Die besten Aktien der Welt Mit diesen ETFs kommen Sie an Asiens Perlen

Börse in Kuala Lumpur, Malaysia Quelle: AP

70 Prozent Ertrag pro Jahr und mehr schaffen die besten zehn Aktien der Welt für ihre Aktionäre. Das zeigt eine exklusive Studie der Boston Consulting Group. Die meisten dieser Überperformer stammen aus Asien - und lassen sich von Anlegern in Deutschland kaum handeln. Wie Sie mit einem kleinen Umweg über Indexfonds mitverdienen.

Mitunter kann die Suche nach aussichtsreichen Aktien frustrieren: Wenn der Konzern der Wahl mit guter Wachstumsperspektive, stabilen Geldströmen, beeindruckender Marge und schönem Chartbild an deutschen Börsen schlicht nicht handelbar ist.

Denn trotz Globalisierung und Digitalisierung sind die Zugänge zu internationalen Börsen für Privatanleger immer noch erstaunlich begrenzt. Sicher, der S-Broker bietet seinen Kunden Zugang zu 29 Börsen in 27 Ländern weltweit. Chinesische Aktien gibt es aber nur von solchen, die an der Börse in Hongkong notieren. Kunden des Onlinebrokers Lynx bekommen neben Hongkong wenigstens noch Zugang zu Aktien der Börse in Shenzhen. Das ist aber eine Ausnahme auf dem deutschen Markt. Und der Handel indischer Aktien ist für deutsche Privatanleger bislang so gut wie unmöglich.

Dabei waren es Aktien aus China und Indien, die in den vergangenen fünf Jahren die höchsten Erträge für Anleger erwirtschaftet haben. Das zeigt die Boston Consulting-Studie der besten Aktien weltweit, die die WirtschaftsWoche seit 1999 exklusiv veröffentlicht.

Asien mit den ertragreichsten Aktien

Die BCG-Analysten bewerten unter anderem Kursgewinne und Dividende von 2400 Unternehmen weltweit - und berechnen den Ertrag, den sie ihren Aktionären jährlich über einen Zeitraum von fünf Jahren gebracht haben. Im aktuellen Ranking, das die Performance seit Anfang 2013 nachzeichnet, stammen sieben der zehn ertragsreichsten Aktien aus Asien. Auch unter den Top 100 zeigt sich eine ähnliche Dominanz der asiatischen Konzerne.

Nur bei den Großkonzernen, die an der Börse mehr als 57 Milliarden Dollar wert sind, sind die US-Amerikaner noch Spitze. Noch. „Viele von den asiatischen Konzernen haben noch keinen so hohen Börsenwert wie die US-Konkurrenz, aber das wird sich in den kommenden Jahren ändern", sagt Hady Farag, der als Experte für Aktionärswerte von BCG die Studie in New York betreut. Und dann könnten sie - bei entsprechend guter Performance an den Aktienmärkten - auch das Ranking der Großkonzerne dominieren.

So profitieren Sie von den besten Aktien in Asien

Die besten Aktien aller Branchen

Unternehmen (Branche)LandGesamtertrag*
Sunny Optical (Technologie)China84,9
TVS Motor (Gebrauchsgüter)Indien81,9
Dalmia Bharat (Baustoffe)Indien79,6
Press Metal Aluminium (Rohstoffe)Malaysia78,4
Nvidia (Technologie)USA76,1
East Money Information (Medien)China72,3
Jiangxi Ganfeng Lithium (Rohstoffe)China72,1
Trigano (Konsumgüter)Frankreich71,5
Air Canada (Tourismus)Kanada71,4
GMO Payment (Finanzen)Japan71,1
Netflix (Medien)USA70,7
*in Prozent pro Jahr, vom 31.12.2012-31.12.2017; Quelle: BCG

Den Top-Wert im Ranking, Sunny Optical, bekommen deutsche Anleger bequem an deutschen Börsenplätzen. Der Spread zwischen Geld- und Briefkurs ist mit rund 1,2 Prozent für einen solch exotischen Wert sogar vertretbar.

Sunny Optical produziert Linsensysteme für die Industrie, Kameras für Smartphones, Mikroskope und Laser-Messtechnik. 2012 machte es einen Umsatz von 495 Millionen Euro. Nur fünf Jahre später setzt der Konzern gut 23 mal so viel um. Kein Wunder, beliefert er das Who-is-Who der Techbranche: Huawei, Xiamo, Sony, Lenovo, Panasonic, Alphabet aber auch den deutschen Konzern Robert Bosch.

Umweg zu den Top-Aktien

Doch wie kommen Anleger an die anderen Top-Aktien aus dem Ranking? Wir haben einige ETF-Indexfonds zusammengestellt, mit denen auch Investition in den asiatischen Schwellenländern möglich sind.

Im Vergleich zu ETFs für den europäischen oder US-Aktienmarkt sind diese oft deutlich teurer. Aber so gibt es überhaupt erst einen Zugang zu den Schwellenländer-Märkten. Und Anleger gehen über diese Indexfonds ein etwas geringeres Risiko ein, als bei Investition in Einzelwerte. Denn auch wenn die Aktien in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich performten - der beginnende Handelskrieg mit den USA treibt die asiatischen Börsen gerade in einen Bärenmarkt. Chinesische Aktien haben Anfang Juli herbe 20 Prozent verloren.

Doch auch nicht alle Auslands-ETFs können die Spezialisten aus dem BCG-Ranking abbilden. Sunny Optical etwa ist zwar Teil des MSCI China Information Technology Index. Einen ETF, der auf diesem Index aufsetzt, gibt es auf dem deutschen Markt derzeit aber nicht. Bis 2017 konnten Anleger einen ETF von Xtrackers auf die chinesischen Technologiewerte handeln. Der wurde aufgrund seiner geringen Fondsgröße aber geschlossen. Wer nach außergewöhnlicher Rendite sucht, muss eben auch bereit sein, höhere Risiken einzugehen. Denn die bestehen selbst für die besten Aktien der Welt.

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