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Crowdinvesting Gemeinsam investieren für mehr Rendite

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Fünf Prozent Überrendite möglich

Nikolas Bürkler von der Hochschule Luzern hat im Juli gemeinsam mit dem Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom in einer Studie die Performance von Crowd-Modellen untersucht und mit großen Aktienindizes verglichen. Sein Ergebnis: Investitionsentscheidungen der Masse können funktionieren.

Dazu müssen aber einige Voraussetzungen erfüllt sein: Schwarmintelligenz zeichne sich dadurch aus, dass sie auf unabhängige, dezentrale Entscheidungen baut, die von Anlegern mit unterschiedlichen Ansichten und unterschiedlichem Wissenstand ausgesprochen werden.

Wenn diese Bedingungen nicht gegeben seien, verliere das Kollektiv die Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen, schreibt Bürkler.

Vergleich der Crowdinvest-Plattformen

Er verglich in seiner Studie die beiden Plattformen Crowdinvest.ch und Intelligent Recommendations. Beide bauen auf die Anlageentscheidungen der Nutzer. Crowdinvest stellt ein Portfolio von 30 Werten für den Schweizer Aktienmarkt zusammen. Anders als Intelligent Recommendations hat Crowdinvest aber noch keinen Fonds aufgelegt. Der soll nach Abschluss der Testphase des Empfehlungssystems aufgelegt werden.

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    Und dieser Fonds könnte sich lohnen. In der Studie schnitten die Empfehlungen der Crowdinvest-Nutzer etwas besser ab, als der Schweizer Vergleichsindex Swiss Leader Index. Ab Oktober 2013 erzielte die Crowdinvest-Masse rund 13 Prozent Zuwachs, während der Vergleichsindex bei elf Prozent Plus lag. Statistisch signifikant seien die Ergebnisse aber aufgrund mangelnder Vergleichsdaten aber noch nicht. Allerdings beobachtete Bürkler, dass Crowdinvest sowohl in fallenden als auch in steigenden Marktphasen leicht im Vorteil lag.

    Auch für die Empfehlungen der Nutzer von Corvin Schmollers Musterdepot Intelligent Recommendations zeigen sich leichte Renditevorteile gegenüber dem Vergleichsindex. Da das System auf Aktien weltweit ausgelegt ist, nahm Bürkler für die Analyse den MSCI World Index, der die Entwicklung von weltweit rund 1600 Aktien abbildet.

    Seit Auflage des Global Growth Fund im Oktober 2013, der anhand der Nutzerempfehlungen investiert, war das Crowdportfolio gegenüber dem MSCI World zunächst bis Anfang 2015 leicht unterlegen. Seitdem konnte die Masse den Index aber schlagen und lag im März mit circa 18 Prozent im Plus, während der MSCI World seit Oktober 2013 nur 11 Prozent zulegen konnte. Anhand der Tagesrenditen des Crowdfonds ließe sich sogar eine Überrendite von fünf Prozent pro Jahr gegenüber dem MSCI World hochrechnen, schreibt Forscher Bürkler.

    Herdenverhalten drückt Rendite, Unabhängigkeit erhöht sie

    Für den Mitmachfonds konnte er solche positiven Ergebnisse allerdings nicht nachweisen. Im Vergleich zum MSCI World Index lag dieser bei seiner Performance seit 2010 etwa 25 Prozentpunkte hinter den 160 Prozent Plus des MSCI World. Dieser Crowd-Fonds neige zu einem Herdenverhalten seiner Netzwerk-Nutzer, resümiert Bürkler.

    Auch der Economist analysierte schon 2011 für einen Artikel, wie erfolgreich Anlageentscheidungen der Masse sind. Die Autoren verfolgten allerdings einen klassischen Ansatz, und ließen von Fondsexperten bei Morningstar auswerten, in welche Fonds Anleger ihr Geld steckten – lediglich in solche Fonds, die über das vorausgegangene Jahr schon gut abgeschnitten hatten? Ja, war die Antwort der Analyse. Anleger folgten dem Trend und erzielten damit in 60 Prozent der Fälle weniger Rendite mit diesen Fonds als in den Vorjahren. Sie konnten einen Herdentrieb erkennen, den auch Bürkler beim Mitmachfonds erkannte - und der in beiden Fällen die Rendite drückte.

    Geldanlage



    Die Gefahr besteht also, dass auch Nutzer auf den Plattformen im Internet lediglich die Unternehmen empfehlen, die schon einen erheblichen Kursgewinn erzielen konnten. Aber, so die Autoren beim Economist: „Die Weisheit der Masse nützt vor allem in solchen Fällen etwas, wenn die Empfehlungen unabhängig ausgesprochen werden können, ohne dadurch beeinflusst zu werden, was andere denken.“

    Das könnte für Crowd-Fonds sprechen, solange die Investoren dort wirklich ihrem Bauchgefühl folgen und sich nicht von Analysen leiten lassen oder auf bisherige Kursgewinne schauen. Dann könnten sie mit ihren Fonds vor Kosten auch bessere Ergebnisse erzielen als mit reinen Indexfonds. Das gesamte Vermögen über die Portale zu verwalten scheint aber in keinem Fall ratsam.

    Ausschlaggebend für eine Investition in einen Crowd-Fonds dürfte viel mehr sein, dass Anleger das Gefühl bekommen, unmittelbar an der Investitionsstrategie teilzuhaben und so ihren eigenen Fonds zu managen.

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