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Engelmanns Eigenhandel

Mit Bundesanleihen auf Kursgewinne zu spekulieren ist riskant

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"Dicke Bertha" startklar

EZB belässt Leitzins bei 0,25 Prozent

Ebenso den Main. Und hier stellt sich die Lage noch ganz anders dar. Denn in Europa wird eher noch eine weitere Zinssenkung als eine Erhöhung des Leitzinses diskutiert. Es sind sogar noch drastischere Maßnahmen im Gespräch. Oder sollte der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, sein kürzlich abgegebenes Bekenntnis zu einem wie auch immer ausgestalteten „Quantitative Easing“ völlig im luftleeren Raum abgegeben haben? Schwer vorstellbar! Und auch die Frage, ob der Präsident der EZB, Mario Draghi, am Ende nicht doch noch einen weiteren Schuss aus der „Dicken Bertha“ abgibt, sprich die Banken erneut mit einem mehrjährigen Tender zum Niedrigstzins mit Liquidität versorgt, ist noch nicht abschließend beantwortet. Die an diesem Montag bekannt gegebenen Inflationsdaten für die Euro-Zone ließen der EZB auf jeden Fall Spielraum. Wobei ich die Diskussion, ob wir nun eine Deflation mehr zu fürchten haben als eine Inflation, gar nicht erst eröffnen möchte. Eine Erhöhung des Leitzinses in der Euro-Zone erscheint jedenfalls zurzeit so exotisch wie eine Curry-Wurst im Gourmet-Tempel. Warum also sollten die Renditen von Bundesanleihen massiv ansteigen?

Abwarten

Zu Jahresbeginn hatte ich Ihnen an dieser Stelle empfohlen, bereits einen moderaten Renditeanstieg der Bundesanleihen zum Kauf zu nutzen. Meine Hoffnung ging dahin, Richtung 2.25 Prozent zuschlagen zu können. Diese Hoffnung wurde gleich zu Jahresbeginn durchkreuzt. Nun ist guter Rat teuer. Oder auch nicht. Denn im Grunde ist die Sache klar. Kurze wie langlaufende Bundesanleihen bieten derzeit kaum Chancen für den privaten Anleger. Glaubt man der offiziellen Statistik, der zufolge die Inflation knapp unterhalb 1 Prozent liegt, würde man nach Abzug von Steuern nur einen minimalen Ertrag erwirtschaften. Und wer glaubt schon an die offiziellen Inflationsdaten?

Geldanlage



Aber auch bei einem Renditeniveau von 1,5 Prozent mit Bundesanleihen auf Kursgewinne zu spekulieren, erscheint mir für den Privatanleger wenig sinnvoll. Das Chance/Risiko-Profil wäre bei einem Münzwurf günstiger. Gewiss: Der Bund-Future kann nach einem Ausbruch oberhalb der 144 noch gut und gerne 2 bis 3 Punkte laufen. Vielleicht werden sogar wieder die historischen Tiefststände der Renditen bei 1.12 Prozent erreicht. Aber der Segen liegt bekanntlich im Einkauf. Abwarten und Tee trinken heißt deshalb die Devise dieser Tage.

Hinweis: Herr Engelmann ist Mitarbeiter der Citigroup in Deutschland. Der von ihm verfasste Artikel gibt allein seine persönliche Meinung wieder und ist keine Analyse, Beratung oder Empfehlung der Citigroup.

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