Bilanzmanipulation Ex-Manager der Hess AG festgenommen

Zwei ehemalige Manager des insolventen Schwarzwälder Leuchtenherstellers Hess sind am frühen Montagmorgen in Villingen-Schwenningen festgenommen worden. Mittlerweile sind sie wieder auf freiem Fuß.

Christoph Hess, Peter Ziegler

Wie ein Unternehmenssprecher der WirtschaftsWoche bestätigte, handelt es sich um die im Januar geschassten Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler. Es bestehe der dringende Tatverdacht der Bilanzmanipulation, der Untreue sowie des Betrugs, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mannheim der Wirtschaftswoche. Grund für die Festnahmen seien Flucht- und Verdunklungsgefahr.

Inzwischen sind die Beschuldigten wieder auf freiem Fuß. Beide mussten eine Meldeauflage unterschreiben und ihren Reisepass abgeben, hieß es am Montagabend aus Mannheim. Für Christoph Hess soll eine Kaution in Höhe von 40.000 Euro gezahlt worden sein.

Die Festgenommenen sollen in den Jahren 2011 und 2012 die Bilanzen der Hess AG geschönt haben. Dadurch seien zwei kreditgebende Banken um rund 4,5 Millionen Euro betrogen worden, sagte der Sprecher. Dem niederländischen Großaktionär Holland Private Equity soll ein Schaden von 3,6 Millionen Euro entstanden sein. Außerdem sollen die Beschuldigten den Kaufpreis eines Grundstücks in die Höhe getrieben und die Differenz vereinnahmt haben.

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„Es wurde Geld aus dem Unternehmen gezogen und zum Kauf von Hess-Aktien verwendet“, erklärte der Sprecher weiter. Gegen einen der beiden Manager gebe es zudem zahlreiche Untreuevorwürfe. So soll er etwa auf firmenkosten private Flüge unternommen oder Handwerker und Reinigungskräfte beschäftigt haben.

Hess war erst im vergangenen Herbst an die Börse gegangen. Knapp vier Monate nach dem Börsengang musste Hess Mitte Februar Insolvenz anmelden. Der Aufsichtsrat der Hess AG hatte die Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler im Januar vor die Tür gesetzt. Die beiden Ex-Manager sollen über Jahre die Bilanzen des Unternehmens manipuliert haben. Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelte zuletzt gegen 17 Personen. Hess und Ziegler haben die Vorwürfe mehrfach bestritten.

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