Canada Gold Trust Geplatzte Goldträume

Eine Rendite von 14 Prozent versprachen die geschlossenen Fonds von Canada Gold Trust aus kanadischen Goldminen. Was anfangs klappte, holt Anleger nun ein. Sie sollen einen Teil ihrer Gewinne zurückgeben.

Goldbarren Quelle: REUTERS

Gold gilt vielen Anlegern als sichere Geldanlage, die Schutz vor Wertverlust in Krisenzeiten bietet, weil das knappe Edelmetall weltweit begehrt ist. So gelang es seit 2011 den geschlossenen Fonds mit Namen Canada Gold Trust rund 47 Millionen Euro bei Anlegern einzusammeln, die in die Ausbeutung kanadischer Goldminen investieren wollten - genauer in die Mary Creek Gold Mines, für die die Betreibergesellschaft Henning Gold Mines die Schürfrechte besitzt.

Der Clou: Angeblich zahlte die Betreibergesellschaft auf das Geld der Investoren 27 Prozent Zinsen. Davon sollten die 14 Prozent Rendite für die Anleger gezahlt werden.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Was 2012 und 2013 den Anlegern tatsächlich noch die versprochenen Ausschüttungen bescherte, wird anscheinend zum Albtraum: 30 Prozent ihrer bislang erhaltenen Ausschüttungen sollen die Investoren nach einem Bericht von fondstelegramm.de wieder zurückzahlen. Zwischen 2011 und 2014 haben die Anleger demnach acht Millionen Euro erhalten. Laut "Handelsblatt" lagen die Rückzahlungsforderungen kurz vor den Osterfeiertagen in den Briefkästen der rund 2000 Investoren.

Offenbar sieht die Fondssatzung vor, dass von Anlegern die Rückzahlung ausgeschütteter Beträge gefordert werden kann, wenn die Gesellschaft in Zahlungsnot gerät. Derlei Klauseln sind bei vielen geschlossenen Fonds zu finden. Weitere Rückzahlungsforderungen wollte die Fondsverwaltung gegenüber dem "Handelsblatt" nicht ausschließen. Wie es genau um Liquidität und Schulden der Fondsgesellschaften bestellt ist, liegt für die Anleger weiter im Dunkeln.

Kann die Sanierung gelingen?

Ob die Fonds-Treuhandgesellschaft Xolaris, die die Canada-Gold-Trust-Fonds verwaltet, tatsächlich Ausschüttungen zurückverlangen kann, ist zumindest unter Anlegeranwälten umstritten. Sie raten von einer Rückzahlung ab. Der neue Xolaris-Geschäftsführer Ralf Döring blieb nämlich konkrete Angaben zur geplanten Verwendung des geforderten Geldes bisher schuldig.

Die Aktien von Henning Gold Mines dürfen zudem in Kanada nicht mehr gehandelt werden, weil die Schürfgesellschaft ihren Berichtspflichten nicht nachgekommen ist. Trotz der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft fließen daher kaum Informationen an die Anleger. Ob die Sanierung der Fonds überhaupt gelingen kann, bleibt damit völlig unabsehbar.

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Noch schlimmer dürfte für Anleger der Verdacht sein, dass ihre Gelder zum Großteil nie in die Goldminen investiert wurden, sondern versickert sein könnten. Manager von Henning Gold Mines werfen sich gegenseitig vor, bis zu 20 Millionen Euro aus der Investorenkasse entwendet zu haben. Davon haben die Fondsanleger von Treuhänder Döring bereits auf einem Krisentreffen im Februar in Stuttgart erfahren. Fest steht ebenfalls, dass im Jahr 2014 statt der geplanten 32.000 lediglich 1014 Unzen Gold gefördert wurden. Hinzu kommt eine Interessenverquickung von Gesellschaftern und Geschäftsführung. Dass Henning Gold Mines die hohen Zinsen auf das geliehene Geld künftig wieder zahlen kann, ist daher zumindest zweifelhaft.

Für Anleger, die eine Klage erwägen, wird nun die Zeit knapp. Die Verjährungsfrist für den größten der vier Fonds, den Canada Gold Trust II, endet bereits Ende Mai 2015. Für den Gold Trust I sind die Prospekthaftungsansprüche bereits im September 2014 abgelaufen.

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