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Quelle: Getty Images

Macht Kinder zu Spekulanten!

Die Politik des ewigen Billiggeldes züchtet Zombies, Superreiche und eine Generation ohne Altersvorsorge – es sei denn, sie lernt den Umgang mit Aktien.

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Der Naina-Schock ereilte Deutschland vor mehr als fünf Jahren. Am Samstag, den 10. Januar 2015, schrieb eine Kölner Schülerin Folgendes auf Twitter: „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“ Das ganze Land diskutierte daraufhin die Frage, wie alltagstauglich der deutsche Schulstoff sein muss. Das sei Aufgabe der Eltern, meinten die einen, wirtschaftsfeindliche Lehrkräfte würden das verhindern, argumentierten die anderen.

Was damals keiner merkte: Naina hatte in ihrem SOS-Tweet etwas Grundlegendes vergessen. Über Altersvorsorge wusste sie nämlich auch nichts. So wie alle ihre Mitschüler – bis heute. Zwar gibt es in dem einen oder anderen Bundesland zaghafte Versuche, Wirtschaft als eigenständiges Fach zu etablieren. Doch zumindest die Kevin-Kühnert-Fraktion der SoWi-Lehrer begreift Aktienbesitzer immer noch als direkte Nachfahren der Sklavenhalter aus dem Südstaatenepos „Vom Winde verweht“.

Dabei ist es heute noch dringender als zu Nainas Zeiten, den Kindern das Thema Börse näherzubringen. Vor fünf Jahren hoffte die ganze Welt noch, dass der Zins auf breiter Front zurückkommt. Heute hofft das keiner mehr. Die Politik des billigen Geldes droht zur Routine und zur unkalkulierbaren Gefahr zu werden. Sie züchtet im großen Stil Zombie-Unternehmen, sie macht Reiche immer reicher und sie raubt der heranwachsenden Generation die Möglichkeit, auf klassische Art Vermögen aufzubauen. Dem gemästeten Sparschwein als die gesellschaftlich einzig akzeptierte Form der kindgerechten Vorsorgeschulung raubte die Nullzinspest längst das Leben. Wer künftig nicht erben kann, bleibt dem staatlichen Rentensystem ausgeliefert – es sei denn, er übt sich früh im Umgang mit Aktien.


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Daran ändert auch der Wirecard-Skandal nichts. Kaum lag das Kartenhaus am Boden, wurden erste Stimmen laut, die vor diesem Teufelszeug warnten. Plötzlich sei das ganze Polster für den Ruhestand weg. Doch wer schon in der Jugend gelernt hat, dass man nicht alle Eier in einen Korb legt, kann darüber nur lachen. Wer sein Risiko mit Einzelaktien oder ETFs breit streut, den lässt der Steve Jobs aus Aschheim kalt.

Hätte übrigens Naina im Januar 2015 in den MSCI-World-Aktienindex investiert, könnte sie sich heute über eine Rendite von mehr als 60 Prozent freuen. Damit ließen sich jede Menge Gedichtbände finanzieren – sogar in 4 Sprachen.

Mehr zum Thema: Acht Lektionen gebündelt in einem Download: Das Börsen-1x1 für Privatanleger

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