BSI Vermögensverwalter steckt tief in Geldwäscheskandal

Der Vermögensverwalter BSI ist tief in einen Skandal um Geldwäsche verstrickt: Die Zulassung in Singapur wurde entzogen, in der Schweiz wird ein Strafverfahren angestrengt. Das hat auch personelle Konsequenzen.

BSI wurde die Lizenz in Singapur entzogen Quelle: AP

In einem der größten Schweizer Geldwäschefälle fahren die Behörden schwere Geschütze gegen den Vermögensverwalter BSI auf. In Singapur entzogen die Behörden BSI die Zulassung und ordneten an, dass das Institut in dem Stadtstaat geschlossen wird. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) zieht 95 Millionen Franken von BSI ein, wie sie am Dienstag mitteilte.

Der Schweizer Vermögensverwalter habe in Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal rund um den malaysischen Staatsfonds 1MDB schwer gegen Geldwäschebestimmungen verstoßen. BSI-Chef Stefano Coduri und andere Top-Manager müssen ihren Hut nehmen.

Der Wettbewerber EFG International will die im Februar angekündigte Übernahme von BSI dennoch abschließen. Allerdings sinkt der ursprünglich auf rund 1,3 Milliarden Franken festgesetzte Kaufpreis. BSI zufolge haben die Behörden in Singapur grünes Licht gegeben für die Übertragung der Vermögen in Singapur an EFG. Asien ist einer der wichtigsten Märkte für BSI. BSI-Chef Coduri tritt zurück und wird durch Roberto Isolani ersetzt. Zudem wechsle das Institut den Risiko-Chef und den Chefjuristen aus.

BSI habe in Zusammenhang mit 1MDB über mehrere Jahre zahlreiche große Transaktionen mit undurchsichtigen Zwecken ausgeführt, erklärte die Finma. Obwohl die Behörde bereits Ende 2013 deutlich auf die Risiken dieser Kundenbeziehungen hingewiesen hatte, sprachen sich der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung wiederholt für die Weiterführung dieser lukrativen Kundenbeziehungen aus, ohne dass die zahlreichen und deutlichen Hinweise auf Probleme angemessen abgeklärt worden seien.

Die Affäre um den Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) ist politisch hochbrisant. Denn der Aufsichtsrat von 1MDB wird von Malaysias Ministerpräsident Najib Razak geleitet. Najib war vom heimischen Generalstaatsanwalt von Korruptionsvorwürfen freigesprochen worden. Eine Überweisung auf Najibs persönliches Konto in Höhe von 681 Millionen Dollar wurde als privates Geschenk der saudi-arabischen Königsfamilie gewertet. Schweizer Ermittler vermuten früheren Angaben zufolge, dass bei dem Fonds 1MDB Gelder von bis zu vier Milliarden Dollar veruntreut wurden.

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