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Balkanisierung der Euro-Zone

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Das Geld fließt in minderwertige Anlagen

Die EZB und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems akzeptieren europäische Staatsanleihen, die private Anleger längst als Ramsch eingestuft haben. Quelle: dpa

Faktisch sind die Zentralbanken natürlich heute schon bankrott. In den USA und in Europa fließt das frisch gedruckte Geld in minderwertige Anlagen. Diese dienen die Banken ihren Zentralbanken dann als Sicherheit an für noch mehr Kredit. So akzeptiert die EZB und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems nach wie vor alle europäischen Staatsanleihen, obwohl die Bonität einzelner Euro-Staaten von privaten Anlegern längst als Ramsch eingestuft wird. In der Bilanz der EZB liegt der Anteil der Anlagen, die nicht mit der Top-Bonität „AAA“ eingestuft werden, inzwischen beim 33-fachen des Eigenkapitals. Das dürfte EZB-Präsident Mario Draghi aber vermutlich noch als moderaten Hebel bezeichnen. Schließlich war der Italiener einst Mitarbeiter bei der weltweit erfolgreichsten Hebelwerkstatt Goldman Sachs.

In einigen Euroländern gehen den Banken nun trotzdem die Sicherheiten aus, die sie bei ihrer Notenbank noch beleihen können. Aus diesem Grund kassierte der EZB-Rat jetzt mit einem Federstrich die einheitlichen Sicherheitsanforderungen, die bisher für alle 17 nationalen Zentralbanken im Eurosystem galten. Welche Forderung als sicher eingestuft wird oder nicht, liegt also jetzt ganz allein im Ermessen der jeweiligen nationalen Zentralbank. An sie hat die EZB die Notenpresse weitergereicht. Theoretisch käme jetzt auch Klopapier als Refinanzierungsinstrument in Frage. Der Währungsraum verabschiedet sich damit von einer einheitlichen Geldpolitik, die Balkanisierung der Euro-Zone hat begonnen.

Auch dieser Prozess wird angeführt von Griechenland. Seit 2010 hat sich die Bilanzsumme der griechischen Notenbank nahezu verdoppelt. Sie entspricht inzwischen 70 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes – ein Spitzenwert im internationalen Vergleich.

Während die Notenbanken der Krisenländer wachsende und immer riskantere Forderungen gegenüber ihren heimischen Banken aufbauen, türmen sich im Gegenzug bei anderen Notenbanken im Euroraum, vor allem bei der Deutschen Bundesbank, über das Target-2-Zahlungssystem gewaltige Forderungen gegen die Notenbanken aus dem Club Med auf. Bei einer Insolvenz einer oder mehrerer dieser Notenbanken fielen die Verluste auf das Euro-System zurück und wären vor allem vom deutschen Steuerzahler zu tragen. „Wenn die Menschen wüssten, wie unser Geldsystem funktioniert, dann hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh", sagte einst Henry Ford

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