicht in Gefahr.
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Die Wahlen in Frankreich und in Griechenland am letzten Sonntag haben an den Finanzmärkten bereits im Vorfeld für Nervosität gesorgt. In Paris hatte der künftige sozialistische Präsident Francois Hollande die Änderung der wirtschaftspolitischen Ziele Frankreichs angekündigt. In Griechenland sehen Experten die Gefahr, dass das Land mit einem Splitterparteien-Parlament so gut wie unregierbar wird und die Euro-Zugehörigkeit auf dem Spiel steht.

Diese zwei Beispiele führen zu einer alten Streitfrage hin: Ist es ertragreicher, Aktienportfolios geografisch zu streuen? Oder spielt die Länderzugehörigkeit nur eine untergeordnete Rolle, so dass die Wahl der richtigen Branche entscheidend ist? Akademiker und Praktiker beschäftigen sich schon lange mit diesen Fragen. Mit der Einführung des Euros wurde fast einhellig der "Branchenansatz" favorisiert. In einem wirtschaftlich konvergierenden Wirtschaftsraum seien länderspezifische Unterschiede in den Aktienmarktentwicklungen immer weniger wichtig. Deshalb sei es entscheidend, in die "richtigen" Branchen zu investieren. So die damalige These. Inzwischen herrscht in Europa statt wirtschaftlicher Konvergenz jedoch Divergenz. Daher spielen bei der Kapitalanlage regionale Gesichtspunkte wieder eine gewichtige Rolle. Bei dieser Betrachtungsweise kommt Deutschland ausgesprochen gut weg.

Denn aus der deutschen Wirtschaft, dem ehemals "kranken Mann", ist eine Lokomotive Europas geworden. Von 1999 bis heute belief sich die kumulierte Geldentwertung in der Bundesrepublik auf 25 Prozent. In Südeuropa summierte sich die Inflation dagegen auf 40 bis 50 Prozent. In Deutschland stagnierten die Lohnstückkosten weitgehend, in der südeuropäischen Peripherie zogen sie kräftig an.

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