Bitcoin und Co. Südkorea plant Verbot des Handels von Kryptowährungen

Die Skepsis in der Politik gegenüber dem Bitcoin wächst. Quelle: Divergence/Studio X

Südkorea will den Börsenhandel mit Kryptowährungen verbieten. Ein Gesetz sei in Vorbereitung, heißt es. Auch der US-Senat will sich im Februar mit den Risiken des Bitcoins befassen. Das Vorgehen lässt die Preise stürzen.

Südkoreas Justizminister hat am Donnerstag ein Verbot des Börsenhandels von Kryptowährungen angekündigt. Ein entsprechendes Gesetz sei in Vorbereitung, sagte Park Sang Ki vor Journalisten. Es gebe große Bedenken hinsichtlich der virtuellen Währungen und daher bereite das Ministerium ein Verbot des Handels über entsprechende Börsen vor. Details zu den Planungen nannte der Minister nicht.

Betreiber von Handelsplätzen für Kryptowährungen in Südkorea berichteten von Ermittlungen und Durchsuchungen durch Polizei und Steuerbehörden. Sie hätten dies mit dem Verdacht der Steuerhinterziehung und anderer krimineller Aktivitäten begründet.

Belastete Kurse

Die strengen Regulierungsbemühungen in den Krypto-Hochburgen China und Südkorea haben die umstrittene Digitalwährung Bitcoin am Donnerstag deutlich belastet. Auch andere Digitalwährungen wie Ether, Ripple und Litecoin gerieten nach den Berichten über ein Schürf-Verbot in China und ein mögliches Handelsverbot in Südkorea unter Druck.

Auf der Handelsplattform Bitstamp kostete ein Bitcoin zuletzt rund 13.800 US-Dollar, nachdem er einige Stunden zuvor noch mit knapp 15.000 Dollar gehandelt wurde. In kürzester Zeit hatte die Kryptowährung um bis zu 11 Prozent nachgegeben, zuletzt waren es minus 4,5 Prozent. Die derzeit zweitwichtigste Kryptowährung Ether verlor in der Spitze 9 Prozent. Ripple und Litecoin sackten um bis zu 19 beziehungsweise bis zu 10 Prozent ab.

Kryptowährungen haben in Asien eine große Fangemeinde, weshalb die Kurse auf Nachrichten aus dieser Region besonders sensibel reagieren. So hat Chinas politische Führung laut einem Bericht der US-Zeitung „Wall Street Journal“ zuletzt eine Sperre für Bitcoin-Schürfer angeordnet. Diese stellen hohe Rechnerleistungen bereit, um als Entlohnung die begehrte Digital-Währung zu erhalten. Grund für diesen Schritt sei offenbar die Sorge vor einer Beeinträchtigung der Stromversorgung gewesen - das Erzeugen von Bitcoin ist extrem energieintensiv. China gilt als Heimat für große, professionelle Bitcoin-Miner.

Gleichzeitig will nun auch die südkoreanische Regierung stärker gegen Kryptowährungen vorgehen. So werde derzeit ein Gesetzesentwurf vorbereitet, der den Börsenhandel mit Bitcoin und Co. untersagt, teilte der Justizminister Park Sang-Ki mit. Bereits im Dezember hieß es, dass der Handel künftig nur noch auf bestimmten Plätzen möglich sein soll. Daraus entstandene Kapitalerträge sollen zudem besteuert werden, um die Spekulation zu begrenzen.

US-Senat befasst sich mit Kryptowährungen

Auch der US-Senat will sich Insidern zufolge im kommenden Monat mit den Risiken von Kryptowährungen wie Bitcoin befassen. Dazu will der Bankenausschuss der Kammer führende Vertreter der Regulierungsbehörden anhören, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Mittwoch. Die Befragung der Chefs der Börsenaufsicht (SEC) sowie der Derivate-Aufsicht (CFTC), Jay Clayton und Christopher Giancarlo sei für Anfang Februar angesetzt.

Der Höhenflug von Cyberdevisen - allen voran Bitcoin - haben Sorgen vor einer Blase geschürt und rufen immer mehr Politiker und Aufsichtsbehörden auf den Plan. So ist Bitcoin im Dezember auf den Rekordwert von mehr als 19.000 Dollar gestiegen. In der Folge dann aber mehr als 28 Prozent wieder gefallen. Der Handel ist bislang völlig unreguliert.

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