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Deutsche Bank Gemeinsam zahlen

Der seit September amtierende Chef des Asset&Wealth Managements der Deutschen Bank, Michele Faissola, muss sich mit Problemen der Fondstochter DWS in Polen herumschlagen, die er von seinem Vorgänger geerbt hat.

Die Fondstochter der Deutschen Bank, DWS Investments, hat wegen des Vorwurfs der Kurskosmetik zum Nachteil von Anlegern Ärger mit der polnischen Finanzmarktaufsicht KNF (Komisja Nadzoru Finansowego). Quelle: dapd

Der seit September amtierende Chef des Asset&Wealth Managements der Deutschen Bank, Michele Faissola, muss sich mit Problemen der Fondstochter DWS in Polen herumschlagen, die er von seinem Vorgänger geerbt hat. Die Fondsgesellschaft hat wegen des Vorwurfs der Kurskosmetik zum Nachteil von Anlegern Ärger mit der polnischen Finanzmarktaufsicht KNF (Komisja Nadzoru Finansowego). Vor zehn Jahren war die DWS wegen ähnlicher Vorwürfe bereits mit der Luxemburger Fondsaufsicht aneinandergeraten. Derivatespezialist Faissola dürfte als Investmentbanking-Wegbegleiter des Co-Vorstandschefs Anshu Jain einen guten Einblick in die Geschäfte haben, aufgrund derer die DWS zu einem Bußgeld von umgerechnet 192.000 Euro verdonnert wurde und die Deutsche Bank als Depotbank rund 84.000 Euro zahlen soll. Es sind mit die höchsten Bußgelder, die die KNF je verhängt hat. Und dahinter stehen schwerwiegende Vorwürfe. Als Kapitalanlagegesellschaft ist die DWS als Treuhänder für das Vermögen ihrer Kunden zuständig und muss als solcher ausschließlich in deren Interesse und unabhängig handeln.

Diese Fondsmanager schaffen Traumrenditen
Platz 20: Moritz Schildt und Claus TumbrägelBeide managen einen Euro-Rentenfonds, den NORDIX RENTEN PLUS (DE000A0YAEJ1). Performance 2012: 23,60 Prozent Fünfjahres-Performance: nicht verfügbar Outperformance unter Euro-Rentenfonds: 15,35 Prozentpunkte Einschätzung des Managements: „In 2012 ist unsere Strategie aufgegangen: Wir waren davon überzeugt, dass die Kursabschläge auf Nachranganleihen großer Banken übertrieben sind – die Vorboten einer Überwindung der Euro-Krise, die systemische Relevanz des Bankensektors und schließlich auch der Anlagedruck großer Investoren haben sehr erfreuliche Kursgewinne ermöglicht. Auch in 2013 werden wir unseren Kurs als „Bondpicker“ beibehalten und unterbewertete Anleihen suchen: Wir sehen unverändert Chancen bei Nachranganleihen aus dem Finanzsektor und finden immer wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten bei Emissionen, die kleinere Volumina haben oder zum Beispiel wegen eines Kündigungsrechtes oder eines strukturierten Kupons von anderen Fonds vernachlässigt werden. Um auf dem aktuellen Zinsniveau noch eine Überrendite erzielen zu können, muss man bereit sein, sich auch mit Spezialitäten unter den Anleihen zu beschäftigen und auch einmal den Prospekt genau lesen. Die 2012er Performance von mehr als 20 Prozent werden wir im aktuellen Marktumfeld schwerlich wiederholen können – Das Renditeziel bleibt aber bei 7% und wir werden dieses Ziel auch in 2013 mit Direktinvestments in interessante Euro-Anleihen verfolgen - ohne Einsatz von Leverage, ohne Fremdwährungswetten, ohne Hedging und ohne Beimischung von Schwellenländerrisiken.“            Datenquelle für die Performance: Feri EuroRating Services AG, eigene Berechnungen
Platz 19: Edwin LugoDer Profi von Franklin Templeton managt den Franklin Global Small-Mid Cap Growth A (acc) USD (LU0144644332). Performance 2012: 23,67 Prozent Fünfjahres-Performance: 6,30 Prozent pro Jahr Outperformance in der Kategorie Aktien Welt Mid/Small Caps: 9,35 Prozentpunkte Outperformance über fünf Jahre: 7,60 Prozentpunkte Anlageziel dieses Fonds ist das Kapitalwachstum. Der Fonds investiert vornehmlich in Wachstumswerte mit geringer und mittlerer Marktkapitalisierung von Unternehmen mit Sitz in den Industrieländern auf der ganzen Welt. Fondsvolumen: 104 Millionen US-Dollar. Auflegungsdatum: 15.04.2002
Platz 18: Jean-Jacques DurandManager des Edmond de Rothschild Emerging Bonds C (FR0007021050). Performance 2012: 23,80 Prozent Fünfjahres-Performance: 8,56 Prozent pro Jahr Outperformance in der Renten Emerging Markets: 8,35 Prozentpunkte Underperformance über fünf Jahre: -0,82 Prozentpunkte Klassifizierung: „Rentenpapiere und andere internationale Forderungspapiere“Ziel: den Referenzindex, den Index JP Morgan EMBI Global Index (abgesichert in Euro), über den empfohlenen Anlagehorizont zu übertreffen. Dies soll mit einer diskretionären Verwaltung von Titeln aus sämtlichen Rentenmärkten der Schwellenländer erreicht werden.
Platz 17: Jürg NagelEr und sein Team managen den MIV Global Medtech Fund P1 (LU0329630999) Performance 2012: 24,02 Prozent Fünfjahres-Performance: nicht verfügbar Outperformance unter Aktien Gesundheitswesen Welt: 8,97 Prozentpunkte Kommentar des Management: „Das fünfköpfige (6 inkl. Assistentin), langjährige Team der MIV Asset Management AG besteht aus sehr erfahrenen Finanz- und Medizintechnikanalysten. Wir konzentrieren uns zu 100 Prozent auf die Verwaltung des MIV Global Medtech Fund, einem Anlagefonds der weltweit in Aktien kotierter Gesellschaften der Medizintechnik investiert. Das heißt, wir halten keine anderen Mandate, sondern managen "nur" diesen einen Fonds! Die intensive, globale Primäranalyse der attraktivsten Märkte und Unternehmen in der Medizintechnik ist die Basis für die Anlageentscheide und damit das diversifizierte Portfolio des Fonds. Das aktuelle Fondsvermögen beträgt 285 Millionen Euro.“ Ausblick: „Dank struktureller Wachstumstreiber bietet die Medizintechnik in jedem wirtschaftlichen Umfeld ein attraktives Anlageuniversum. Unsere Beteiligungen sind überwiegend hochprofitabel, generieren hohe Cashflows und verfügen über solide Bilanzstrukturen. Zudem ist die Bewertung nach wie vor attraktiv.“
Platz 16: Peter PechelManager des ISP International Stock Picking Fund (LU0046899927) Performance 2012: 24,18 Prozent Fünfjahres-Performance: -4,35 Prozent pro Jahr Outperformance in der Kategorie Aktien Welt: 13,17 Prozentpunkte Underperformance über fünf Jahre: -2,33 Prozentpunkte Strategie 2012 „Mit einer sehr optimistischen Positionierung befanden wir uns am Jahresanfang angesichts der Finanzkrise in Europa klar in der Minderheit. Das zurückliegende Jahr hat uns in dieser Einschätzung, wie auch in der strategischen Ausrichtung des Fonds, bestätigt. Es hat sich also im Jahresverlauf gelohnt, nicht zu sehr der Tagespolitik und Konjunkturprognosen zu folgen, sondern eher ruhig zu bleiben und im Zweifel gar nichts am Portfolio zu ändern. Die Zeit war für die Unternehmensanalyse besser verwendet. Der ISP hat sich bei der Aktienauswahl auf deutsche und europäische Qualitätsaktien konzentriert.“ Ausblick  2013„Beim Blick voraus gibt es handfeste Gründe, auch nach dem guten Jahr 2012 ein Plädoyer für die Aktie zu halten. Da wären zum ersten die Bilanzen der Unternehmen, die viel besser sind als die der Staaten. Die Aktienbewertungen sind günstig, so sind beispielsweise die Dividendenrenditen von vielen Dax- und MDax-Werten mehr als doppelt so hoch wie die Renditen der Bundesanleihen. Institutionelle Anleger, wie Versicherungen und Pensionskassen, aber auch Privatanleger sind unterinvestiert in Aktien, gleichzeitig sind aber die Alternativen wenig rentabel. Das Bevölkerungswachstum in den asiatischen Ländern wird am besten über Exportweltmarktführer gespielt. Die Konjunkturaussichten sind derweil gut. In den USA scheint der Wachstumsmotor anzuspringen, die chinesische Regierung tut alles, die Wirtschaft zu beleben und selbst in Europa gibt es vermehrt positive Signale. Es könnte sich also als ein großes Risiko herausstellen, im Jahr 2013 nicht in Aktien investiert zu sein. Der ISP behält seinen Fokus auf deutsche und europäische Aktien zunächst bei, hat allerdings einige Gewinne bei besonders erfolgreichen Positionen mitgenommen und dafür andere attraktive Titel aufgestockt.“  
Platz 15: Kay-Peter TönnesManager des Antecedo Independent Invest A (DE000A0RAD42). Performance 2012: 25,80 Prozent Fünfjahres-Performance: nicht verfügbar Outperformance im Bereich „Absolute Return Multi Strategy mit Verlusttoleranz“: 15,35 Prozentpunkte Information des Fondsmanagements: „Der Antecedo Independent Invest ist ein Absolute-Return-Fonds, der auf die Erzielung eines überdurchschnittlichen Wertzuwachses ausgerichtet ist, wobei gleichzeitig bei stark schwankenden Finanzmärkten als Sicherheitsstrategie der Werterhalt im Vordergrund wird, was sich bei stark schwankenden Finanzmärkten für die Anleger als außerordentlich wertvoll erweist. Langfristig wird eine Zielrendite von 6% p.a. über der Verzinsung am Geldmarkt angestrebt. Natürlich ist der Fonds nicht gegen alle Unwägbarkeiten an den Finanzmärkten gefeit. Bislang konnten zeitweilige Rückgänge des Anteilswerts aber jeweils in relativ kurzer Zeit wieder aufgeholt werden. Es gilt die Vorgabe, dass der Independent Invest im Extremfall binnen 12 Monaten jegliche Verluste ausgeglichen und ein neues Allzeithoch im Anteilswert erreicht haben soll. Das Basisinvestment des Antecedo Independent Invest besteht zu etwa 70 Prozent des Kundenvermögens aus kurz laufenden Anleihen hoher Bonität und zu etwa 30 Prozent aus der Options- und Handelsstrategie. Damit hat der Fonds seit Auflegung im Januar 2009 bis Ende 2012 p.a. 10,39 Prozent zugelegt.“ 
Platz 14: Béryl Bouvier di NotaManagerin des Amundi Fds Equity Euroland Small Cap - AE (C) (LU0568607203). Performance 2012: 29,11 Prozent Fünfjahres-Performance: -1,07 Prozent pro Jahr Outperformance in der Kategorie Aktien Euroland Mid/Small Caps: 6,33 Prozentpunkte Outperformance über fünf Jahre: 1,59 Prozentpunkte Kommentar des Fondsmanagements: „Wir sind Stock-Picker. Unser Anlagestil ist es, auf jede Gesellschaft zu schauen, die in der Lage sein könnte, ein Wachstum des Gewinns je Aktie zu liefern. Die Ursache kann eine machtvolle Wachstumsstory sein, aber auch in spezifischen Faktoren liegen, wie eine gute Umsetzung eines Turnarounds oder der Wechsel des Managements. 2012 wurde die Performance des Fonds maßgeblich getrieben von Gesellschaften wie Wirecard in Deutschland.“

DWS-Fondsmanager hatten für drei polnische Rentenfonds strukturierte Anleihen gekauft, die von Offshore-Gesellschaften emittiert wurden, hinter denen die Deutsche Bank steht. Die Anleihen tragen Fantasienamen wie Eirles Three und Earls Eight und setzen Ideen aus dem Londoner Investmentbanking um. Tranchen der Papiere mit ähnlichem Namen steckten auch in den in Deutschland verkauften Fonds. Es sind aber nach Angaben der DWS nicht die Papiere, um die es in Polen ging.

Worauf Anleger achten sollten

Bei den Preisen der Anleihen und bei der Berechnung der Fondspreise hätten DWS und Deutsche Bank von September 2008 bis März 2009 gegen die Interessen der polnischen Anleger gehandelt und gegen das Gesetz verstoßen, so die Begründung der Aufsichtsbehörde KNF. Damals gab es durch die Finanzkrise bei vielen strukturierten Produkten Probleme, die Preise zu ermitteln. Über Monate wurden bei den Fonds Wertzuwächse ausgewiesen, die aber auf einen Schlag um bis zu elf Prozent reduziert wurden. Eine Klage der DWS gegen das Bußgeld wurde im Herbst 2012 vom Warschauer Verwaltungsgericht abgeschmettert (Aktenzeichen VI SA/Wa 995/11). Zum laufenden Verfahren will sich die Fondsgesellschaft nicht äußern, teilt aber mit, dass sie bereits im Mai 2009 "auf eigene Initiative und vollständig alle Anleger entschädigt" habe.

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Allerdings bemängelte die KNF in der Bußgeldsache auch eine ungleiche Behandlung der Anleger bei der Entschädigungszahlung. Der Warschauer Rechtsanwalt Wojciech Andrzejczak, der die Verfahren angestoßen hatte, erklärt, dass sein Mandant nach der Entschädigung noch einen Verlust von rund 240.000 Euro habe. "Für viele Fondsgesellschaften war Polen der wilde Osten, wo alles möglich war", sagt Andrzejczak. Die polnische Aufsicht sei anfangs nicht sehr stark gewesen und die Finanzbranche habe das ausgenutzt.

Die DWS hat sich schon 2011 aus dem Land zurückgezogen und ihre polnische Tochter an die Investor Holding verkauft, die jetzt den Vertrieb der DWS-Fonds in Polen übernimmt.

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