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Edelmetalle Goldpreis zieht Anleger wieder an

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Gurus kaufen wieder

Ein Mann stapelt Goldbarren Quelle: dpa

Längst ist Gold nicht nur Anlageziel von Untergangspropheten und Verschwörungstheoretikern. Einige namhafte Investoren gehören seit Jahren oder schon Jahrzehnten zu den hartnäckigsten Goldfans. Manche von ihnen sorgten zuletzt mit ihren Goldkäufen für Schlagzeilen. So erhöhte Hedgefonds-Star John Paulson in den Monaten von April bis Juni seinen Anteil am SPDR Gold Trust, dem größten börsennotierten Gold-Indexfonds, auf 21,8 Millionen Anteile, das entspricht einer Steigerung von gut einem Viertel gegenüber dem Vorquartal. Das ist insofern bemerkenswert, als es zum einen die erste Anteilserhöhung Paulsons an diesem Fonds seit drei Jahren darstellt. Zum anderen hatte gerade Paulson, langjähriger Goldverfechter, noch im Herbst letzten Jahres für Aufsehen gesorgt, als er sich im dritten Quartal 2011 in großem Stil von seinen Anteilen am Gold-ETF trennte.

Diese Aktien hat Paulson im Depot

Ähnliches gilt für Investmentlegende George Soros. Der Mann, der mit einer Wette gegen das Britische Pfund Anfang der 1990er-Jahre einen Milliardengewinn erzielte, hatte vor gut einem Jahr einen großen Anteil seines Goldbestands abgestoßen. Seit dem ersten Quartal 2012 ist Soros aber wieder stärker in das Edelmetall investiert.

Zu den eifrigsten Käufern von Gold gehörten zudem in den vergangenen Monaten die Notenbanken. Ihre Goldkäufe stiegen nach Angaben des Branchenverbands World Gold Council im zweiten Quartal massiv an, von 96,7 Tonnen im ersten Quartal auf 157,5 Tonnen in den Monaten April bis Juni.

Geldpolitik als Kurstreiber

Dafür dass die Entwicklung der Goldnotierung weitergeht, könnte in den kommenden Monaten auch die Geldpolitik der europäischen Zentralbank (EZB) sorgen. Sollte die EZB weitere Staatsanleihekäufe durchführen, könnte das einen ähnlichen Effekt haben wie bereits im August: Als EZB-Chef Mario Draghi seine Bereitschaft zum Kauf solcher Papiere erklärte, um angeschlagene Euroländer zu unterstützen, stieg der Goldpreis angesichts der Aussicht auf frisches Geld um 60 Dollar – und markierte ein 16-Wochen-Hoch. Inflation und allein schon die Angst davor gelten seit jeher als Treiber des Goldpreises.

Jahreszeit spricht für Gold

Auch saisonale Faktoren können in den kommenden Wochen für einen weiter steigenden Goldpreis sorgen. So sind die letzten Monate des Jahres traditionell zum einen von einer erhöhten Nachfrage geprägt, die von den Anschaffungen des Schmuckhandels für das Weihnachtsgeschäft herrührt. Zum anderen sorgt die bevorstehende Hochzeitssaison in Indien, dem größten Goldabsatzmarkt der Welt, für einen bemerkenswerten Schub, da in der Hochzeitssaison Brautpaare von Bekannten und Verwandten mit Gold in großen Mengen beschenkt werden. Zwar könnte die jüngste Abkühlung der Wirtschaft in Asien dafür sorgen, dass die Käufe das Niveau der Vorjahre nicht ganz erreichen. Zumal Indiens schwache Rupie dafür sorgt, dass das Gold den Indern zu teuer geworden ist. Doch in den vergangenen Wochen war an der Goldnotierung in Dollar kein Nachfrageknick abzulesen. Sie bewegte sich sehr ähnlich der durchschnittlichen historischen Entwicklung und stieg im August deutlich an – das hatte sie im Durchschnitt in den vergangenen 30 Jahren auch immer getan.

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