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Blackrock und Co. Das Dilemma der mächtigen Vermögensverwalter

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Interesse am Wettbewerb

Bei den großen Vermögensverwaltern sorgt die Debatte für Unruhe. In einem Brief an das Bundesfinanzministerium warnte Blackrock-Deutschlandchef Christian Staub im November vor „irreführenden Schlussfolgerungen“. Er widerspricht der These, dass institutionelle Investoren ein Interesse an vermindertem Wettbewerb hätten.

Blackrock, mit einem Anlagevolumen von 4,6 Billionen Dollar weltgrößter Vermögensverwalter, liefert folgendes Gegenargument: Geringerer Wettbewerb und höhere Preise etwa in der Computerbranche hätten niedrigere Gewinne in anderen Branchen zur Folge – also bei allen Unternehmen, die auf den Einsatz von Computern angewiesen sind und an denen ebenfalls Beteiligungen bestehen.

Da Großinvestoren nicht nur in ausgewählte Branchen investieren, ist dieses Argument volkswirtschaftlich nachvollziehbar. Zudem handle Blackrock nicht als Aktionär, sondern lege das Geld seiner Kunden treuhänderisch an.

Auch Ökonomen wie der Kölner Professor Axel Ockenfels und der in den USA forschende Martin Schmalz, die sich mit dem Thema verstärkt auseinandersetzen, wollen die Debatte nicht einseitig gegen die Vermögensverwalter führen. Es gehe darum, zwischen drei wichtigen Werten der Marktwirtschaft abzuwägen: dem Wettbewerb, dem Eigentumsrecht und der Risikostreuung.

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    Laut Ockenfels und Schmalz gehört auch der Shareholdervalue zum Fundament moderner Volkswirtschaften, also das Handeln von Unternehmen im Sinne ihrer Eigentümer. Das aber führe zu einem Dilemma: „Streuen alle Investoren ihr Geld perfekt auf alle Unternehmen und handeln diese Firmen im Interesse der Aktionäre, reduziert das den Wettbewerb“, so die Ökonomen.

    Vorsorglich warnen die Vermögensverwalter von Blackrock aber schon mal vor Regulierung: Ein Verbot von Indexfonds (die standardisiert in die Breite des Marktes investieren) und die Einschränkung von Mehrfachbeteiligungen an Unternehmen der gleichen Branche würde am Ende Privatanleger benachteiligen. Die zahlen bei der Geldanlage womöglich drauf, weil aktiv verwaltete Fonds wegen höherer Personalkosten höhere Gebühren kassieren.

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