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Edelmetalle im Vergleich Platin glänzt, Gold bleibt stumpf

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Warum Goldanleger profitieren

Goldanleger profitieren vor allem, wenn sich Währungskrisen oder steigende Inflationsraten ankündigen. Als Versicherung gegen wertloses Papiergeld gehört Gold als Beimischung grundsätzlich in jedes ausgewogene Anlagedepot. Seit Monaten geht in der Eurozone jedoch eher die Angst vor einer Deflation um, weil die Inflationsrate in der Euro-Zone bereits auf 0,5 Prozent gesunken ist.

Gleichzeitig hat die Zuversicht zugenommen, dass die Schuldenkrise in den Industrieländern inzwischen beherrschbar ist - selbst wenn derzeit niemand ausschließen kann, dass sie wieder aufflammt. Ebenso könnte die Geldschwemme der Notenbanken in den USA, Europa und Japan irgendwann in den Währungskollaps führen.


Gold ohne Rendite
Davon ist jedoch derzeit nichts erkennbar. Getrieben wird der Goldpreis daher vor allem durch Käufe von Schmuck- sowie Anlagegold. In vielen Ländern wie Indien oder China gilt Gold als praktische Form der Wertaufbewahrung und der Altersvorsorge.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Dass weder der Gold- noch der Silberpreis in den vergangenen Monaten große Sprünge machten, erklärt Analyst Weinberg mit den steigenden Realzinsen – also den um die Inflation bereinigten Zinsen -, und der fehlenden Angst vor einer Abkühlung der Konjunktur. Denn derzeit deutet vieles auf eine allmähliche Erholung der Weltkonjunktur hin.

„Bei Platin und Palladium ist es umgekehrt: Eine gute Konjunktur ist gut für die Autohersteller, die dann mehr Autos produzieren, mehr Katalysatoren benötigen und damit die Nachfrage nach beiden Metallen erhöhen“, so Weinberg. Kurz: Platin und Palladium sind keine Krisen-, sondern Konjunkturmetalle.


Knappes Angebot, übergroße Nachfrage
Insofern spricht die schrittweise Konjunkturerholung – insbesondere in den USA und Europa eher gegen Gold und für Palladium und Platin. Denn gerade die Autoverkäufe in Europa ziehen wieder an. Der Edelmetall-Verarbeiter Johnson Matthey rechnet mit einem Nachfrageplus von mehr als zehn Prozent allein in diesem Jahr.

Allerdings dürfte es schwierig werden, den steigenden Bedarf zu decken. Denn auch das Angebot ist zunehmend knapp.

Schuld daran sind die noch immer andauernden Streiks der Minenarbeiter in Südafrika. Schon seit Januar weigern sich 70.000 Bergmänner, die Platinerze aus Minen am Kap zu fördern, sollten sie nicht deutlich höhere Löhne gezahlt bekommen. Die Fronten sind verhärtet, denn die Minenbetreiber machen trotz des gestiegenen Platinpreises kaum Gewinn – zu aufwendig sind Förderung und Produktion. Die Lohnforderungen seien wegen der niedrigen Produktivität unhaltbar, sagte der Vorstandschef von Anglo American, Mark Cutifani.

Erst am vergangenen Dienstag scheiterten die Tarifverhandlungen erneut. Auch ein Vermittlungsversuch der Regierung lief ins Leere, weil die Vorstellungen über die Lohnhöhe zwischen der wichtigsten Bergarbeiter-Gewerkschaft und den größten Platinminen-Betreibern zu weit auseinanderliegen.

Der südafrikanische Bergbau-Minister Ngoako Ramatlhodi hat nach dem Scheitern der Verhandlungen sein Amt als Schlichter bereits niedergelegt, eine Verhandlungsgruppe der Regierung wurde ebenfalls aufgelöst. Wegen der Streiks ist Südafrikas Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal erstmals seit 2009 wieder gesunken.

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