Bundesbank holt Gold zurück Der deutsche Goldschatz in Frankfurt wächst

Die Bundesbank holt immer mehr Goldbestände aus dem Ausland in die eigenen Tresore zurück. Inzwischen liegen mehr als 1400 Tonnen der deutschen Goldreserve in Frankfurt. Die Bundesbank sieht sich im Zeitplan.

Die undatierte Aufnahme zeigt Goldbarren der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main Quelle: dpa

Bereits seit 2013 ist die Bundesbank damit beschäftigt, Teile ihrer Goldreserven aus dem Ausland zurück nach Deutschland zu holen. "Wir sind gut im Zeitplan", sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann nun den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht.

"Seitdem wir das neue Lagerstättenkonzept beschlossen haben, wurden 366 Tonnen Gold im Wert von rund 11,5 Milliarden Euro nach Frankfurt transportiert", erläuterte er. "Damit liegen hier nun etwas mehr als 1400 Tonnen oder 41,5 Prozent unserer Goldbestände - mehr als in jeder anderen Lagerstätte der Bundesbank." Im Oktober hatte sie den Anteil noch auf 35 Prozent beziffert.

Ende 2020 soll die Hälfte des Goldes in Frankfurt lagern. Der Rest befindet sich den Plänen zufolge dann in New York und London. Die Lagerstätte bei der französischen Notenbank in Paris wird komplett aufgelöst, da durch den gemeinsamen Euro-Währungsraum dieses Goldlager seinen Sinn verloren hat.

Die Länder mit den größten Goldreserven
Platz 10: Indien Quelle: REUTERS
Platz 9: Die Niederlande Quelle: REUTERS
Platz 8: Japan Quelle: REUTERS
Platz 6: Schweiz Quelle: AP
Platz 7: Russland Quelle: dpa-tmn
Platz 5: China Quelle: dapd
Platz 4: Frankreich Quelle: dapd
Platz 3: Italien Quelle: REUTERS
Platz 2: DeutschlandOffizielle Goldreserven: 3.381 Tonnen Stand: Februar 2016 Quelle: dpa
Platz 1: USA Quelle: REUTERS
Neben den Staaten hält auch der Internationale Währungsfonds (IWF) Goldreserven in Höhe von 2.814 Tonnen. Damit würde der IWF an dritter Stelle kommen, nach Deutschland und vor Italien. Stand: Februar 2016 Quelle: REUTERS

Denn Goldreserven sind zugleich auch Währungsreserven, erläutert Weidmann. Im Notfall - zum Beispiel im Falle einer Währungskrise durch Hyperinflation oder eine Staatspleite - muss das Gold möglichst schnell an den Handelsplätzen London und New York in britische Pfund oder amerikanische Dollar umgetauscht werden. "Dort sind sie im Übrigen genauso sicher wie in Deutschland", sagt der Bundesbankpräsident.

Die Goldreserven der Bundesrepublik Deutschland sind nach den Angaben der Lobbyistenvereinigung World Gold Council mit 3381 Tonnen des Edelmetalls (Stand: Ende Januar 2016) nach den USA die Zweithöchsten eines Staates weltweit.

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Der deutsche Goldschatz wurde sukzessive ab 1951 aufgebaut, als in den Wirtschaftswunderjahren Deutschland begann, zunehmende Leistungsbilanzüberschüsse zu erwirtschaften.

Die deutschen Goldreserven sind schon seit Jahres bis auf kleine Schwankungen nahezu unverändert. Zuletzt waren vor allem China und Russland dadurch aufgefallen, dass sie ihre Goldreserven massiv aufgestockt haben. Im Vergleich der Staaten mit den höchsten Goldreserven liegt China derzeit auf Platz fünf und Russland auf Platz sechs. Mit mehr als 8000 Tonnen purem Gold mit weitem Abstand den größten Goldschatz.

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