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Drei Strategien, drei Depots Warten auf Ben

Die Börsen legen eine Pause ein. Alle warten gespannt auf Fed-Chef Ben Bernanke, der am Mittwoch vor dem US-Kongress über Wirtschaft, Zinsen und Anleihekäufe sprechen wird. Es könnte zu heftigen Kursreaktionen kommen.

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Kerstin Leitel Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt

Die Börsianer grübeln schon seit langem, wie die US-Notenbank Federal Reserve die Perspektiven für die amerikanische Wirtschaft einschätzt und wie lange sie noch mit niedrigen Zinsen und Anleihekäufen Unterstützung leisten wird. Am Mittwoch könnte es Antworten auf diese Fragen geben. Denn um 16 Uhr spricht Notenbankchef Ben Bernanke vor dem US-Kongress. Zudem wird am Abend das Protokoll der letzten Sitzung der Geldpolitiker veröffentlicht.

Auch Börsenexperten sind gespannt. Denn wenn sich ein Richtungswechsel der Fed abzeichnet, könnte es zu kräftigen Kursreaktionen kommen – bei allen Anlageklassen. „Sollten die massiven Anleihekäufe früher als erwartet beendet werden, drohen den Börsen deutliche Kursverluste“, prognostiziert so die LBBW. Vor der Anhörung von Fed-Chef Bernanke dürften sich die Anleger zurückhalten. Schon am Montag legte der Dax eine Pause ein.

Immerhin kamen aus Frankfurt gute Nachrichten für europäische Aktieninvestoren: Die Bundesbank hat die Entwicklung der Aktienkurse europäischer Unternehmen der Entwicklung der Dividenden gegenübergestellt und schlussfolgerte aus diesen Daten, dass es keine „Hinweise auf eine nicht nachhaltige Aktienkursentwicklung“ der Titel im Euro Stoxx 50 gibt.

Um auch den deutschen Aktienmarkt zu überprüfen, fehlten Daten. Doch heißt es von den Experten, dass diese Einschätzung auch für Dax-Titel gelte. Also hat sich offenbar trotz des kräftigen Anstiegs der Börse keine Blase gebildet. Das beruhigt.


Noch ein Promi vor dem Kongress

Ben Bernanke ist in diesen Tagen nicht der einzige prominente Gast im amerikanischen Kongress. Am Dienstag wurde Apple-Chef Tim Cook von den Abgeordneten angehört. Der Anlass war wenig erfreulich: Der Konzern soll durch Tricksereien mit Auslandstöchtern Milliarden von Steuergeldern gespart haben. Laut eines Berichts des Senats soll der Konzern die Gewinne auf eine irische Tochter gebucht haben, um dem Fiskus ein Schnippchen zu schlagen.

Es ist klar, dass der Konzern mit einem Gewinn von zuletzt 42 Milliarden viele Begehrlichkeiten weckt. Doch wenn Apple höhere Steuern zahlt, bleibt für die Aktionäre weniger übrig.

Kein Wunder also, dass die Aktie, die auch in meinem Depot steckt, schon etwas nachgegeben hat.


Kein schöner Geburtstag für Facebook

Es ist sicher kein allzu schöner Geburtstag, den Facebook in diesen Tagen an der Börse feiert. Ein Jahr ist man jetzt dort mit seiner Aktie gelistet. Deren Kurs hat sich seither um ein Drittel vermindert. Einziger Lichtblick: Es lief schon mal schlechter, als man nur noch die Hälfte des Ausgabepreises auf die Waage brachte.

Nun also auf ein Neues: Dass es im zweiten Jahr besser laufen wird, ist zwar nicht unbedingt ausgemachte Sache. Bei Facebook habe ich jedoch den Eindruck, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Das Potenzial der gut einer Milliarde Nutzer sucht schließlich weltweit seinesgleichen. Wenn es tatsächlich gelingen sollte, daraus einen monetären Gewinn zu ziehen, wäre der aktuelle Kurs sicher eine gute Ausgangsbasis.

Neue Möglichkeiten dazu gibt es genug, egal ob auf dem Smartphone oder über Informationsdienste. Sicher ist es jetzt gewagt zu behaupten, dass Facebook bald die nächste Stufe der Evolution im Bereich Social Media zünden wird. Einem Unternehmen, das in den vergangenen acht Jahren die Welt verändert hat wie kaum ein anderes zuvor, ist das aber durchaus zuzutrauen.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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