Banken-Testamente Notfallpläne von Banken in der Kritik

Großbanken haben die Weltwirtschaft in der Finanzkrise an den Abgrund gebracht. Um das künftig zu verhindern, sollen sie Pläne für ihre eigene Abwicklung machen. Das fällt wohl schwer - die US-Finanzaufsicht fordert jetzt Nachbesserungen.

Einige der größten Banken der Welt haben ihr Testament gemacht. Quelle: dapd

Der Kollaps einer Großbank dürfte weiterhin verheerende Folgen für die Finanzwelt haben. Die Notfallpläne mit denen die Institute ihre eigene unfallfreie Abwicklung gewährleisten sollen, stecken nach Ansicht der US-Aufseher voller Mängel. Geprüft worden waren elf Geldhäuser, darunter die Deutsche Bank. Die Formulierung lässt keinen Zweifel an der Frustration der amerikanischen Bankenaufseher. „Trotz Tausender Seiten von Material, die diese Unternehmen eingereicht haben, bieten die Pläne keinen glaubwürdigen oder klaren Weg durch eine Insolvenz, der nicht  unrealistische Annahmen oder direkte oder indirekte staatliche Hilfe voraussetzt“, ließ sich Thomas Hoenig, der stellvertretende Vorsitzende der amerikanischen Einlagensicherungsbehörde FDIC am Dienstagabend in einer Pressemitteilung zitieren.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Die Notenbank Fed und die FDIC forderten die Banken am Dienstag (Ortszeit) auf, ihre sogenannten Testamente zu überarbeiten. Die Annahmen für die Abwicklungspläne seien „unrealistisch“ und „inadäqua“, zum Beispiel mit Blick darauf, wie sich Kunden in Krisenfällen verhalten würden.

Die Testamente sind eine Reaktion auf die letzte große Finanzkrise, als der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers 2008 die Weltwirtschaft erschütterte. Erstmals hatten die Behörden 2012 detaillierte Pläne zur eigenen Abwicklung von den Geldinstituten eingefordert. Bis Mitte 2015 müssen die Banken ihre verbesserten Pläne abgeben.

Die Debatte um systemrelevante Banken- Institute, die so groß sind, dass eine Pleite das ganze System gefährden würde - setzt die Finanzbranche seit den Krisenjahren auch in Deutschland und Europa unter Regulierungsdruck. Als „Too Big to Fail“ definiert die deutsche Finanzaufsicht Bafin Unternehmen, deren Insolvenz die Volkswirtschaft mit höheren Kosten belasten würde als ihre Rettung.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Der Begriff „Banken-Testament“ ist hierzulande jedoch umstritten. Bafin-Chefin Elke König beispielsweise hat sich wiederholt für einen weltweiten, grenzüberschreitenden Sanierungs- und Abwicklungsmechanismus für marode Banken ausgesprochen. Die Kreditwirtschaft selbst Wege aufzeigen zu lassen, gehe in die falsche Richtung.

Der internationale Finanzstabilitätsrat FSB zählt von den deutschen Geldhäusern einzig die Deutsche Bank zu den systemrelevanten Instituten. Früher wurde auch die Commerzbank als solches geführt.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%