WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Bondkönig Bill Gross "Ich habe nicht vor, mein Engagement zu drosseln"

Seite 3/5

Janus war für Gross perfekt

Wird Janus ETFs auflegen, die Ihren Fonds abbilden?

ETFs zu entwickeln und zu registrieren erfordert Zeit, aber die Absicht besteht bei Janus. Ein Grund, warum ich zu Janus ging, ist etwas anbieten zu können, das auch für Kleinanleger günstig und zugänglich ist. Ein ETF bietet das, ebenso wie der unbeschränkte Fonds. Wir wollen ein Angebotsmenü erstellen, das dem Kleinanleger ebenso schmeckt wie dem institutionellen Anleger.

Beim Pimco haben sie mit einem erstklassigen Team von Analysten und Managern gearbeitet. Wollen Sie bei Janus ein großes Team aufbauen?

Die glücklichsten und traurigsten Zocker aller Zeiten
Die erfolgreichsten Trades - Platz 5: Jesse LivermoreEr war der Crash-Prophet des 20. Jahrhunderts. Jesse Livermore hat sowohl die Börsenpanik von 1907 als auch den Schwarzen Freitag von 1929 vorhergesagt – und darauf gewettet. Die erste Krise brachte ihm damals drei Millionen Dollar ein (heutzutage umgerechnet 70 Millionen Dollar), die zweite Krise spülte sogar 100 Millionen Dollar auf sein Konto, was heutzutage sage und schreibe 1,2 Milliarden Dollar entsprechen würde. Livermore selbst war allerdings kein gelernter Börsianer. Er hat auf eigene Faust investiert und ist für viele Spekulanten bis heute ein Vorbild. Quelle: imago images
Platz 4: Andy KriegerDer Optionshandel hat Andy Krieger reich gemacht. Als Händler der Bankers Trust Company wettete Krieger 1987 gegen den Neuseeländischen Dollar. Er war der Ansicht, dass der „Kiwi“ überbewertet sei. Seine Wette ging auf und bescherte dem Geldhaus Einnahmen in Höhe von 300 Millionen Dollar. Krieger selbst erhielt dafür von der Bank einen Bonus in Höhe von drei Millionen Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 3: George SorosSeine Wetten gegen das britische Pfund haben das Ansehen der Bank of England zerstört. Star-Investor George Soros hat 1992 mit riesigen Geldsummen gegen das Pfund gewettet. Wie Krieger fünf Jahre zuvor beim Neuseeländischen Dollar war auch Soros beim Pfund davon überzeugt, dass die Währung überbewertet sei. Nach mehreren Versuchen, das Pfund zu stabilisieren, musste die Bank of England letztlich klein beigeben. Die englische Währung verlor gegenüber dem Dollar 25 Prozent, Soros verdiente etwa eine Milliarde Dollar. Quelle: dpa
Platz 2: Michael HasenstabMit der Krise Geld verdienen – Michael Hasenstab von Templeton Global Bond Fund hat 2011 gezeigt, wie das geht. Entgegen der allgemeinen Stimmung kaufte Hasenstab irische Staatsanleihen in Milliardenhöhe. Die Position machte rund acht Prozent des gesamten Portfolios des Templeton Global Bond Fund aus. Mit der irischen Zustimmung zu den Troika-Bedingungen machte sich das Investment bezahlt. Denn nur so konnte die Pleite von Irland abgewehrt werden. Hasenstab erzielte mit dieser Anlagestrategie einen Gewinn von rund 2,5 Milliarden Dollar. Quelle: dapd
Platz 1: John PaulsonDie Subprime-Krise hat die Weltwirtschaft bedrohlich ins Wanken gebracht. Banken gingen pleite, Menschen mussten ihre Häuser aufgeben – nur einer hatte während der Krise gut lachen. John Paulson. Der Amerikaner wettete als einer der ersten gegen den Hypothekenmarkt, was ihm letztlich einen unbeschreiblichen Gewinn von 15 Milliarden Dollar bescherte. 2007 verdiente Paulson umgerechnet zehn Millionen Dollar pro Tag. Das war in etwa genauso viel wie J.K. Rowling, Oprah Winfrey und Tiger Woods verdient haben – zusammen. Quelle: REUTERS
Die schlechtesten Trades - Platz 5: Nick LeesonWegen ihm ist die Barings Bank, die bis dahin älteste Investmentbank Englands, pleitegegangen. Nick Leeson hat 1995 mit Call-Optionen auf den Nikkei sage und schreibe 1,4 Milliarden Dollar verbrannt. Zum Verhängnis wurde ihm ein Erdbeben in Kobe, das den Kurs des Nikkei fallen ließ. Um die Verluste wieder wettzumachen, setzte Leeson im Anschluss auf eine schnelle Erholung des japanischen Leitindex, die allerdings nicht eintrat. Nach einer Flucht über Brunei, Bangkok und Abu Dhabi wurde Leeson in Frankfurt am Main festgenommen und nach Singapur ausgeliefert, wo er seine Geschäfte tätigte. Dort wurde er wegen Urkundenfälschung und Betrug zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Quelle: REUTERS
Platz 4: John MeriwetherEine wagemutige Wette auf russische Staatsanleihen hat das Long Term Capital Management an den Rand der Pleite gebracht. Zu verantworten hatte diese Wette der Manager und Mitgründer des Fonds John Meriwether. Mit einem Hebel von 100 (!) pumpte er Geld in die Anleihen des postsowjetischen Staates. Zwischenzeitlich beliefen sich die Verluste des Fonds auf 4,8 Milliarden Dollar. Danach schritt die Fed ein, da befürchtet wurde, dass das internationale Finanzsystem zusammenbrechen könne. Am Ende betrug das Minus rund 1,9 Milliarden Dollar. Quelle: Handelsblatt Online

Es gibt dort bereits ein Team. Das ist ein weiterer Grund, warum Janus für mich perfekt war. Außerdem stehe ich mit Janus-Chef Dick Weil beruflich seit 20 Jahren in Verbindung. Er hat 15 Jahre für Pimco als Leiter des Tagesgeschäfts gearbeitet. Seine Frau war einige Jahre meine Chefassistentin. Ich war am 26. September erstmals in Denver und habe Janus besucht. Das Unternehmen hat ein gut aufgestelltes Team im Kredit-Research und Bond-Management, das wirklich gute Ergebnisse aufweist. Sie haben den Total Return in den vergangenen Jahren sogar übertroffen.

Werden Sie in einem Büro in Newport Beach nicht einsam sein?

Es gibt bereits eine Handvoll Leute in dem Büro. Ich plane einen Mitarbeiter fürs Portfoliomanagement und einen Händler, und ich brauche eine ständige Videoverbindung mit dem Team in Denver. Ein weiteres Plus ist, dass ich wieder mit Myron Scholes, dem Chefanlagestrategen von Janus, zusammenarbeiten werde. Es war Myron, der uns Anfang der Achtzigerjahre auf die Idee gebracht hat, mit Finanz-Futures zu arbeiten. Er war damals im Verwaltungsrat von Pimco. Ich werde zusammen mit Myron Teil des Teams sein, das sich um die globale Vermögensallokation kümmert. Also nein, ich werde hier in Newport Beach nicht isoliert dasitzen.

Werden Sie bei Janus die eine oder andere Managementfunktion übernehmen, neben dem Fondsmanagement und der Beratung in Sachen globale Vermögensallokation?

Ich glaube nicht, dass ich bei den Weichenstellungen im Unternehmen eine Rolle spielen werde. Davon hatte ich bei Pimco genug. Die Mitarbeiterführung und Geschäftsplanung liegen ganz in den Händen von Dick und seinem Team. Ich habe mich immer für die Anlageseite interessiert; der übrige Kram – Einstellung, Bezahlung, Planung und so weiter – wurde für mich zum Problem. Ich bin hocherfreut, dass ich mit diesen Dingen nichts mehr zu tun habe.

Kommen wir zu den Märkten: Die Börsen sind unter Druck geraten. Der Dow Jones ist von seinem Rekordhoch im vergangenen Monat gefallen. Ist das der Beginn eines viel stärkeren Abverkaufs?

Es ist eine wohlverdiente Pause. Die Aktien sind fünf Jahre hindurch gestiegen. In den USA hängt nun viel davon ab, ob die Wirtschaft drei, zwei oder ein Prozent wächst. Eine Wachstumsrate von drei Prozent ist fraglich, speziell wenn der Rest der Welt nicht wächst oder sogar schrumpft. Ich rechne mit einer Wachstumsrate von zwei Prozent. Die US-Wirtschaft funktioniert zwar ziemlich unabhängig, aber eine Insel ist sie nicht. Sie steht in Verbindung mit Regionen, die zu kämpfen haben, wie etwa China und Europa.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%