Anlageskandal S&K-Partner United Investors muss Insolvenz anmelden

Der wohl wichtigste Partner der S&K-Gruppe, das Hamburger Emissionshaus United Investors, ist pleite. Müssen zahlreiche Anleger jetzt um ihr Geld fürchten?

Bilder aus dem Leben der S&K-Chefs
Eine große weiße Limousine
S&K-Chef Jonas Köller posiert mit einer Waffe und einer unkenntlich gemachten Frau vor einer Tür, über der steht "Get rich or die tryin´"
Teure Autos
Ein Hubschrauber mit S&K-Logo
Einer der S&K-Chefs und Mark Medlock
Jürgen und S&K
Ein Elefant und eine unkenntlich gemacht junge Frau vor teuren Autos
Einer der S&K-Chefs mit drei mit Dessous und teilweise Blazer bekleideten jungen Frauen
Einer der S&K-Chefs mit einem anderen, unkenntlich gemachten Mann und jungen Frauen in Dessous
Jonas Köller reicht einer blonden, mit Bikinioberteil bekleideten Frau die Hand
Stephan Schäfer und Jonas Köller mit nacktem Oberkörper und einem weiteren Mann
Die S&K-Chefs mit nackten Oberkörper und einem weiteren Mann
Die S&K-Chefs mit zwei weiteren Männern
Jonas Köller mit einer Superman-Unter- oder Badehose, dahinter posierende Partygäste
Die S&K-Chefs mit Frauen
S&K-Chef Jonas Köller mit einem teuren Auto und Frauen in Abendkleidern
Die S&K-Chefs im Anzug
Eine bunt beleuchtete Villa, auf die das S&K-Logo projiziert ist und Partygäste
Eine Frau im Bikini sitzt in einem überdimensionierten "Cocktail-Glas"
Ein Elefant

Der Skandal um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K ist um eine weitere Insolvenz reicher. Die Hamburger Unternehmensgruppe United Investors ist pleite und hat vor wenigen Tagen beim Amtsgericht Hamburg Insolvenz angemeldet. Insgesamt acht Gesellschaften der Gruppe sind betroffen, darunter die beiden Kerngesellschaften, die United Investors Holding GmbH sowie die United Investors Emissionshaus GmbH. Dies erklärte der zuständige Insolvenzverwalter Michael Kuleisa von der Kanzlei Schwemer Titz & Tötter gegenüber WirtschaftsWoche Online und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des "Manager Magazins". Auch die Münchner SHB-Gruppe hatte bereits Insolvenz anmelden müssen, auch sie stand im Zusammenhang mit dem Skandal um die S&K-Gruppe.

Auch United Investors war im Rahmen der Ermittlungen gegen die Frankfurter Immobiliengruppe S&K in den Blickpunkt geraten. Das Hamburger Emissionshaus hatte mehrere Fonds für S&K aufgelegt, unter anderem den „Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2“. Außerdem fungierte United Investors-Chef Thomas Gloy bei S&K als Aufsichtsrat. Damit war United Investors ein wichtiger Partner der S&K-Gruppe und deren Chefs, Jonas Köller und Stephan Schäfer. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen S&K wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue. Der Verdacht der Staatsanwaltschaft: Die Unternehmensgruppe habe tausende Anleger um einen dreistelligen Millionenbetrag gebracht, in dem sie ein Schneeballsystem aufgezogen habe und Anlegergelder für einen exzessiven Lebensstil zweckentfremdet wurden. Die WirtschaftsWoche hatte bereits Ende Januar berichtet, dass S&K Immobilien in ihren Referenzen aufführte, die die Gruppe gar nicht besaß.

Da United Investors Fonds für S&K auflegte, schließen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft das Hamburger Emissionshaus mit ein. Die beiden Geschäftsführer, Hauke Bruhn und Thomas Gloy, wurden im Rahmen der Razzien im Februar festgenommen und sitzen ebenso wie die beiden S&K-Geschäftsführer Köller und Schäfer weiterhin in Untersuchungshaft. Insgesamt wurden acht Verdächtige verhaftet, keiner wurde bisher aus der Untersuchungshaft entlassen, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber WirtschaftsWoche Online bestätigte. Für alle gilt die Unschuldsvermutung. United Investors wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

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Das 2005 von Hauke Bruhn gegründete Unternehmen hat neben den S&K-Fonds auch zahlreiche eigene Fonds im Angebot. Neben Immobilienfonds, die unter anderem in den Berliner Immobilienmarkt investieren, waren das Gamefonds, welche in die Produktion und Vermarktung von Video- und Computerspielen investieren. Rund 45 Millionen Euro an Anlegergeldern sammelte das Unternehmen mit den beiden Fonds dtp Gameportfolio 2006 und dtp Gameportfolio 2007 ein. Laut "Manager Magazin" flossen insgesamt mindestens 175 Millionen Euro an Anlegergeldern an United Investors.

Inwiefern United Investors-Anleger geschädigt wurden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen. Die Insolvenz einer Gesellschaft in einer Unternehmensgruppe hat rechtlich gesehen nichts mit den anderen Gesellschaften zu tun. Wie Insolvenzverwalter Kuleisa gegenüber WirtschaftsWoche Online bestätigte, wurde zu den einzelnen Fondsgesellschaften kein Insolvenzantrag gestellt. Trotzdem: Die Vorzeichen für Anleger könnten besser sein. Bereits einmal mussten die beiden Gamefonds vor der Pleite gerettet werden. Um die Schieflage der Fonds zu umschiffen musste Geschäftsführer Bruhn selber eingreifen und "in sein neues Emissionshaus aus eigener Kraft nachschießen", wie United Investors in der Mitteilung schreibt. Zwar konnte die Pleite abgewendet werden, von einem Verdienst des Fonds konnte laut dem Schreiben von United Investors allerdings nicht mehr die Rede sein. Zwar vereinbarte United Investors mit dem Spielehersteller und Partner dtp entertainment sogenannte Besserungsscheine für die Anleger. Diese sollten Kapitalsicherheit bringen. Inwiefern die Zahlungen gewährleistet werden können ist allerdings ebenfalls offen, da die dtp entertainment AG bereits Ende April letzten Jahres Insolvenz anmeldete.

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