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Anlagestrategie ETFs: besser als Banksparen, einfacher als ein Aktiendepot

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Physisch oder synthetisch, ausschüttend oder thesaurierend?

Vorsicht bei internen Transaktionskosten

Allerdings wird dort ein wesentlicher Kostenpunkt nicht genannt: Die Transaktionskosten. Sie fallen einerseits, wie bei Aktien, bei Kauf und Verkauf der ETF-Anteile an. Andererseits zahlen Anleger auch noch Gebühren für Transaktionen innerhalb des Fonds. Viele ETFs werden zum Beispiel in einer gehedgten Variante angeboten, um sie gegen Wechselkursschwankungen abzusichern. „Wenn man weiß, dass ein Fonds auf Euro gehedgt ist, betragen die Transaktionskosten ungefähr 0,7 Prozent. Das ist im Rahmen und sollte als Anleger unbedingt genutzt werden, um das Risiko von wesentlich stärkeren Währungsschwankungen beispielsweise zwischen Euro und Dollar zu umgehen“, rät Gorissen-van Hoek. Zudem könnte man als Privatanleger ansonsten kaum die tatsächliche Wertentwicklung der Anlage nachvollziehen.

Damit wären die Kosten allerdings bis zu doppelt so hoch wie die TER. „Auf Nachfrage muss der Vermittler auch alle Kosten offenlegen – die sollte man sich vor dem Kauf anschauen und vergleichen“, empfiehlt die Finanzanlageberaterin. „Auch, wenn man nicht erwartet, dass verschiedene ETFs, die demselben Index folgen, unterschiedlich gute Wertentwicklungen aufweisen, so ist es doch ratsam die Wertentwicklung in der Vergangenheit zu vergleichen“, sagt Gorissen-van Hoek.

Synthetische Fonds können irreführend sein

Die Entscheidung sollte aber keinesfalls allein von den Kosten abhängen, denn das ETF-Angebot unterteilt sich in zwei wesentliche Kategorien. Physisch replizierende ETFs kaufen die Wertpapiere des zugrundeliegenden Index und haben diese wirklich im Portfolio. Synthetische Fonds hingegen bilden einen Index durch Tauschgeschäfte mit Banken nach. Bei diesen sogenannten Swaps schließt der Fondsmanager einen Vertrag mit einem Finanzinstitut ab, das im Tausch gegen eine Gebühr verpflichtet ist, die Indexrendite auszuschütten. Grundsätzlich besteht dabei ein Kontrahentenrisiko: Geht der Swap-Anbieter pleite, trifft das auch die Anleger.


Die Vorsitzende des Bundesverbands Finanz-Planer sieht jedoch ein weiteres Problem: Synthetische Replikation könne sich zwar als kostengünstigere und somit Renditensteigernde Variante auszahlen, sofern die Kostenvorteile an die Anleger weitergegeben würden, allerdings sei „vielen Anlegern nicht mehr das Zehntel Renditevorteil wichtig, sondern die Frage, in welche Werte tatsächlich investiert wird und ob diese mit der eigenen Überzeugung zu ethischem und nachhaltigem Wirtschaften übereinstimmen“.

Gerade bei nachhaltigen Investitionen bestehe die Gefahr, einen Wolf im Schafspelz zu erhalten: „Beispielsweise wird ein ETF auf den World Water Index verkauft, der diesen synthetisch abbildet und dabei in Aktien großer IT- und Datensammelunternehmen investiert“, sagt Gorissen van-Hoek. Dies erfahre man aber erst, wenn man die im Jahresbericht des Fonds aufgeführten Einzelwerte kontrolliere. Dass in tatsächliche Wirtschaftsunternehmen investiert wird, könne nur durch physisch nachbildende ETFs gewährleistet werden.

ETF-Sparpläne: Auszahlen lassen oder reinvestieren

Anleger haben je nach Bedarf die Möglichkeit einen thesaurierenden oder ausschüttenden ETF zu wählen. Wenn regelmäßige Auszahlungen benötigt werden, beispielsweise in der Rente, sind ausschüttende Fonds eine gute Anlagemöglichkeit des vorhandenen Kapitals, insbesondere mit Dividendentiteln. „Wenn keine Ausschüttungen gewünscht werden, sondern ein Vermögen aufgebaut werden soll, sind thesaurierende ETFs die beste Wahl“, sagt die Finanzanlageberaterin. Diese Fonds übernehmen die Wiederanlage der Erträge automatisch.

Für den Vermögensaufbau mit kleinen Beträgen bieten weltweit gestreute ETF-Sparpläne eine attraktive Alternative zu niedrigverzinsten Banksparplänen. Wie bei einem gewöhnlichen Sparplan zahlt man monatlich in einen Fonds ein und profitiert beim Sparen von Renditen und Zinseffekten. Bei vielen Sparplänen kann man die Raten jederzeit anpassen, pausieren oder stoppen. „Dabei muss man auf die Kosten der Spar- und Auszahlungspläne achten“, mahnt Gorissen van-Hoek. Diese Kosten könnten stark ins Gewicht fallen. Man sollte sie also bei den in Frage kommenden Direktbanken oder Discount-Brokern vergleichen.

Investitionen sollten langfristig getätigt werden

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Sind die geplanten Investitionen in die passenden ETFs getätigt, sollten Anleger das Portfolio mit ruhiger Hand führen. Denn häufige Transaktionen führen langfristig oft zu Gewinneinbußen. Grundsätzlich sollte man bei jeder Anlage berücksichtigen, dass Vermögensaufbau ein langwieriger Prozess ist und sich investiertes Kapital höchstwahrscheinlich nicht innerhalb kurzer Zeit rasant vermehren wird. Aber auf lange Sicht sind Wertpapiere im Schnitt eine profitable Anlage.

Wie gut sich ein Portfolio entwickelt, hängt aber immer von dessen Bestandteilen ab. Kursentwicklungen lassen sich nicht vorhersagen, ETFs bieten mit ihrer breiten Streuung und den geringen Kosten ihres passiven Managements allerdings eine gute Alternative zur zeitintensiven Beschäftigung mit einzelnen Unternehmensaktien, die ein selbstverwaltetes aktives Portfolio voraussetzt.



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