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Bitcoins Chinesen lassen Kryptowährung auferstehen

Der Bitcoin-Kurs hat sich seit einem Jahr fast verdoppelt. Auslöser sind Anleger in China. Die dürften sogar dafür sorgen, dass Bitcoins für deutsche Kunden als Zahlungsmittel an Bedeutung gewinnen.

Bitcoins Quelle: REUTERS

Als im Sommer die Kurse an der chinesischen Festlandbörse in Shanghai einbrachen, flüchteten Chinesen in den Bitcoin. Das Handelsvolumen der Digitalwährung explodierte auf dem chinesischen Markt wahrlich, zeigen Daten der Yuan-Umsätze von BitcoinAverage. Und zum Jahresende 2015 wiederholte sich das Spiel.

Ist der Bitcoin für die Chinesen nun das neue Gold, in das sie ihr Vermögen retten? Oder wollen sie einfach mit dem Bitcoin spekulieren, weil sie ihrem traditionellen Finanzmarkt nicht mehr trauen?

Die Gründe für die hohe Nachfrage nach Bitcoins in China sind nicht eindeutig. Klar ist aber: Die Nachfrage dort machte aus dem Bitcoin einen der Gewinner an den Finanzmärkten. Er ist zurück aus der Krise und hat wieder an Bedeutung gewonnen.

Aktuell ist ein Bitcoin knapp 400 Euro wert. Zur Erinnerung: In der Boomphase Ende 2013 stieg er auf deutlich über 800 Euro an, war danach aber lange in einem Tal bei 200 Euro gefangen.







Während China seine eigene Währung, den Renminbi, im Vergleich zu US-Dollar seit dem Sommer kräftig abwertet, flüchtet die Bevölkerung sich mit dem Bitcoin in einen digitalen Ersatz, der den Geldwert erhalten soll. Anstatt in Gold investieren sie in Bitcoins. Der Marktwert aller weltweit ausstehenden Bitcoins ist auf mittlerweile über 6,5 Milliarden Dollar angestiegen.

Das ist gut für deutsche Bitcoin-Besitzer, sie können auf einen stabileren Preis vertrauen. Je mehr Anleger in China spekulieren, desto stabiler also der Preis für deutsche Bitcoin-Anhänger, für die die digitale Währung eher als Zahlungsmittel gilt.

Und immer mehr Händler bieten den Kunden die Möglichkeit, weltweit mit der digitalen Währung zu bezahlen.

Gerade offenbarte der Finanzchef des Streaming-Portals Netflix, David Wells, Bitcoins künftig als Bezahlvariante in Betracht zu ziehen. Wells äußerte sich nach Medienberichten auf einer Konferenz in Las Vegas. „Wir müssen abwarten, wo wir mit Hinblick auf die Zahlungslösungen in zehn bis 15 Jahren stehen werden. Die meisten Länder halten derzeit noch strikt an der eigenen Geldpolitik fest. Dennoch wäre es schön, bald Bitcoin als internationales Zahlungsmittel auf globaler Ebene nutzen zu können.“

Radoslav Albrecht, Vorstandssprecher vom Bundesverband Bitcoin, sieht China gerade als wichtigen Faktor für das weltweite Vertrauen in die Digitalwährung.

Er sieht den Bitcoin dort aber nicht unbedingt als Goldersatz: „Anleger sehen den Bitcoin als Spekulationsobjekt, mit dem sie Gewinne erwirtschaften wollen. Der große Vorteil ist, dass sie dem Markt weltweit dadurch Liquidität bereitstellen.“

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