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Anlageverhalten Warum wir immer mehr Bargeld horten

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Wenig Finanzexpertise - was wissen Sie?

Experten wie Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand des DAI, fordern daher immer wieder eine bessere Wirtschaftsbildung in Schulen. Auch State Street hat das Finanzwissen der Verbraucher untersucht und sehr wohl einen Zusammenhang zwischen den Bargeldvorlieben und der Geldexpertise festgestellt.

In Zusammenarbeit mit dem Center for Applied Research (CAR) erstellte State Street einen Finanztest für Anleger, den über 2800 Investoren in 16 Länder beantworteten. Das Ergebnis zeigt: Anleger, die eine hohe Bargeldaffinität haben, schneiden oft auch schlechter ab, was das Finanzwissen angeht. Japan und die Niederlande, die zusammen mit Deutschland die ersten Ränge der Bargeldliga belegen, erzielten im Test genauso nur die amerikanische Schulnote F (für fail, also durchgefallen, vergleichbar mit der deutschen Note 6) und landeten damit auf den hinteren Plätzen. Im Durchschnitt erreichten die Testpersonen ein D (ausreichend, deutsche Note 4).

Welche Zahlungsmittel Europäer bevorzugen
Das Geschäft mit dem Versenden von Geld über Smartphone-Apps lockt jetzt auch etablierte Banken an. Die Deutsche Kreditbank (DKB) kooperiert dafür mit dem Startup Cringle. Pro Monat kann ein Nutzer bis zu 100 Euro über die Cringle-App verschicken, abgewickelt wird die Zahlung per Lastschrift von der DKB. Pro Transaktion werden 20 Cent fällig, zum Start wurde die Gebühr auf 10 Cent gekappt. Das neue Angebot trifft bereits auf Wettbewerb im Markt. So bietet der Online-Bezahldienst PayPal seit Juli das Versenden von Geld über seine Smartphone-App in Deutschland an. Für Kunden, die ihren PayPal-Account mit einem deutschen Bankkonto verknüpft haben, ist das Angebot kostenlos, bei Kreditkarten wird eine Gebühr fällig. In vielen europäischen Ländern tun sich moderne Bezahlsysteme jedoch noch so schwer... Quelle: dpa
ÖsterreichOhne Bargeld geht in Österreich gar nichts. 86 Prozent bezahlen an der Kasse in bar, 12 Prozent mit EC-Karte. Eine Kreditkarte kommt nur in einem Prozent der Fälle zum Einsatz. Auf sonstige Alternativen wie Schecks, PayPal, Lastschrifteinzug oder Ähnliches entfällt insgesamt nochmal ein Prozent. Quelle: Deutsche Bundesbank; Europäische Kommission; Deloitte (Stand: 2014) Quelle: dpa
PolenIn Polen werden 80 Prozent der Bezahlvorgänge an der Kasse bar beglichen. Eine EC-Karte nutzen –ähnlich wie in Österreich – 13 Prozent der Bevölkerung. Immerhin werden auch drei Prozent der Bezahlvorgänge durch Kreditkarten abgewickelt. Auf die alternativen Zahlungsmittel entfallen vier Prozent. Quelle: dpa
DeutschlandAuch die Deutschen haben ihr Geld beim bezahlen lieber in fester Form in der Hand – in 79 Prozent der Fälle wird bar bezahlt. Zwölf Prozent der Käufe werden mit der EC-Karte beglichen, weitere sechs Prozent per mit Lastschrifteinzug, Scheck und anderen alternativen Zahlungsmethoden. Quelle: dpa
ItalienZwar ist Bargeld mit 69 Prozent noch immer das beliebteste Zahlungsmittel in Italien, aber auf Platz zwei kommen auch schon alternative Zahlungsmittel mit 17 Prozent. So sind Schecks, Kundenkarten, PayPal und andere Alternativen zusammen genommen bei den Italienern beliebter als die EC-Karte mit neun Prozent und die Kreditkarte mit sechs Prozent. Quelle: dpa
Sagrada Familia Quelle: AP
London Tower Bridge Quelle: dpa

Fast die Hälfte der Anleger (45 Prozent) hatten keine Ahnung, wie hoch ihre Rendite war, die sie mit ihren Investments erzielten. Sogar 64 Prozent der Befragten wussten nicht, wie hoch die Gebühren sind, die sie für ihre Anlageprodukte zahlten. Der Grund: Die Rechnung sei zu schwierig.

Auch das Vertrauen der Anleger wurde von State Street getestet. Das Ergebnis ist zwar ernüchternd, allerdings steigt das Vertrauen in die Branche langsam. Fast die Hälfte der Anleger glaubt, dass Finanzinstitute eher Produkte anbieten, die die Interessen des Kunden abdecken als solche, die den eigenen Interessen der Institute entsprechen. Vor zwei Jahren glaubten das gerade mal ein Drittel der Befragten.

Sogar Regulatoren selber nicht überzeugt

Die Regulierungsanstrengungen betrachten Anleger dennoch als relativ nutzlos. Fast zwei Drittel sieht keine Veränderung durch die zahlreichen neuen Regulierungsvorschriften an den Finanzmärkten. Selbst die Regulatoren selber glauben nicht an ihre Arbeit. Nur 16 Prozent von ihnen glauben, dass sowohl Zeit als auch Geld in die wichtigsten regulatorischen Maßnahmen investiert wurden. Da wundert es nicht, dass nur 26 Prozent der Regulatoren von der fachlichen Expertise der Politiker in Sachen Regulierung überzeugt sind. Auch dort klafft eine große Vertrauenslücke.

Geldanlage



Fazit: Angesichts teilweise großer Wissenslücken ist es sehr sinnvoll, wenn Anleger sich eben doch vorerst auf Bar- oder Tagesgeld verlassen. Denn schlimmer als gar nicht in andere Anlageprodukte zu investieren ist, zu investieren, obwohl man die Funktionsweise von Aktien, Anleihen oder Fonds nicht versteht.

Und wie steht es um Ihr Finanzwissen? Machen Sie den Test!

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