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Bis zu 130 Prozent Rendite Profis kaufen Argentinien-Anleihen – sind die wahnsinnig?

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Klassische Fonds und Einschränkungen für Privatanleger

Weiter mit der Suche. Ich schaue bei klassischen Fonds nach, was die an Argentinien halten. WiWo-Fondsexpertin Heike Schwerdtfeger gefällt der Capitulum Weltzins-Invest (ISIN: DE000A2H7NV9) „Der bietet Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen und hat mit Theodor Kirschner einen erfahrenen deutschen Fondsmanager, der vorher viele Jahre einen solchen Fonds bei einer Deka-Tochter gelenkt hat und jetzt selbstständig ist“, sagt Heike. Die Fondsprospekte stehen im Netz, ebenso die Halbjahresberichte.

Tatsächlich hat Kirschner einiges an Argentinien-Bonds im Fonds: „7,8200 % Argentinien in Euro, 2010 (24-33) Discounts (XS0501195134)“. das sind offensichtlich Bonds, die mit Rabatt, also einem Kurs unter 100 begeben wurden oder deren Zins sich ändern kann. „Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann,“ warnt die Comdirect. Dann lasse ich es lieber.

Kirschner hat auch eine mit vier Prozent verzinste Anleihe von Buenos Aires, in Euro (XS0234082872), rückzahlbar 2035. Bis 2035 wirft sie 15 Prozent Rendite pro Jahr ab, das ginge, die Comdirect hat auch nichts dagegen, dass ich kaufe.

Ich hätte es aber gern noch etwas schärfer. 56 Prozent Rendite bis Februar 2023 wären mit dem Papier mit Kennnummer A19C90 drin. Für das Dollarpapier gibt es offenbar die nötigen Prospekte – jedenfalls könnte ich es via Comdirect in Stuttgart zu 36 Euro kaufen. Dann sind noch einige Peso-Papiere im Fonds, aber das ist mir nun wirklich zu heiß.

Es hilft nichts, ich muss breiter suchen, brauche das ganze Angebot.

Auf der Anleihen-Startseite der Börse Stuttgart springen mir gleich zwei grüne Ziffern entgegen, die darauf hinweisen, was mich erwartet: Tagesgewinner ist eine Argentinien-Anleihe mit 7,99 Prozent Plus. Der Kurs ist trotzdem nur bei 12,16 Prozent – das Papier ist eine D-Mark-Anleihe von 1997. Die sollte 2009 zurückgezahlt werden. Wurde sie aber nicht.

Zweitbestes Papier mit 5,52 Prozent Tagesgewinn ist eine Dollaranleihe der Provinz Buenos Aires von 2019, rückzahlbar in 2021, notiert bei 54 Prozent. Wenn sie zurückgezahlt wird, hätte ich insgesamt 94 Prozent Rendite eingefahren. Aber Pech gehabt – auch die gibt es erst ab 100.000 Euro. Die Stuttgarter Börse listet insgesamt 13 Anleihen von Buenos Aires auf, darunter eine gar nicht so billige von der argentinischen Hauptstadt.

Die Stadt steht mit einem Rating von B- besser da als die Provinz, die an der Zentralregierung hängt, und Argentinien selbst mit dem Fast-Pleite-Rating CCC-.

Insgesamt 70 Argentinien-Bonds listet Stuttgart auf, mit Renditen bis zu 135 Prozent. Die gibt es für einen Bond in Schweizer Franken. Wer darauf wettet, dass Argentinien im Oktober 2020 zurückzahlt, hat die Chance auf einen Hauptgewinn. Noch so ein Kamikaze-Deal. Damit mir kein attraktiveres Papier entgeht, schaue ich jetzt noch bei Felsenheimer im Fonds-Halbjahresbericht nach.

Der zeigt fast nur Swaps und CDS, nennt aber tatsächlich auch ein paar Bonds: so eine 2,2600 % Argentinien-Anleihe in Euro (XS0205537581). Mit 12 Prozent Rendite jährlich wäre ich bei einem Kaufkurs von 39 Prozent bis 2038 dabei. Oder der Argentinien-Bond XS0501195134, notiert bei 46 Prozent und bietet um die 20 Prozent Rendite bis 2033.

Anruf bei Xaia-Portfoliomanager Christofer Vogt. Was ist mit diesen Bonds? Die Antwort enttäuscht mich. Beide Bonds sind nicht mehr im Fonds: „Sie waren Teil eines Pakets aus Bonds und CDS,“ sagt Vogt. „Wir haben die Struktur in den Turbulenzen nach den Wahlen aufgelöst, mit ordentlichem Gewinn.“ Die Wette mit Buenos Aires-Bonds gegen Argentinien-CDS aber laufe weiter.

Vielleicht sollte ich mir den im Juni 2020 zur Hälfte fälligen Buenos-Aires-Bond für 60.000 doch noch mal ansehen. Ich könnte ja ein paar Freunde suchen, die sich beteiligen.

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