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Solides Mischdepot im Eigenbau Die Anti-Niedrigzins-Strategie für Privatanleger

Die Anti-Niedrigzins-Strategie: Ein solides Mischdepot im Eigenbau Quelle: Getty Images

Sparbuch, Tages- und Festgeld sowie Lebensversicherungen bringen kaum noch Rendite. Anleger müssen gegensteuern, möglichst chancenreich und risikoarm. Nur wie? Wir haben da was für Sie vorbereitet.

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Wer Nervenkitzel mag, ist an der Börse richtig. Beispielsweise 2018: Da verlor der Dax innerhalb eines Jahres fast 20 Prozent an Wert. Wer sein Erspartes in Aktien gesteckt hat, hatte mal eben ein Fünftel verloren. Viele Sparer mögen aber überhaupt keinen Nervenkitzel. Entwicklungen wie 2018 zeigen ihnen scheinbar, dass die Börse der falsche Ort für sie ist. Nur welcher ist noch der richtige?

Das Sparbuch bei der Sparkasse bringt 0,001 Prozent Zins pro Jahr. Schon diskutieren Banken darüber, künftig vielleicht die Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) auch an Privatkunden weiterzugeben. Auf Tagesgeld gibt es 0,5 Prozent, bei ausgewählten Anbietern, und nur mit einigen Sternchen an den Konditionen. Neukunden in der klassischen Lebensversicherung mit Garantiezins bekommen noch 0,9 Prozent Mindestzins zugesagt, auf den Beitragsanteil nach Abzug der Kosten. Selbst vermietete Immobilien bringen in den deutschen Top-Metropolen teils unter drei Prozent Mietrendite pro Jahr, auf die Gesamtinvestition betrachtet. Willkommen in der Niedrigzins-Ära!

In dieser Lage führt kein Weg an renditestärkeren Geldanlagen vorbei, auch Aktien. Ein von der WirtschaftsWoche mehrfach vorgestelltes Konzept für eine chancenreiche, aber nervenschonende Geldanlage hat sich dabei bewährt. Konkret geht es um ein Mischdepot aus Aktien, Anleihen, Gold und Bargeld. Anleger, die dem Ratschlag gefolgt sind, sind damit gut gefahren: Zurückgerechnet hätte das Mischdepot bei jedem beliebigen Startjahr seit 2000 zwischen 5,3 und 7,7 Prozent Rendite pro Jahr gebracht. Dieses Jahr liegt es bislang sogar 14 Prozent im Plus.

Das WirtschaftsWoche-MischdepotMusteraufteilung eines langfristig angelegten Sparplans (Depotanteile in Prozent)* * Anteile werden jährlich auf das Ausgangsniveau gebracht. Quelle: WirtschaftsWoche

Dabei werden für Aktien (30 Prozent Depotanteil) die Entwicklung des MSCI Weltaktienindex, für Anleihen (ebenfalls 30 Prozent) die Entwicklung von Euro-Unternehmensanleihen, für Gold (25 Prozent) die Preisentwicklung in Euro und für Tagesgeld (15 Prozent) ein längerfristiger Mittelwert von 1,5 Prozent angesetzt. Jährlich, zum Jahresstart, werden die Depotanteile wieder auf das Ausgangsniveau gebracht.
Pluspunkt des Mischdepots sind aber nicht nur vergleichsweise hohe Renditen. In dieser Hinsicht wären reine Aktieninvestments längerfristig chancenreicher. Das Mischdepot schafft es aber bislang recht gut, die Schwankungen an den Kapitalmärkten zu glätten. Einzig in den Jahren 2002 und 2008 hätten sich nennenswerte Verluste ergeben, aber unter 10 Prozent. In diesen Jahren haben große Aktienindizes, wie der Dax oder der MSCI World Index, 30 bis 40 Prozent verloren. Eine gute Risikostreuung erreicht das Mischdepot, weil sich die verschiedenen enthaltenen Anlageklassen oft gegenläufig entwickeln. So legt Gold zum Beispiel oft dann im Preis zu, wenn die Börsen abstürzen. Wer weniger Wert auf geringe Schwankungen legt und es eher auf höhere Renditen abgesehen hat, der kann die Depotanteile entsprechend anpassen. Nur sollten Anleger sich dabei nicht von aktuellen Stimmungen leiten lassen. Die festen Depotanteile schützen sie gerade, sich nicht vom oft gefährlichen Herdentrieb anstecken zu lassen.

Oft brechen Trends an den Kapitalmärkten gerade dann, wenn keiner mehr damit rechnet. Wenn die Stimmung am Boden ist, die Kurse tief gefallen, viele Anleger sich von einer bestimmten Anlage getrennt haben, dann steigt die Chance auf eine Wende zu steigenden Kursen. Wenn alle nur noch Schlechtes erwarten, sind positive Überraschungen leichter. So büßte Gold in Euro gerechnet 2013 rund 30 Prozent an Wert ein. Ende 2013 waren die Erwartungen entsprechend mies: Das Edelmetall habe seinen Glanz verloren. Auch im kommenden Jahr sei keine Besserung zu erwarten. So war in vielen Zeitungen und Analystenberichten zu lesen. Tatsächlich aber war der Tiefpunkt erreicht. Gold legte 2014 um mehr als zehn Prozent zu.

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