Anlagerisiken Ihr Vermögen im Crashtest

Obwohl die Rücklagen der Deutschen auf Rekordhoch sind, sorgen sich die meisten um ihr Geld. Anlagen bringen kaum noch Rendite, über allen Investments hängt das Damoklesschwert der Euro-Krise. Wie sicher Kapital in welchen Anlagen ist, wie vorsichtige Investoren agieren sollten: 25 Antworten auf Ihre drängendsten Fragen.

Die meisten Deutschen sorgen sich um ihre Ersparnisse. Die WirtschaftsWoche schickt alle wichtigen Anlageformen und -klassen in den Crashtest und beantwortet die drängendsten Fragen Quelle: Marcel Stahn

Wenn Daniel von Borries einen Bankvorstand trifft, dann stellt der Chef der Ergo-Lebensversicherung ganz gerne die Frage: „Wann ist endlich die Krise vorbei?“ Die Antwort dürfte dem Versicherungsvorstand, der für die Anlage von 112 Milliarden Euro an Kundengeldern verantwortlich zeichnet, weniger schmecken: „Kluge Banker“, erzählt von Borries, würden ihm dann antworten, dass die Krise erst vorbei sei, wenn er endlich wieder Staatsanleihen aus Spanien und Italien kaufen würde. Aber das „tun wir derzeit nicht. Also ist die Krise noch nicht vorbei“, sagt von Borries.

Wo das Geld jetzt sicher ist
Bargeld Quelle: Sebastian_Wolf
Goldbarren und -münzenDas Edelmetall ist die Notfallreserve außerhalb des Finanzsystems schlechthin. Wer mit dem Schlimmsten rechnet, hofft, dass er kleinere Goldmünzen gegen Lebensmittel oder Medikamente tauschen kann, wenn Banken ihn nicht mehr mit Bargeld versorgen. Verwahren Anleger ihr Gold allerdings im Bankschließfach, kann es nach einer Bankpleite dauern, bis sie Zugriff bekommen. In Krisenzeiten fällt der Goldpreis mitunter. Großanleger wie Hedgefonds müssen ihren Goldbestand verkaufen, um flüchtende Anleger auszuzahlen. Da in Panikphasen andere Anlagen wie Aktien oder Anleihen stark an Wert verlieren oder illiquide werden, ist Gold dann eine der wenigen Anlagen, die sie noch zu Geld machen können. Quelle: dpa
Spareinlagen: Sparkassen/VolksbankenIhren Kunden versprechen Sparkassen, Landesbanken sowie Genossenschaftsbanken, dass sie Pleiten der zu ihrer jeweiligen Gruppe gehörenden Institute im Vorfeld verhindern. Meist geschieht das über Fusionen von schwachen mit stärkeren Mitgliedern. Kommt es zu keiner Pleite, muss auch kein Geld gerettet werden. Dadurch sollen auch Zertifikate und Anleihen vor einem Totalverlust sicher sein. Das ist ein Unterschied zu anderen Einlagensicherungssystemen. Die Solidarität funktionierte bislang, könnte aber bei der Schieflage großer Institute überstrapaziert werden. Quelle: dpa
Fresenius Quelle: Pressebild
Deutsche Börse Quelle: dapd
Investmentfonds Quelle: Wolfgang - S - Fotolia
Sparschwein Quelle: Edel Rodriguez

Wenn schon Profianleger in Sachen Schulden- und Euro-Rettungsversuchs-Tohuwabohu irritiert sind, wundert es nicht, dass private Anleger sich große Sorgen um ihr Vermögen machen. Je nach Umfrage wollen 40 bis 60 Prozent der Deutschen ihre alte D-Mark zurück. Eine „so tief gehende Verunsicherung breiter Anlegerschichten wie zurzeit“ habe er „noch nicht erlebt“, sagt Joachim Paul Schäfer, Partner bei der Münchner Vermögensverwaltung PSM.

Nüchtern betrachtet haben Bankencrash und die damit einhergegangene massive Erhöhung der Staatsschulden weltweit keine Schneisen in die Vermögen der Deutschen geschlagen. Mit fast zehn Billionen Euro liegt das in Immobilien, Sparkonten und anderen Investments geparkte Geld auf Rekordhoch. Das Gefühl, dass was faul ist im Staate Euro-Land und anderswo, dürfte nicht trügen. Müssen Anleger jetzt Gold kaufen, ihre Lebensversicherung kündigen, Euro horten? 25 klare Antworten auf die 25 drängendsten Fragen zum Geld.

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