Bäume statt Beton: Wald bleibt ein schwieriges Anlageobjekt
Ein schönes Stück Wald als Alternative zum ohnehin überteuerten Mietshaus? Ein Anlageobjekt mit hohem Freizeitwert, gesellschaftlichem Ansehen und einer kleinen, aber soliden Rendite? Bäume statt Beton - was sich in Niedrigzins-Zeiten nach einem umweltfreundlichen, sicheren und nachhaltigen Investment anhört, hat allerdings seine Tücken, warnen Experten.
Schon der Weg zum Waldbesitz ist voller Stolperfallen und Hindernisse. Zwar gibt es durchaus Makler, die sich auf Wald und Flur spezialisiert haben. Doch das Angebot gerade an größeren Flächen ist überschaubar. Mindestens 100 Hektar - das sind 1 Million Quadratmeter - sollte man für eine rentable Holzwirtschaft schon beisammen haben.
Für ein eigenes Jagdrecht - auch das ist so ein Traum manches zahlungskräftigen Anlegers - sind gesetzlich mindestens 75 Hektar vorgeschrieben. Der Einstiegspreis würde bereits bei sehr niedrig angesetzten Quadratmeterpreisen um einen Euro also bei mindestens 750 000 Euro liegen - wenn es denn überhaupt ein Angebot gäbe.
Superman-Comic
Zehn Cent zahlten Käufer 1938 für ein Heftchen mit dem ersten Superman-Cover. Am 5. August 2016, 78 Jahre später, wechselte das Heftchen bei einer Versteigerung für knapp eine Million Dollar den Besitzer. Wie das Auktionshaus Heritage Auctions im texanischen Dallas mitteilte, lag das „Action Comics #1“-Heft damit weit über seinem Schätzwert von 750.000 Dollar. Von den Heften der Erstauflage sind nach Angaben des Auktionshauses heute nur noch etwa hundert Exemplare erhalten. Die nun versteigerte Ausgabe stammte von einem amerikanischen Sammler, der das Heftchen in den Neunzigerjahren für 26.000 Dollar erstanden hatte.
Die höchsten Comic-Preise zahlen Sammler übrigens in den USA. Die deutsche Erstausgabe von Micky Maus wird mit 12.000 Euro geschätzt. Höchstpreise erzielen aber nur Exemplare ohne Abnutzungserscheinungen, gut verpackt und versiegelt. In den USA gibt es dafür ein fein abgestuftes Bewertungsraster von „mint“ (druckfrisch) bis „poor“ (erbärmlich).
Foto: IMAGOWein
Auch Wein ist bei Sammlern begehrt. Den bislang höchsten Preis erzielte eine Flasche 1974er Chateau Cheval Blanc. Die einmalige Flasche wurden von einem Liebhaber für 304.000 US-Dollar gekauft. Fünfstellige Beträge sind für seltene Weine nicht ungewöhnlich. Allerdings müssen die edlen Tropfen fachgerecht gelagert werden, um weiterhin schmackhaft zu bleiben. Bestimmte Weine können ihren Wert bei richtiger Lagerung um bis zu 20 Prozent jährlich steigern.
Foto: IMAGO
Tee
Matcha Latte, Ingwer-Zitronenmyrte, Masala Chai – Teetrinken liegt auch bei jungen Leuten im Trend, wie der Deutsche Teeverband berichtet. Dementsprechend rasant wächst die Zahl verschiedener Sorten auf dem Markt. Sammler suchen vor allem nach gut gereiftem Chinatee mit holzigem Geruch. In Platten gepresst, reift er wie Käse und kann dann 100 bis 150 Jahre später schon mal mehr als 10.000 Dollar kosten.
Foto: dpaDinosaurierknochen
Ihr Reiz besteht darin, dass sie schon zig Millionen Jahre alt sind: Weil sie bei Sammlern Spitzenpreise erzielen, wird so manches Dinosaurierskelett sogar von renommierten Auktionshäusern wie Sotheby's oder Christie's versteigert - oftmals so teuer, dass selbst Museen nicht mehr mitbieten. Große, gut erhaltene Skelette kosten leicht Millionenbeträge. Selbst für kleine Flugsaurier werden schnell fünf bis sechststellige Euro-Beträge fällig. Entscheidend für den Preis ist weniger die wissenschaftliche Bedeutung, sondern eher Größe, Ästhetik, weitgehende Vollständigkeit und ein insgesamt guter Zustand. Die meisten Funde stammen aus den USA. Dort dürfen Landbesitzer behalten, was sie auf ihrem Grund finden. In anderen Ländern hat der Staat ganz oder teilweise das Zugriffsrecht. In China ist unter den Knochenjägern regelrecht Goldgräberstimmung ausgebrochen. Obwohl Funde aus China nicht verkauft werden dürfen, tauchen Dinosaurierknochen von dort immer wieder auf Auktionen auf. Aber auch der Handel mit gefälschten Knochen nimmt zu.
Foto: APFossilien
Fossilien zu sammeln hat einen eigenen Charme, denn die Funde sind Millionen von Jahren alt. Es gibt allerdings viele nahezu wertlose, weil häufig vorkommende Fossilien. Hinzu kommt, dass derlei Versteinerungen in manchen Bundesländern per Gesetz dem Land ganz oder zur Hälfte gehören. Auf Messen oder Fachtagungen werden Fossilien auch gehandelt. Generelle Aussagen zur Rendite sind kaum möglich und es gibt sogar Fälschungen.
Foto: FotoliaPorzellan
Jahrhundertelang hüteten die Chinesen das Geheimnis der Porzellanherstellung und drohten Verrätern mit Strafe. Marco Polo brachte es erstmals nach Europa. Erst im 18. Jahrhundert lüfteten die Sachsen das Produktionsgeheimnis. Meißener Porzellan hat seitdem eine herausragende Stellung unter Sammlern in Europa. Viele Stücke erschienen in streng limitierter Auflage. Generell steigt der Wert um acht bis zehn Prozent jährlich, besonders begehrte und seltene Stücke auch deutlich mehr.
Foto: IMAGO
Rum
Anders als Whisky, Wein oder Cognac findet Rum erst seit kurzem immer mehr Fans unter Anlegern. Dabei ist die Vielfalt enorm und in den vergangenen Jahren erzielten kundige Rum-Sammler beachtliche Wertsteigerungen mit Flaschenpreisen von bis zu 1000 Euro. Ausgewählte Sorten verzeichneten seit 2008 Preissteigerungen um mehr als 300 Prozent. Besonders geeignet als Wertanlage sind ausgesuchte, lang gereifte Sorten und alte Abfüllungen von den karibischen Inseln.
Foto: FotoliaUhren
Uhren sind nicht nur ein Statussymbol, manche Exemplare haben gar den Wert einer Villa. Die derzeit teuerste Uhr ist die Grandmaster Chime des Schweizer Herstellers Patek Philippe. Im November vergangenen Jahres fand die Uhr aus 18 karätigem Roségold auf einer Auktion in Genf innerhalb von fünf Minuten einen neuen Besitzer - für 29 Millionen Euro.
Die größte Rolle bei der Wertentwicklung der Schmuckstücke spielt die Marke. Besonders beliebt sind neben Patek Philippe auch Rolex, Cartier oder Chopard. Weiter bemisst sich der Wert einer Uhr nach Zusatzfunktionen und Seltenheit.
Foto: IMAGOÜberraschungseier
Seit 1974 gibt es die Überraschungseier von Ferrero, fast genauso lange wird das Spielzeug im Inneren der Schokoladenhülle von Liebhabern gesammelt. Vor allem auf die Serien von Miniaturfiguren wie Schlümpfe, Disney-Figuren oder Biene Maja haben es Fans abgesehen. Die Figuren der ersten Serien nach 1981 waren noch handbemalt und sind besonders begehrt. Wertvollste Figur ist der aus blauem Plastik gegossene "Nachwächterschlumpf" im Wert von 12.000 Euro. Generell gilt: Je älter, umso höher der Sammlerpreis. Aber wie bei Briefmarken erzielen Verkäufer oft nur 30 bis 60 Prozent des Preises im Sammlerkatalog. Komplette alte Serien mit Beipackzettel und einer Pappkulisse - dem so genannten Diorama - können mehrere tausend Euro einbringen. Doch Vorsicht: Auch kaum identifizierbare Fälschungen sind im Umlauf.
Foto: dpa/dpawebSchreibwerkzeuge
Edle Füllfederhalter sind seit jeher Statussymbol, wurden von Kugelschreibern verdrängt und erlebten erst wieder in unserer Zeit eine Renaissance. Der namhafteste Hersteller ist Montblanc. Insgesamt liegen schon die Anschaffungspreise bei bis zu 20.000 Euro. Wertsteigernde Sammelobjekte dürfen nie benutzt werden, sollten original verpackt und sicher aufbewahrt werden - bis zur Veräußerung mindestens fünf bis zehn Jahre. Nur exklusive und kunstvoll verarbeitet Exemplare in kleiner Auflage haben eine echte Chance auf Wertsteigerung. So kostete der achteckige Füller "Lorenzo di Medici" 1992 2500 Mark. Ende der Neunzigerjahre wechselte er bereits für stolze 15.000 D-Mark den Besitzer.
Foto: FotoliaMeteoriten
Gesteinsbrocken aus dem Weltall erzielen ebenfalls hohe Preise. Schon winzige Meteoriten können hunderte Euro wert sein. Experten kalkulieren überschlägig zehn US-Dollar pro Gramm Gestein. Erhältlich sind sie auf Fachmessen. Wer mag, kann sich aber auch selbst auf die Suche machen. An der Schmelzkruste und ihrer meist typischen Struktur sind sie recht gut erkennbar, oft sind die Brocken magnetisch.
Foto: REUTERSBonsaibäume
Auf dem japanischen Markt können die Bonsaibäume Preise von mehr als 10.000 Euro erzielen. Eines der teuersten Exemplare brachte über zwei Millionen Dollar ein. Gefragt sind formschöne Miniaturen von Eiche, Ahorn, Fichte, Rotbuche oder Esche. Für die Pflege ist allerdings ein Experte nötig. Falsch gepflegte Bonsais können rapide an Wert verlieren.
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„Es ist sehr schwer, in Deutschland Wald zu kaufen“, sagt Michael Freiherr von der Tann, Präsident des hessischen Waldbesitzerverbandes, der wie in anderen Landstrichen viele Adelige versammelt. Für sie wie auch für die bürgerlichen Waldbesitzer mit ihren meist kleinen Genossenschaftsparzellen oder für die öffentliche Hand gilt der Grundsatz: „Wald verkauft man nicht, den vererbt man - und zwar ungeteilt.“
EZB bestraft Sparer
Man brauche schon einen sehr langen Anlagehorizont, bekräftigte Michael Prinz zu Salm-Salm gerade in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“: „Bei Grund und Boden denkt und lebt man in langfristigen Kategorien.“ Der Chef des Verbandes „Familienbetriebe Land und Forst“ streitet vehement gegen staatliche Eingriffe in die privaten Wälder, die ohnehin nur eine Rendite von rund einem Prozent brächten.
In über 3.300 Interviews wurden pro Bundesland 100 Erwerbstätige zur Ruhestandsplanung befragt. Das Ergebnis: Aktien-, Aktienfonds und -zertifikate sind verhältnismäßig unbeliebt, wenn es um die Sicherung des Renteneinkommens geht. Gerade einmal acht Prozent der in der Studie befragten gaben an, diese Anlagemöglichkeit zu nutzen.
Quelle: Axa Deutschland Report 2016, Stand: März 2016
Foto: REUTERSEtwas gefragter ist die Betriebliche Altersvorsorge, auf die immerhin neun Prozent der Deutschen im Alter setzen. Förderprogramme seitens der Bundesregierung sind aktuell im Gespräch, um sie attraktiver zu machen.
Foto: FotoliaZehn Prozent der Erwerbstätigen setzen auf Gold, um privat fürs Alter vorzusorgen.
Foto: CLARK/obsGenauso viele Studienteilnehmer (10 Prozent) gaben an, sich im Rentenalter von der abgeschlossenen Lebens- oder Rentenversicherung finanzieren zu wollen.
Foto: dpaElf Prozent der Erwerbstätigen nutzen Spareinlagen. Exakt die Hälfte hält eine Sparrate von unter 200 Euro im Monat zur privaten Altersvorsorge für ausreichend, um den eigenen Lebensstandard im Alter zu sichern. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) nennt eine monatliche Rate von nur 100 Euro. Einen Betrag von mehr als 300 Euro im Monat halten nur 16 Prozent für notwendig.
Foto: dpaDie Anschaffung einer Immobilie zur Vermietung liegt heute weit vor allen anderen Plänen zur privaten Altersvorsorge auf Platz zwei. 16 Prozent der Erwerbstätigen setzen auf diese Geldanlage. Damit nimmt die Orientierung hin zu Immobilien extreme Züge an.
Foto: dpaNur die Anschaffung eines Eigenheims wird noch knapp häufiger bei der Vorsorge-Planung präferiert. Mit 18 Prozent landet diese Geldanlage zur privaten Altersvorsorge auf Platz eins. Bereinigt um mögliche Mehrfachnennungen planen insgesamt mehr 27 Prozent aller Erwerbstätigen den Immobilienkauf zur Eigennutzung und/oder Vermietung.
Foto: dpa/dpaweb
Den Grund für die steigende Nachfrage nach Wald sieht der adelige Grundbesitzer vor allem in der Zins- und Geldpolitik der Europäischen Zentralbank: „Der Sparer wird bestraft, der Schuldner belohnt. Ein Nebeneffekt dieses Irrsinns ist, dass Sachwerte teurer werden, auch Land und Forst.“ Die Preise für Wald hätten sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Auch die Nachfrage nach Holz hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert.
Die hohen Anlaufkosten - Grunderwerbsteuer, Notar und Gebühren addieren sich oft zu 10 Prozent des Kaufpreises - lassen die Rendite für Wald-Neulinge aber dennoch schwinden. Auch die Grundsteuer wird jedes Jahr fällig, die Holzproduktion ist wegen vieler Umweltauflagen und Zertifizierungen vergleichsweise teuer. Waldflächen in Osteuropa oder Nordamerika bieten da weit attraktivere Renditen.
Also doch lieber Holzaktien? Die meist skandinavischen oder nordamerikanischen Holz-Aktiengesellschaften hängen eng mit der Zellstoff- und Sägewerksindustrie zusammen und sind starken Kursschwankungen unterworfen, warnt beispielsweise der Börsenexperte Robert Halver von der Baader-Bank.
Nicht gerade gestärkt wurde das Vertrauen potenzieller Holz-Anleger mit der Pleite des Unternehmens German Pellets aus Wismar an der Ostsee. Rund 270 Millionen Euro in Schuldverschreibungen und Genussscheinen stehen im Feuer, wenn die Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde ab Juli die ersten Gläubigerversammlungen abhält.
Immerhin ist es gelungen, die Produktionswerke weitgehend an andere Investoren abzugeben - aber die Einlagen könnten zum größeren Teil verloren sein. Gegen den German-Pellets-Gründer Peter Leibold laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Unterschlagung.