Digital Payment Wenn der Klingelbeutel Karten akzeptiert

Beutel mit Display - wer mag, darf künftig bargeldlos spenden. Gerne auch mit der kircheneigenen Bankkarte. Quelle: dpa

Die Kirchen gehen mit der Zeit. Künftig können Kirchgänger die Kollekte bequem per Karte am Klingelbeutel einziehen lassen. Eine App soll folgen.

Wer aufmerksam durch das Land fährt, wird feststellen, dass die jüngeren Kirchen meist modern wirken. Als Bauherr pflegen die evangelische und katholische Kirche einen zeitgenössischen Ansatz. Man könnte auch sagen, sie gingen mit der Zeit - egal, wie gestrig manchem die eine oder andere Lehre erscheinen mag.

Auch in den Finanzen stellen sich die Kirchen den Herausforderungen moderner Zeiten und tragen nun dem veränderten Konsumentenverhalten Rechnung. Statt nur mit Münzen und Scheinen, könnten bald die ersten Kirchgänger nach dem Gottesdienst die Kollekte auch mit Karte bezahlen. Möglich macht das der erste digitale Klingelbeutel.

Technologieführer ist dabei weder eine Kirche in den wirtschaftlich starken Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, sondern ausgerechnet die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Die stellte nun ihren neuen Kollektenbeutel vor, der auf den ersten Blick dank des Griffs, typischer Rundöffnung und Samtbeutel aussieht wie die herkömmlichen analogen Varianten.

Allein das Display lässt ahnen, das hier mehr geht. Dies zeigt die Höhe der Kollekte an, die mittels Drehrad eingestellt wird - und auf maximal 25 Euro begrenzt ist. Den Kirchen bleiben so die Kosten für die Einzahlung von Bargeld bei den Banken erspart.

Eine Eingabe einer PIN ist nicht nötig, wie die Kirche bei der Vorstellung eines im 3D-Drucker erstellten Prototypen mitteilte. Der Funkchip übernimmt die Transaktion.

Das Gerät ist zum Patent angemeldet, ebenso wurde ein Antrag auf Gebrauchsmusterschutz gestellt. Die Testphase beginnt im Herbst in Berlin-Mitte, danach könnte der digitale Klingelbeutel von Dezember an in den ersten Gemeinden eingeführt werden.

Doch damit ist es offensichtlich nicht genug, wenn es um die Digitalisierung der Kirchenspenden geht. Geplant sind ebenfalls Kartenterminals am Ausgang und eine App fürs Smartphone. Mit der sollen dann auch Spenden über 25 Euro möglich sein.

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