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Bitbond STO Das erste Wertpapier in der Blockchain

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Zusätzliche Risiken für Anleger

Die Risiken der Investition liegen auf der Hand: Anleger machen sich wie bei jeder Schuldverschreibung abhängig vom Unternehmenserfolg. Sobald keine Firmen mehr Darlehen über die Bitbond-Plattform beantragen, werden auch Anleger kaum noch variable Zinsen erhalten, bzw. auf eine Rückzahlung hoffen können. Gründer Albrecht beschwichtigt: „Bitbond gibt es seit 2013. Wir haben bewiesen, dass wir in der Lage sind, das Darlehensgeschäft zu betreiben.“  Laut letztem Jahresabschluss, der im Unternehmensregister vorliegt, machte Bitbond 2017 allerdings einen Verlust von 960.000 Euro.

Und die Tatsache, dass die Anleihe über die Blockchain platziert wird, sorgt für zusätzliche Risiken. Anleger setzen darauf, dass ihre Münzen der Stellar-Blockchain auch in den nächsten zehn Jahren einen Wert behalten. In der jungen Kryptowelt eine extrem lange Zeitspanne. Um sich davon unabhängig zu machen, müssten Anleger nach jeder Zinszahlung die Stellar Lumens in Euro tauschen.

Hinzu kommt eine weitere Eigenheit der Kryptowelt, wie ein Absatz im Wertpapierprospekt zeigt: „Bei Zinszahlungen und der Rückzahlung der Schuldverschreibung verwendet die Emittentin ein Script - computer-programmatische Beschreibung der Zahlungstransaktionen -, das die Zahlungen teilautomatisiert ausführt. Es besteht das Risiko von Programmierfehlern in dem verwendeten Script, die dieses fehlerhaft machen.“

Denn ein Nachteil digitaler Verträge in der Blockchain: Sind sie einmal programmiert, führen sie Funktionen, wie etwa die Auszahlung der Zinsen an die Anleger, zwar automatisch aus. Sie lassen sich nachträglich aber auch nicht mehr ändern. Bei einem Fehler im Programmcode, könnten Zahlungen „nicht vollständig ausgeführt werden und/oder von der Emittentin geschuldete Zahlungen verloren gehen“ so das Wertpapierprospekt weiter.

Gründer Albrecht macht aus dem Risiko seiner Anleihen kein Geheimnis: „Es sind keine Staatsanleihen“, sagt er, und ergänzt: „Natürlich investieren Anleger in Papiere aus dem High-Yield-Bereich.“ Also: spekulative Anlagen. Den variablen Zinssatz eingerechnet, schätzt Albrecht, dass Anleger eine Rendite von rund sieben Prozent pro Jahr erzielen dürften.

Zum Vergleich: Wer in zehnjährige europäische Unternehmensanleihen im High-Yield-Bereich investiert, erzielt mit aktuell rund 3,5 Prozent nur halb so viel. Muss sich aber auch nicht den Risiken der jungen Blockchain-Industrie ausliefern.

Doch wie es scheint, lockt gerade das die Bitbond-Anleger. Zum Start der Emission Mitte März war die Nachfrage so groß, dass die Server für kurze Zeit in die Knie gingen.

Das erste Wertpapier in der Blockchain ist für sie wohl mehr, als nur eine rentable Geldanlage. Sondern die Hoffnung darauf, dass die gigantischen Versprechen der Blockchain-Technologie nun endlich eingelöst werden.

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