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Engelmanns Eigenhandel

Zypern-Chaos: Sparen ist eine kostspielige Tugend

Nicht genug, dass Inflation und Minizinsen Sparguthaben schmelzen lassen. Am Beispiel des kleinen Zypern soll jetzt wohl erprobt werden, ob der europäische Sparer seine offene Enteignung in stiller Demut hinnimmt, fürchtet unser Kolumnist.

Unser Kolumnist erinnert sich an die guten alten Zeiten, in denen die Vorsorge noch Spaß machte - Und warnt davor, wie Sparen in Zeiten der Euro-Krise immer mehr zum Drahtseilakt wird Quelle: dpa

Erinnern Sie sich noch an Backbert und Steuerbert? Oder an Pomm-Fritz und Pomm-Friedel? Oder an Walter Wildfang, Schlapf und Emmerich? Wer seine Kindheit in den 70ern oder  später verlebt hat, dürfte die Herrschaften kennen. Denn neben Didi und Dodo gehören all diese bunten Charaktere zu den Helden einer Comicserie, die seit 1974 vom Deutschen Sparkassen Verlag produziert und in den Sparkassen kostenlos an Kinder verteilt wird. Selige Zeiten, in denen wir nach der Schule die Sparkasse stürmten, um das neueste KNAX-Heft zu ergattern. Mein persönlicher Lieblingsknaxianer war natürlich Gantenkiel, der Schreiber und Bankier! Zwar konnte der es in Sachen Vermögen nicht mit dem legendären Dagobert Duck aufnehmen, doch faszinierte mich an ihm die Vorstellung, eines Tages selbst in einem Kaufmannskontor zu sitzen und Zahlenkolonnen in ein Hauptbuch einzutragen. Mit einem Gänsekiel - versteht sich!

Als das sparen noch Spaß machte

Selig waren die Zeiten damals übrigens nicht nur wegen der Knax-Hefte. Auch das Sparen machte noch Spaß. Man schleppte von Zeit zu Zeit sein Schwein zur Bank, schlachtete es mitten in der Schalterhalle und fand die vielen Münzen nur wenig später wie von Zauberhand verwandelt als einen Eintrag im Sparbuch wieder. Und für jede Mark, die man auf diesem Sparbuch hatte, bekam man am Jahresende mindestens drei Prozent Zinsen - welch wundersame Geldvermehrung! Manch Erwachsener nörgelte damals: "Drei Prozent Spareckzins - viel zu niedrig!" Nur Kinder legten ihr Geld zu solchen "Micky-Maus-Zinsen" an. Wie sich die Zeiten gewandelt haben! Böten Banken und Sparkassen heute eine Verzinsung von drei Prozent auf ihre Spareinlagen, sie dürften sich vor Kunden wohl kaum retten können.

Zehn Tipps zum Tagesgeldkonto
Sparbuch Quelle: Franjo - Fotolia
Euro-Münzen Quelle: Picture-Factory - Fotolia.com
Frau mit Lupe Quelle: detailblick - Fotolia
Postbank-Filiale Quelle: dapd
ING-Logo Quelle: dpa
mann auf einem Stuhl Quelle: Aramanda - Fotolia.com
Kontoauszug, Kugelschreiber, Taschenrechner, Geld Quelle: Oliver Hoffmann - Fotolia

Sparer leiden schon seit Jahren unter den niedrigen, hauptsächlich durch die Geldpolitik der Zentralbanken beeinflussten Einlagezinssätzen der Kreditinstitute. Oftmals wird über den Zins noch nicht einmal die Inflation ausgeglichen, auch der Fiskus will seinen Anteil - per saldo verliert der Sparer so Jahr für Jahr Geld.

Mehr Zins, mehr Risiko

Wenn die Bank Pleite geht

Kein Wunder, dass sich so mancher in den vergangenen Jahren nach Alternativen umgesehen hat - nicht selten mit verheerenden Folgen für sein Erspartes. Ob Staatsanleihen, Geldmarktkonten bei isländischen Banken oder offene Immobilienfonds - vieles, was als ähnlich sicher erschien wie die Anlage von Geld auf Spar- oder Festgeldkonten deutscher Kreditinstitute, entpuppte sich im Nachhinein als mit hohen Risiken behaftete Investition. Dabei wurden Bankkunden von manch negativen Entwicklungen ebenso überrascht wie ihre Berater. So galten griechische Staatsanleihen noch vor Jahren als sichere Anlagemöglichkeit, wurden isländische Banken aus der ganzen Welt mit Einlagen überschüttet und offene Immobilienfonds als langweilige, aber solide Kapitalanlage betrachtet. Die alte Börsenregel, wonach eine höhere Verzinsung von Kapital nur durch die Übernahme eines höheren Risikos zu erzielen ist, blieb weitestgehend unbeachtet, weil Risiken weit und breit nicht zu entdecken waren.

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