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Rentenmarkt mit Niedrigzins Diese fünf Punkte machen Anleihen problematisch

Rendite vom Winde verweht: Ein langfristiger, aber risikoarmer realer Vermögensaufbau mit Festzinspapieren ist im Niedrigzinsfeld nahezu unmöglich geworden Quelle: imago images

Anleihen galten über Jahrzehnte als Renditegarant ohne großes Risiko. Doch das ist vorbei. Die fünf wichtigsten Probleme für Anleihekäufer – und wie Privatanleger daraus trotzdem geldwerten Nutzen ziehen können.

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Anleihen und festverzinsliche Papiere sind seit Jahrzehnten ein Kernbestandteil für strategisches Anlegen und Vermögensbildung. Durch den dramatischen Zinsrückgang der vergangenen Jahre wurde dieser Grundsatz jedoch ausgehebelt. Noch werden die meisten Depots von alten, vor vielen Jahren gekauften Anleihen gestützt, die Sicherheit mit guten Kupons, also guter Verzinsung kombinieren. Doch der Anteil dieser bewährten Papiere in den Portfolios schwindet; gleichwertiger Ersatz ist nicht in Sicht. Wer heute Geld in Anleihen stecken will, steht vor zahlreichen Problemen. Hier die fünf wichtigsten:

Problem Nr. 1: Durch extreme niedrige oder negative Zinsen bekommen Anleger kein angemessenes Entgelt für ihre Risiken.

Wer der Bundesrepublik für zehn Jahre Geld leiht, muss dafür derzeit jedes Jahr 0,6 Prozent zahlen. Aus einem Investment von 10.000 Euro werden in zehn Jahren allein damit 9400 Euro. Zieht man dazu noch 1,5 Prozent Inflationsrate pro Jahr ab, bleiben nach zehn Jahren real nicht einmal mehr 8000 Euro übrig. Vermögensbildung sieht anders aus.

Die Suche nach Rentabilität führt dazu, dass immer mehr Anleger auf Anleihen ausweichen, die noch ein paar Zinsen bieten. Doch auch hier machen sich die von den Notenbanken verordneten niedrigen Renditen bemerkbar: Staatsanleihen Rumäniens etwa bieten auf zehn Jahre in Euro derzeit 1,3 Prozent Rendite - vor Steuern, Gebühren und Inflation. Dass mit einem so mageren Entgelt die Risiken eines Investments in eines der schwächsten und wackligsten Länder der EU nicht mehr angemessen bezahlt werden, ist offensichtlich.

Auf den ersten Blick sieht das anders aus, wenn es etwa um einen Minibond eines Immobilienunternehmens wie FCR geht. Der bringt derzeit bei mittlerer Laufzeit noch rund fünf Prozent Rendite. Doch diese Argumentation kann man umdrehen: Wenn der Markt derzeit für FCR zwanzigmal so viel Rendite bezahlt wie für Rumänien (rumänische Staatsanleihen mit Laufzeit bis 2024 bringen 0,2 bis 0,3 Prozent), wie gefährlich ist es dann wirklich, sein Geld in FCR-Anleihen zu stecken?

Bei negativen Durchschnittszinsen im Euro gibt es derzeit praktisch keine sicheren Anleihen mehr, die noch eine effektive Rendite abwerfen. Das Ausweichen auf rentable Junk-Bonds mag verlocken, ist aber sehr gefährlich, weil es auch dort außergewöhnlich niedrige Zinsen gibt, die das eigentliche Risiko dieser Papiere vernebeln.

Problem Nr. 2: Der Wertzuwachs in dem meisten Anleihedepots speist sich zunehmend aus Kursgewinnen und immer weniger aus Kuponzahlungen. Für Privatanleger ist das eine gefährliche Mischung.

Seit Anfang der Neunziger Jahre, als die Aktienhausse begann, hat sich der Anleiheindex Rex Performance verfünffacht. In den Rex Performance fließen Kuponzahlungen und die Kursveränderungen von Anleihen ein. Der Rex P spiegelt die Wertentwicklung eines langfristig orientierten Anleihedepots ziemlich gut wider. Bemerkenswert ist, dass der Rex Performance seit 2017 um knapp fünf Prozent zulegen konnte, während der Dax seit drei Jahren unter Schwankungen auf der Stelle tritt.

Doch genau darin liegt selbst für begehrte Bundesanleihen eine Gefahr. Es geht dabei nicht um die Rechnung auf Endfälligkeit, sondern um mögliche Kursverluste während der Laufzeit. Und die können erheblich ausfallen: Als die Durchschnittszinsen (Umlaufrendite) Anfang September dieses Jahres von minus 0,75 Prozent auf minus 0,50 Prozent anstiegen, verloren die Kurse von Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit auf einen Schlag fast drei Prozent – in nur zwei Wochen.

Sollte es eines Tages wirklich einmal zu einem längeren Zinsanstieg kommen, wird dies genau da empfindliche Kursverluste zufolge haben, wo in den vergangenen Jahren die größten Gewinne aufgelaufen sind: Bei hochsoliden Anleihen mit langen und extrem langen Laufzeiten.

Problem Nr. 3: Anleihen in ausländischer Währung sind eine Alternative, bergen aber größere Risiken, als vielfach angenommen.

Es ist erst wenige Jahre her, da galt die Türkei als ein aussichtsreiches Schwellenland, dem Geldhäuser wie die Deutsche Bank oder Goldman Sachs eine goldene Zukunft prophezeiten. Ebenso wie türkische Aktien galten auch türkische Anleihen als ein zwar spekulatives, aber vielversprechendes Investment. Umso mehr, da mit der Aussicht auf wirtschaftliche Prosperität die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Landeswährung Lira einherging und Lira-Anleihen mit zweistelligen Kupons lockten.

Diese Hoffnungen haben sich in den vergangenen Jahren in Luft aufgelöst. Im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen hat sich die türkische Lira so schwach entwickelt, dass trotz jährlicher Kupons von zehn Prozent und mehr Privatanleger unterm Strich bittere Verluste erlitten.

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