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Edelmetallpreise Chinas Goldhunger wächst rasant

Bislang galten die Inder als das Volk mit der größten Goldnachfrage. Jetzt wurden sie von den Chinesen überholt. Der Verbrauch des Edelmetalls ist dort im letzten Jahr um 41 Prozent gestiegen. Der Hunger der Chinesen stützt den Goldpreis.

Die Goldnachfrage der Chinesen ist im vergangenen Jahr um mehr als 40 Prozent gestiegen. Quelle: dpa

Bislang galt Indien als größter Absatzmarkt für Gold. In der zweiten Jahreshälfte - vor der Hochzeitssaison ab September - zieht die Nachfrage nach Goldschmuck dort regelmäßig deutlich an. Gold gilt in dem südasiatischen Staat nämlich sowohl als Mitgift für Brautpaare als auch als Lebensversicherung und Altersvorsorge. Nach neuesten Zahlen der China Gold Association sind die Inder in puncto Edelmetallnachfrage aber nur noch Platz zwei. Der Goldverbrauch der Chinesen ist demnach im Jahr 2013 um 41 Prozent auf 1176,4 Tonnen gestiegen. Im Jahr 2012 betrug der Goldverbrauch noch 832,18 Tonnen.

Besonders stark stieg die Nachfrage im ersten Halbjahr 2013. Wegen sinkender Edelmetallpreise griffen die Chinesen beim Gold kräftig zu. Aber nicht nur beim Verbrauch, auch bei der Förderung des Rohstoffes erreichte China neue Rekorde. Vergangenes Jahr wurden dort 428,16 Tonnen Gold geschürft, das ist ein Plus von 6,2 Prozent. Damit ist China zum siebten Mal in Folge der weltweit größte Goldproduzent. Davon profitierten auch westliche Goldanleger: Ohne den chinesischen Nachfrageboom wäre der Goldpreissturz wahrscheinlich deutlich stärker ausgefallen. Nachdem die US-Notenbank im letzten Jahr nämlich angekündigt hat, ihre Anleihenkäufe zurückzufahren, ging es für den Goldpreis abwärts.

Die Goldpreisprognosen der ängstlichen Analysten
Goldbarren Quelle: dpa
Goldman SachsDer Goldpreis wird im kommenden Jahr wahrscheinlich um mindestens 15 Prozent sinken. Zu dieser Einschätzung kommen die Analysten von Goldman Sachs in einer Studie. Sie sehen trotz eines beschleunigten US-Wirtschaftswachstums erhöhte Abwärtsrisiken für Rohstoffe. Die Preise für Gold, Kupfer und Sojabohnen werden demnach auf das niedrigste Niveau seit 2010 sinken. Die Goldman-Sachs-Analysten gehen beim Goldpreis von einem Rückgang bis Ende nächsten Jahres auf 1050 Dollar je Unze aus. Stand: 22. November 2013 Quelle: REUTERS
Die Schweizer Bank UBS prognostiziert im Jahresdurchschnitt für 2013 einen Goldpreis von 1396 Dollar je Unze. 2014 soll dann ein Durchschnittspreis von 1435 Dollar je Unze erreicht werden. Damit nahm die Bank ihre Prognose für das laufende Jahr um neun und für das kommende Jahr um zehn Prozent zurück. Stand: 25. Juni 2013 Quelle: REUTERS
Morgan StanleyFür 2013 geht die US-Bank nun von 1409 Dollar je Unze aus, nachdem es zuvor noch 1487 Dollar gewesen waren. Für 2014 rechnen sie mit 1313 Dollar je Unze, zuvor waren es 1563 Dollar. Für 2015 nahmen sie die Prognose von 1450 auf 1300 Dollar zurück. Stand 25. Juni 2013 Quelle: dapd
HSBCDie größte Bank der Welt senkte ihre Prognose für den Goldpreis auf einen Jahresdurchschnitt von 1396 Dollar je Unze in 2013 und 1435 Dollar für 2014. Damit senkte sie ihre alten Prognosen um neun bzw. zehn Prozent. Stand: 25. Juni 2013 Quelle: REUTERS
RBC Capital   Prognose am 1. Januar: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze) Prognose am 11. April: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze) Prognose am 28. Mai: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)   Alle Prognosen beziehen sich auf den erwarteten Goldpreis im vierten Quartal 2013. Quelle: Bloomberg; Stand: 28. Mai Quelle: REUTERS
Danske Bank Quelle: PR

"Der Anstieg des chinesischen Goldkonsums hat geholfen, den Preisverfall zu begrenzen", bestätigte auch Duan Shihua von der auf Rohstoff-Fonds spezialisierten Shanghai Leading Investment Management Ltd. gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er ist sicher: "Wenn die chinesische Nachfrage derart anhält, wird sie ein langfristiger Markttreiber sein." Dafür sprechen diverse Faktoren. So meldete beispielsweise die chinesische Juweliergesellschaft Chow Tai Fook Jewellery Group für die ersten zwei Monate des neuen Jahres bereits 15 Prozent höhere Umsätze als im Vorjahr. Außerdem plant die chinesische Zentralbank, die Zahl der Unternehmen zu erhöhen, die Gold importieren und exportieren dürfen. Darüber hinaus soll der Kauf von Edelmetallen erleichtert werden. All das könnte den Goldpreis stützten, wenn nicht sogar pushen.

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Zu optimistisch sollten Goldanleger jedoch nicht werden. Bereits im November hatte der stellvertretende Geschäftsführer der China Gold Group, Du Haiqing, den Goldkonsum als ungewöhnlich bezeichnet. Seiner Meinung nach führte vor allem der Preisrückgang im April zu einem "abnormalen" Kaufrausch seiner Landsleute. Im November 2013 warnte er während einer Branchenkonferenz im nordchinesischen Tianjin: "Der Konsum wird sich allmählich abkühlen. Der derzeitige Verbrauch von mehr als 1.000 Tonnen wird nicht aufrechterhalten werden und auf ein normales Niveau fallen, wenn die Verbraucher rationaler werden."

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