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Bitcoin & Co im Ausverkauf Leute, das sind Kaufkurse!

Der Bitcoin verlor in der Spitze gut 30 Prozent und touchierte die Marke von 30.000 Dollar. Vor gut einem Monat kostete die wichtigste Kryptowährung noch gut 60.000 Dollar. Quelle: Pexels

Bitcoin & Co schmieren ab. Na und? Wer nicht Haus und Hof in Kryptowährungen gepackt hat, kann das ziemlich gelassen sehen – und vielleicht sogar etwas Bitcoin kaufen.

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Blutbad bei Kryptowährungen – Panikverkäufe bei Bitcoin und Co, titelt das Börsenmagazin „Der Aktionär“ auf seiner Website. So oder so ähnlich zieht es sich heute durch das gesamte Netz und morgen durch die Wirtschafts- und Finanzseiten der Tageszeitungen.

Der Ausgang war beleuchtet 

Nun, tatsächlich ging es heute ordentlich zur Sache an den Kryptobörsen. Der Bitcoin verlor in der Spitze gut 30 Prozent und touchierte die Marke von 30.000 Dollar. Vor gut einem Monat kostete die wichtigste Kryptowährung noch gut 60.000 Dollar. Eigentlich war der Ausgang da schon ziemlich hell beleuchtet. Warum? Ganz einfach. Es war keine Power mehr im Markt. Seit Februar lief der Kurs des Bitcoin im größeren Bild betrachtet eigentlich nur noch seitwärts, jeder Anlauf an die Marke von 60.000 Dollar verpuffte.

Das Kleingeld von Kleinzockern, von denen in den vergangenen Wochen zwar immer mehr gepackt wurden von der Kryptomania, reicht eben nicht aus, um einen Markt mit einer Kapitalisierung von zum damaligen Zeitpunkt knapp einer Billion Euro weiter nach oben zu schieben. Willkommen waren sie trotzdem – als Gewinnabladestation.



Womöglich haben viele von ihnen gar ihrem eigenen Guru, gemeint ist Mister Universe Elon Musk, ein paar Bitcoins abgekauft, wer weiß. Dessen plötzliche Abkehr vom Bitcoin als Zahlungsmittel für Teslas sowie nicht dementierte Spekulationen über Bitcoin-Verkäufe des Elektroautobauers hatten den Absturz eingeleitet – und vielen von Musks Jüngern offenbar eine Stange Geld gekostet. Das lässt sich an zahlreichen Reaktionen auf Musks Tweets ablesen. Gut, wer seine Anlageentscheidungen an Twitter-Nachrichten von Musk ausrichtet, hat auch nicht unbedingt das ganz große Mitleid verdient.

Für den endgültigen Bitcoin-Ausverkauf sorgten dann Meldungen aus China. Dortigen Finanzinstituten soll verboten werden, Dienstleistungen mit einem Bezug zu Kryptowährungen anzubieten. Eine große Überraschung war das nicht. Es war damit zu rechnen, dass die chinesischen Regulierungsbehörden die Daumenschrauben weiter anziehen werden. Viele der neuen Regelungen aber erweitern eigentlich nur bestehende Beschränkungen. Nur haben die Meldungen heute einen ohnehin schon geschwächten und nervösen Markt getroffen. Vor ein paar Wochen hätten vergleichbare Meldungen nur für ein kurzes Zucken gesorgt. 

Keine Panik

Viele Anleger, vor allem junge und unerfahrene, die erst in diesem Jahr auf den Kryptozug aufgesprungen sind, dürften heute entnervt abgesprungen sein. Es werden vermutlich noch einige folgen angesichts der medialen Aufmerksamkeit, die der Absturz vom Mittwoch auslöst. Sie müssen sich dann auch noch die Häme vieler Kommentatoren anhören, die es ja schon immer gewusst haben, wie böse das alles endet.

Panik ist aber immer ein schlechter Ratgeber. Wie es auf lange Sicht weitergeht mit Bitcoin & Co, entscheidet sich nicht heute, sondern wird die kommende Kurserholung zeigen. Wer heute zum Tief ausgestiegen ist, hat diese Erfahrung schon gemacht. Es war ein Fehler. Der Bitcoin liegt, gemessen am Tagestief, zur Stunde um 30 Prozent vorne. 



Anleger sollten nicht vergessen: Das große Geld will das größte Stück vom Kuchen. So war es immer und so wird es immer bleiben. Das große Geld ist aber noch nicht so weit drin in der Kryptowelt, wie es das eigentlich gerne möchte. Das große Geld hat heute gekauft, jede Wette. Mutige machen das auch. Eine Erholung sollte mindestens bis 50.000 Dollar reichen.

Mehr zum Thema: Wer bei Krypto nur an Bitcoin denkt, übersieht womöglich das Wichtigste: Der Handel mit Kryptoschlüsseln ist längst ein Millionengeschäft. Bald schon könnten virtuelle Aktien über die Blockchain gehandelt werden.

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