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Der Minen-Philosoph "Minenaktien mit 60 Prozent Potenzial"

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Verstaatlichungen

 

Kapstadt: In Südafrika und Lateinamerika sind staatliche Minen nicht selten. Quelle: dpa

Die Energiepreise sind ein wichtiger Kostenfaktor für Minen. Mit Blick auf den starken Ölpreis könnten die Kosten zukünftig schneller steigen als der Goldpreis.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Schwellenländer weiter wachsen, dann wird der Ölpreis vermutlich oben bleiben oder weiter steigen – und mit ihm die Kosten der Minen. Aber höhere Energiepreise üben einen Preisdruck auf die gesamte Realwirtschaft aus. Schwer vorstellbar, dass in einem solchen Umfeld ausgerechnet Gold besonders stark verliert. Im Gegenteil. Der Goldpreis wird auf mittlere bis lange Sicht weiter steigen.

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    Trennt sich bei Goldaktien die Spreu von Weizen? Schauen Anleger genauer hin mit Blick auf politische Risiken in Ländern, wo gefördert wird? Verstaatlichungstendenzen, höhere Abgabenbelastungen und Arbeitskämpfe nehmen stark zu.

    Diese Risiken sind so neu ja nicht. Verstaatlichungsbestrebungen gibt es schon seit Jahren, etwa in Venezuela und anderen südamerikanischen Ländern. Wir schließen gewisse Regionen bei unserer Titelauswahl kategorisch aus.

    Welche?

    Venezuela, Russland und auch Südafrika.

    Sie arbeiten in Johannesburg. Warum meiden Sie die heimischen Förderer?

    Es gibt insgesamt wenig Auswahl bei unterbewerteten Titeln, zudem müssen die Minen am Kap das Gold aus immer größeren Tiefen fördern. Das ist sehr teuer.

    Entsprechend hoch ist der Gewinnhebel der Minen, wenn der Goldpreis stark steigt.

    Nur, wenn sie die Kosten in den Griff bekämen. Aber das schaffen die Minen nicht. Das liegt vor allem am Staatsmonopol bei Elektrizität. Obwohl seit Jahren Engpässe in der Stromversorgung abzusehen waren, hat es der Versorger Eskom nicht geschafft, Kapazitäten auszubauen. Jetzt steigen die Strompreise um bis zu 30 Prozent pro Jahr. Versäumt hat man es bei Eskom dagegen nicht, sich große Boni auszahlen zu lassen. Mit Blick auf Investitionen ist Südafrika auf dem Weg zu einer Bananenrepublik.

    Bewegt sich das Land in Richtung Simbabwe?

    Soweit würde ich nicht gehen, aber das Resultat ist dasselbe: Sie können da kein Geld hinbringen.

    Welche Goldaktien sind interessanter, die Titel der großen Produzenten oder jene der kleinen?

    Wir konzentrieren uns auf kleinere und mittelgroße Minen. Die Großen müssen ständig die geförderten Unzen durch neue Reserven ersetzen, also Unternehmen zukaufen oder neue Vorkommen aufspüren. Kleinere und mittlere Unternehmen in der Entwicklungs- und Wachstumsphase haben diesen Druck nicht, sie bieten mehr Katalysatoren. Außerdem kann ich bei ihnen Risiken genau definieren. Bei nur zwei oder drei Goldvorkommen kann ich rasch sagen: Mag ich, mag ich nicht.

    Aber wenn bei einem Unternehmen, das nur eine Mine hat, die Grube voll läuft mit Wasser, dann ist Schicht im Schacht. Ein großer Goldkonzern mit vielen Minen kann das abfedern?

    Wassereinbrüche sind selten...

    ...aber sie kommen vor. Der kanadische Goldkonzern Agnico-Eagle muss deshalb eine seiner sechs Minen abschreiben.

    Bei rund 40 kleinen und mittelgroßen Minenwerten, die wir im Fonds haben, streuen auch wir dieses Risiko.

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