Cyberkriminalität Der mühsame Kampf gegen Kreditkartenbetrüger

Das FBI hat einen internationalen Ring von Kreditkartenhackern hochgehen lassen. Auch ein Deutscher ist unter den 24 Festgenommenen. Die Karteninhaber haben nochmal Glück gehabt - vorerst.

Kreditkarten Quelle: dapd

Der US-Bundespolizei FBI ist nach eigenen Angaben der bisher wohl größte Schlag gegen Kreditkartenbetrüger gelungen. Bei einer Aktion in 13 Ländern, darunter auch in Deutschland, seien 24 Verdächtige festgenommen worden, teilte die US-Bundespolizei am Dienstagabend in New York mit. Mit den Daten von 411.000 Karten wollten die Inhaftierten offenbar die Konten ihrer rechtmäßigen Besitzer abräumen.

Durch die konzertierte Aktion in den USA, Großbritannien, Deutschland, Bosnien, Bulgarien und Norwegen konnte laut Bekanntmachung ein Schaden von maximal 205 Millionen Dollar (164 Millionen Euro) verhindert werden. Die Operation mit mehr als 30 Durchsuchungen sei das Ergebnis einer zweijährigen Ermittlung unter FBI-Führung. In Deutschland arbeiteten die US-Ermittler mit dem Bundeskriminalamt (BKA) zusammen. Unter den Festgenommenen war aber nur ein Deutscher.

Kreditkartenbesitzer, die befürchten, sie könnten Opfer des kriminellen Netzwerks sein, müssen keinen Schaden fürchten. Nach Auskunft des Kreditkartenanbieters Visa würden bei derlei Polizeiaktionen umgehend die Banken über die betroffenen Kreditkarten informiert und die Karten sofort gesperrt. In wenigen Tagen würden die Banken dann ihren Kunden neue Kreditkarten zur Verfügung stellen.

Wie Kreditkartenarten funktionieren

Kreditkartenrechnungen regelmäßig prüfen

Für den Fall, dass der Kunde bereits um sein Geld gebracht wurde, übernimmt die Bank den Schaden. Voraussetzung ist allerdings, dass die falschen Kreditkartenabrechnungen innerhalb von vier Wochen entdeckt und gemeldet werden. Kreditkarteninhaber sollten daher generell spätestens alle vier Wochen ihre Kartenabrechnungen auf falsche, nicht von ihnen autorisierte Abbuchungen hin überprüfen und sich gegebenenfalls umgehend mit dem Schaden bei ihrer Bank melden.

Erschütternd, wenn auch nicht ganz überraschend, ist die Tatsache, dass die in den USA Festgenommenen erst um die 20 Jahre alt sind. Sogar zwei Minderjährige gerieten ins Visier der Fahnder. Alle hatten mit gestohlenen Kreditkarten oder aus dem Netz gefischten Kartendaten Konten abräumen wollen. Dazu hatten die sogenannten "Carder" untereinander gestohlene Daten von Konten und Kreditkarten im Internet regelrecht gehandelt.

Die Erkenntnis aus der groß angelegten Aktion der Behörden lässt nichts Gutes erahnen. Die überwiegend noch sehr jungen Cyberkriminellen, die sich auf Kreditkartenbetrug spezialisiert haben, organisieren sich selbst im Internet und agieren international. Sie bedienen sich dabei Internetforen, um Abnehmer für die geklauten oder gehackten Kreditkartendaten suchen. Das FBI machte sich diese Vorgehensweise bei den Ermittlungen zunutze und startete selbst ein solches Forum im Netz. Der Köder funktionierte, die Inhaftierten gingen den Ermittlern auf den Leim. Im Mai wurde die Website geschlossen, jetzt erfolgte der Zugriff.

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