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Engelmanns Eigenhandel

Gold vor mehrjähriger Hausse?

Goldbesitzer mussten in diesem Jahr einiges verkraften. Zu herben Verlusten gesellten sich Verschwörungstheorien über die Ursache des Preisabsturzes. Unser Kolumnist hat den Glauben ans Gold dennoch nicht verloren.

Quelle: dpa

Ein verzückter Blick, ein Ausruf: "13 Trillionen, 224 Billionen, 567 Milliarden, 778 Millionen Taler und 16 Kreuzer!" Mit diesen Worten auf den Lippen - oder sollte man besser sagen: auf dem Schnabel - taucht jener Erpel mit Zwicker und Gamaschen, den wir als Dagobert Duck kennen, buchstäblich in seinen Reichtum ein. Des alten Duck Geldspeicher ist Sinnbild für den ultimativen Reichtum, der auf harter Arbeit ebenso wie auf Geiz beruht - Motto: Geld hat man nicht vom Ausgeben. Doch ist Ihnen schon einmal eines aufgefallen? Im Planschbecken des Milliardärs finden sich nur an wenigen Stellen Bündel von Geldscheinen. In der Hauptsache ist der Duck'sche Geldspeicher mit Münzen gefüllt. Mit Goldmünzen! Zufall? Oder subtiler Hinweis der Zeichner auf wahre Werte?

Die Goldpreisprognosen der ängstlichen Analysten
Goldbarren Quelle: dpa
Goldman SachsDer Goldpreis wird im kommenden Jahr wahrscheinlich um mindestens 15 Prozent sinken. Zu dieser Einschätzung kommen die Analysten von Goldman Sachs in einer Studie. Sie sehen trotz eines beschleunigten US-Wirtschaftswachstums erhöhte Abwärtsrisiken für Rohstoffe. Die Preise für Gold, Kupfer und Sojabohnen werden demnach auf das niedrigste Niveau seit 2010 sinken. Die Goldman-Sachs-Analysten gehen beim Goldpreis von einem Rückgang bis Ende nächsten Jahres auf 1050 Dollar je Unze aus. Stand: 22. November 2013 Quelle: REUTERS
Die Schweizer Bank UBS prognostiziert im Jahresdurchschnitt für 2013 einen Goldpreis von 1396 Dollar je Unze. 2014 soll dann ein Durchschnittspreis von 1435 Dollar je Unze erreicht werden. Damit nahm die Bank ihre Prognose für das laufende Jahr um neun und für das kommende Jahr um zehn Prozent zurück. Stand: 25. Juni 2013 Quelle: REUTERS
Morgan StanleyFür 2013 geht die US-Bank nun von 1409 Dollar je Unze aus, nachdem es zuvor noch 1487 Dollar gewesen waren. Für 2014 rechnen sie mit 1313 Dollar je Unze, zuvor waren es 1563 Dollar. Für 2015 nahmen sie die Prognose von 1450 auf 1300 Dollar zurück. Stand 25. Juni 2013 Quelle: dapd
HSBCDie größte Bank der Welt senkte ihre Prognose für den Goldpreis auf einen Jahresdurchschnitt von 1396 Dollar je Unze in 2013 und 1435 Dollar für 2014. Damit senkte sie ihre alten Prognosen um neun bzw. zehn Prozent. Stand: 25. Juni 2013 Quelle: REUTERS
RBC Capital   Prognose am 1. Januar: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze) Prognose am 11. April: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze) Prognose am 28. Mai: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)   Alle Prognosen beziehen sich auf den erwarteten Goldpreis im vierten Quartal 2013. Quelle: Bloomberg; Stand: 28. Mai Quelle: REUTERS
Danske Bank Quelle: PR

Keine andere Vermögensklasse regt den menschlichen Geist so sehr zu Verschwörungstheorien der zum Teil verrücktesten Art an wie das gelbe Edelmetall, dem die Menschheit schon seit mehr als 2000 Jahren hinterher jagt. Mal wird vermutet, die Regierung der Vereinigten Staaten habe schon lange all ihre Goldbestände verkauft und wer Fort Knox besichtigen würde, fände nur noch leere Paletten und Spinnweben vor. Auch das Gold in den Kellern der Bank of England gab schon Anlass zur Spekulation, vermuteten Verschwörungstheoretiker doch, die Barren, die ihre Majestät Elisabeth II. erst im vergangenen Jahre besichtigte, bestünden im Inneren aus vergleichsweise wertlosem Wolfram. Und auch das deutsche Gold, das zu einem großen Teil in den Vereinigten Staaten gelagert wird, war schon Gegenstand erregter Debatten. Ich liebe Verschwörungstheorien und deshalb liebe ich auch Gold!

Goldbesitzer mussten in diesem Jahr schon einiges verkraften. Zu herben Verlusten gesellten sich Spott und Häme all derjenigen, die Gold schon lange für überbewertet gehalten hatten. Es scheint gesellschaftlich fast zum guten Ton zu gehören, Goldbesitzer als eine Kaste realitätsfremder Spinner zu klassifizieren. Und natürlich tragen all jene Verschwörungstheorien, die sich um das gelbe Edelmetall ranken, nicht unwesentlich dazu bei, Goldbesitzer in eine Ecke mit Ufo-Forschern und anderen Weltfremden zu stellen. Das Problem: Verschwörungstheorien sind deshalb so kritisch, weil sie in der Hauptsache eines sind: Theorien! Keinem Normalsterblichen wird Zutritt nach Fort Knox gewährt; keine Notenbank wird einer Untersuchung ihrer Goldbestände auf Wolfram zustimmen. Und auch die Ursachen der massiven Einbrüche, die der Goldpreis in diesem Jahr zu verzeichnen hatte, bleiben weiterhin im Dunkeln.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Waren Verkäufe großer Investment-Legenden wie George Soros für den Absturz des Goldpreises verantwortlich? Oder hat sich - um einen Begriff der linken Frontfrau Sahra Wagenknecht zu benutzen - eine internationale "Finanzmafia" verschworen, den Goldpreis zu manipulieren? Oder haben am Ende gar die wichtigen Notenbanken der Welt für den signifikanten Einbruch gesorgt? Fragen über Fragen - keine Antworten. Nur Theorien. Verschwörungstheorien.

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