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Börsenhändler Milliardenzocker Kerviel will nicht ins Gefängnis

Der französische Skandalbanker Jérôme Kerviel hat unweit der italienisch-französischen Grenze angekündigt, dass er sich zur Haftverbüßung nicht nach Frankreich begeben will. Erst will er über Pannen informieren.

Zwölf prominente "Verzocker"
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Der als Milliardenzocker verurteilte französische Ex-Börsenhändler Jérôme Kerviel will seine Gefängnisstrafe in Frankreich vorerst nicht antreten. Der 37-Jährige hat nach einem monatelangen Fußmarsch von Rom in Richtung Paris in der italienischen Grenzstadt Ventimiglia Halt gemacht. In Frankreich muss er für drei Jahre ins Gefängnis. Er möchte zuerst den französischen Präsidenten François Hollande über die schwerwiegenden Fehler und Pannen seines Gerichtsverfahrens informieren, sagte Kerviel am Sonntag im französischen Rundfunk.

Er wolle auch einen Zeugenschutz für Personen erreichen, die über diese Pannen reden wollten, sagte er. Kerviel hatte bis Sonntagabend Zeit bekommen, um sich bei der Polizei in Menton zu melden. Bleibt er in Italien, kann Frankreich ihn mit einen internationalen Haftbefehl suchen.

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Kerviel wurde 2010 für schuldig befunden, als Börsenhändler der französische Bank Société Générale eigenmächtig und skrupellos 4,9 Milliarden Euro verzockt zu haben. Er selbst hat immer seine Unschuld beteuert. Kerviel hat bislang nur wenige Wochen nach seiner Festnahme im Jahr 2008 hinter Gittern gesessen. Danach erreichten seine Anwälte eine Aussetzung des Haftbefehls. Sie bezeichneten den Prozess als eine große Vertuschungsaktion zum Schutz der Finanzindustrie.

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