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Edelsteine Diamanten als brillante Geldanlage

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Ein pinker Diamant. Er wechselte seinen Besitzer im Jahr 2010 - für 34 Millionen Euro Quelle: dpa

„Wir bekommen immer mehr Anfragen von Käufern, die Diamanten zur Geldanlage erwerben möchten“, berichtet der Diamantenhändler Ulrich Freiesleben aus Münster. Insbesondere Akademiker, Selbständige und betuchte Pensionäre interessieren sich für ein Investment in Edelsteine. „Diamanten eignen sich vor allem zur Vermögenssicherung“, erläutert Jörg Lindemann, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Edelstein- und Diamanten-Industrie in Idar-Oberstein. Um kurzfristige Gewinne zu erzielen, seien Edelsteine hingegen das falsche Instrument. Der Wert von Diamanten steigt erfahrungsgemäß langsam, aber nachhaltig.

Wer Edelsteine zwecks Vermögensanlage erwerben will, sollte sich dabei auf Diamanten beschränken. So genannte Farbedelsteine, also Rubine, Saphire oder Smaragde, eignen sich hierfür kaum. Dort ist der Markt für Laien meist nur sehr schwer zu beurteilen. „Bei Farbedelsteinen gibt es – anders als im Diamantbereich – nicht derart klare und scharf umrissene Kriterien für die Qualität der Steine, und die Preisbildung ist für den Nichtfachmann weniger transparent“, sagt Verbandschef Lindemann.

Bei Diamanten orientieren sich Großhändler und Juweliere an weithin anerkannten Preis-Indizes wie dem Idex. Zudem gibt es die regelmäßig aktualisierten Marktberichte von Martin Rapaport, die der belgische Branchenkenner seit einem Vierteljahrhundert herausgibt.

Der Sun-Drop-Diamant mit 110 Karat Quelle: REUTERS

20 Prozent Preissteigerung

Der Einbruch der Diamanten-Nachfrage, den die Finanzkrise 2009 ausgelöst hat, scheint jetzt überwunden. „In den ersten drei Quartalen dieses Jahres sind die Preise für größere Steine um rund 20 Prozent gestiegen“, berichtet Dieter Hahn, Inhaber der ältesten deutschen Diamantschleiferei mit Sitz in Idar-Oberstein. „Kleine Steine mit weniger als 0,1 Karat haben sich sogar um 65 Prozent verteuert.“ Ein Karat entspricht 0,2 Gramm.

Angetrieben wird der Boom vom Fernen Osten. In China und Indien wächst die Mittelschicht, die Schmuck, Gold und Edelsteine kauft. „In Ostasien ist die Nachfrage geradezu explodiert“, sagt Diamantär Hahn. Solange Asiens Wirtschaftswunder anhält, dürfen die Anleger mit steigenden Preisen rechnen – auch wenn es jederzeit Rückschläge geben kann. So haben die Preise seit dem Sommer auf Dollar-Basis um rund fünf Prozent nachgegeben.

Das internationale Zentrum des Diamantenhandels ist seit jeher die flämische Metropole Antwerpen; die anderen Börsen in New York, Tel Aviv und Mumbai, dem ehemaligen Bombay, spielen alle in der zweiten Liga. Bis vor einigen Jahrzehnten beherrschten orthodoxe Juden den Handel rund um die Große Diamantenbörse in Antwerpen. Jetzt aber verdrängen neue Mitbewerber aus Indien die alteingesessenen Diamantäre. „Die sind barfuß in den Markt gegangen“, hat Händler Freiesleben beobachtet.

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