Banken unter der Lupe „Ein ideales Produkt für Sie“ – So verkaufen Bankberater

Gerade Berufsanfänger haben bei der Geldanlage die Qual der Wahl, eine gute Beratung ist da besonders wichtig. Können Banken das leisten? Wir haben mehrere Institute unter die Lupe genommen.

Eine Geldanlage soll her. Jetzt, da ich seit einiger Zeit meine eigenen Brötchen verdiene und am Ende des Monats nicht mehr Ebbe herrscht auf meinem Konto, möchte ich etwas zur Seite legen. Niedrigzinsen und eine Inflation, die zumindest gefühlt schon deutlich höher ist, als das Statistische Bundesamt behauptet. Kurz: ich hab das dumme Gefühl, dass ich mit meiner bisherigen Lösung – alles was übrig bleibt, wandert aufs Tagesgeldkonto – langfristig nicht gut fahre.

Es muss also eine bessere Lösung her. Zwar kenne ich mich mit Finanzen aus, trotzdem möchte ich Rat von Profis. Außerdem bin ich gespannt darauf, was Bankberater Anfänger-Anlegern wie mir empfehlen. Wie gehen sie vor, welche Produkte bieten sie mir an?

Also mache ich mich auf die Suche nach einer Beratung. Meine Hausbank ist eine Direktbank, als Studentin mussten meine Geldangelegenheiten vor allem günstig und einfach zu handhaben sein. Für die Beratung muss ich mir daher was Neues suchen und habe die Qual der Wahl.

Sind Sparkassen oder Volksbanken wirklich näher am kleinen Sparer als die großen Privatbanken? Ich probiere es aus und vereinbare Termine bei zwei Banken in meiner Nachbarschaft – der örtlichen Sparkasse und der Commerzbank. Außerdem will ich wissen, ob Banken und Sparkassen anders beraten als unabhängige Berater, deshalb spreche ich außerdem noch mit der Münchner Honorarberaterin Stefanie Kühn.

Zehn Geldanlage-Tipps
Geld und ein Display
Ein Kugelschreiber und ein Diagramm
Eine Hand und Münzen
Sparbuch und Geldscheine
Ein Stift und ein Diagramm
Ein Kugelschreiber, Geld, ein Taschenrechner und ein Blatt Papier
Eine Lupe vergrößert das Wort Kontoauszug Quelle: dpa
Ein Haus Quelle: obs
Jemand nimmt Geld aus einem Portemmonaie
Buchstaben Kredit und Geldscheine

Einfache Terminvergabe

Bei der Sparkasse kann ich den Termin ganz einfach online vereinbaren. Schon kurz nachdem ich meinen Terminwunsch angegeben habe, werde ich von einem Mitarbeiter zurückgerufen und bekomme einen Beratungstermin. Bei der Commerzbank muss ich mich dafür zwar durch mehrere Telefonzentralen telefonieren, lande aber am Ende auch dort, wo ich hin will.

Dass ich noch kein Kunde bin, ist bei beiden Banken kein Problem – im Gegenteil, als potenzielle Neukundin bin ich für die Berater natürlich hochinteressant. Allerdings haben Banken offenbar noch nicht verstanden, dass viele Verbraucher sich zunächst bei mehreren Instituten informieren, bevor sie sich für eins entscheiden. Als ich erkläre, mich bei mehreren Banken informieren zu wollen, fragt mich die Beraterin, warum ich mich denn für die Commerzbank entschieden hätte, das würde sie sehr freuen.

Gerade für Neukunden wie mich wäre ein Vergleichsportal hilfreich, auf dem Bankkunden ihr Institut bewerten. Wenn ich ein Hotel buche, prüfe ich ja auch die Bewertungen der Nutzer auf Online-Plattformen wie TripAdvisor oder HolidayCheck. So bleibt mir nichts anderes übrig, als selber in die Filiale zu gehen. Branchenkennern zufolge ist es allerdings nur noch eine Frage der Zeit, bis es vergleichbare Portale auch im Finanzbereich geben wird.

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