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Drei Strategien, drei Depots Bloß nicht den richtigen Zeitpunkt verpassen

Angesichts des geplanten Evonik-Börsengangs fürchtet Kerstin Leitel um den Wert ihrer BASF-Aktien. Autor Frank Wiebe beschäftigt sich derweil mit einem gefallenen Börsenstar und der Frage, ob er jetzt zuschlagen soll.

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Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Quelle: Jens Dietrich

Der Apfel ist sauer geworden. Aber irgendwann schmecken auch saure Äpfel. Die Aktie von Apple hat ihr Profil verändert. Galt es lange Zeit, sie als Wachstumstitel im Depot zu halten und (wie bei allen Wachstumstiteln) rechtzeitig auszusteigen, so könnte sie jetzt ein Value-Titel sein. Eine Aktie, die vernünftig bewertet ist, auf einem funktionierenden Geschäftsmodell beruht und eine annehmbare Dividendenrendite in Aussicht stellt.

Nach dem Absturz zögere ich, man soll ja nie in ein fallendes Messer greifen. Aber möglicherweise verpasse ich so die Chance, das Papier günstig zu erstehen. Am Dienstag kommen Zahlen heraus. Im Vorfeld sieht man, etwas paradox, einen freundlichen Kurs, aber unfreundliche Schätzungen. Schmiert die Aktie am Dienstag ab, könnte es ein Kauf sein.

Ein Problem wäre allenfalls, dass ich dann Apple und Samsung in Depot habe, eine etwas einseitige Mischung.

Insgesamt hat mein Depot auch etwas gelitten unter der zwischenzeitlichen Börsenschwäche. Nachdem es schon fast auf ein Plus von zehn Prozent zumarschiert war, liegt es zurzeit deutlich darunter. Insofern war es jedenfalls gut, bisher auch noch einen guten Teil Bargeld zu behalten. Weil die Börsensituation immer unsicherer wird, liegt auch der Gedanke nahe, einfach zu verkaufen. Nur: Was mache ich dann mit dem Geld?


Angst vor Evonik

Drei Mal schon stand der Essener Chemieriese Evonik kurz vor dem Sprung aufs Börsenparkett, doch jedes Mal kam etwas dazwischen. Nun soll es aber endlich so weit sein: Ende der Woche soll die Aktie in den Handel starten.
Am Montag wurde Gerüchten zufolge der Zulassungsantrag bei der Frankfurter Börse eingereicht. Es ist der in diesem Jahr bisher größte Börsengang in Deutschland - und zugleich ein ungewöhnlicher, ein „Börsengang durch die Hintertür“, wie es heißt. Denn anders als bei den meisten anderen Transaktionen dieser Art haben die Eigentümer - die RAG-Kohlestiftung und die britische Beteiligungs-Gesellschaft CVC - keine Aktien öffentlich zum Kauf angeboten.

Stattdessen wurden in so genannten Privatplatzierungen Aktien an Investoren wie den Singapur-Staatsfonds Temasek vergeben. Dabei dürften nicht nur Großanleger die Evonik-Aktie interessant finden, nicht zuletzt, weil erwartet wird, dass die Aktie bald in den MDax aufsteigt. Ein „attraktives Wachstum ohne Abenteuer“ hat Evonik-Chef Klaus Engels versprochen.

Ich verfolge den Börsengang aber mit gemischten Gefühlen. Schließlich könnte die Aktie zur Konkurrenz für bereits notierte Chemietitel werden. Denn auch Großanleger haben begrenzte Mittel und müssen aufpassen, dass sie nicht zu viel Geld in eine Branche investieren. Meine BASF-Aktien könnten darunter leiden – und haben das vielleicht auch schon.


„Das Marktrisiko ist geringer als noch im März“

Seine Talfahrt hat der Dax gestoppt. Am Montag ging es erst einmal wieder aufwärts, wenn auch in kleinen Schritten. Die Skepsis der Investoren, ob nun institutionell oder privat, ist derzeit groß.
Das belegt auch die aktuelle Umfrage des Analysehauses Sentix. Der Marktradar zeigt aber auch, dass das Grundvertrauen der Anleger, also die mittelfristige Marktmeinung, von den zuletzt eher schlechten Nachrichten nicht erschüttert wurde.

Ein gutes Zeichen, meinen die Sentix-Experten. Der sogenannten Time Differential Index, der die aktuelle Stimmung und die mittelfristige Markterwartung verknüpft, sendet positive Signale: „Wir notieren bereits wieder in der Kaufzone“, sagt Patrick Hussy von Sentix. „Das Marktrisiko ist geringer als noch im März.“

Hoffentlich behält er Recht und die Kurse legen wieder zu. Er nennt allerdings eine kritische Chartmarke, die halten sollten: Fällt der Dax unter 7.450 Punkte, könnte es eng werden und ein größerer Ausverkauf droht. Am Montag bremste der Standardwerteindex kurz über dieser Marke und kämpfte sich dann wieder über die Marke von 7.500 Punkten. Es bleibt also spannend.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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