Eurokrise Gold gab ich für Hellas

Die Deutschen wären beruhigter, wenn die Bundesbank das Gold der Peripherie als Pfand erhielte.

Warum Investoren wieder auf Gold setzen
Muster-Banknoten und Goldbarren Quelle: dpa
Goldbarren liegen in der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main Quelle: dpa/dpaweb
Die Rückseite einer Krügerrand-Goldmünze vor Goldbarren Quelle: dpa
American investor Jim Rogers, chairman of Rogers Holdings Quelle: AP
President and Portfolio Manager of Paulson & Co. John Paulson Quelle: REUTERS
An Indonesian customer holds a 10 grams fine gold Quelle: dpa
Der US-Milliardär und Investor George Soros Quelle: dpa

Weil private Kreditgeber in den Streik gegangenen sind, sind in den Euro-Krisenländern die nationalen Notenbanken eingesprungen, um die Zahlungsbilanzdefizite ihrer Volkswirtschaften zu finanzieren. Dadurch haben sie immer höhere und riskantere Forderungen gegenüber ihren heimischen Banken aufgebaut. Im Gegenzug haben sich bei anderen Zentralbanken, vor allem bei der Deutschen Bundesbank, über das europäische Target2-Zahlungssystem gewaltige Forderungen aufgebaut. Diese erreichten bei der Bundesbank im August 751 Milliarden Euro.

Wohl etwas vorschnell wurde der Rückgang der Target2-Forderungen der Bundesbank im September auf 695 Milliarden Euro als Indiz dafür genommen, dass Investoren nun wieder Vertrauen schöpfen und bald wieder in Scharen zurückkehren nach Südeuropa. Denn schon im Oktober stieg die Forderung der Bundesbank wieder an auf 719 Milliarden Euro. Setzte sich die Kapitalflucht aus den Peripheriestaaten wieder fort und füllte die EZB deren Finanzierungslücke weiter, dann könnten die Target2-Forderungen der Bundesbank in den nächsten Jahren gar auf bis zu 2000 Milliarden Euro anschwellen, schätzt der Internationale Währungsfonds (IWF).

Target2-Kredite und Goldreserven der europäischen Notenbanken

Goldene Zeiten vorbei

Zu Zeiten des Goldstandards wäre das nicht möglich gewesen. Damals hätte die Bundesbank zum Ausgleich Gold von den Defizitländern erhalten. Doch deren offiziell ausgewiesene Goldbestände decken, gemessen am aktuellen Goldpreis, nur etwa rund 27 Prozent der auf rund 1000 Milliarden Euro angeschwollenen Target2-Verbindlichkeiten.

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Trotzdem wären die meisten Deutschen beruhigter, wenn die Bundesbank dieses Gold der Peripherie als Pfand erhielte, statt eigenes zu verkaufen und aus dem Erlös Club-Med-Anleihen in die Bilanz zu nehmen. So gesehen könnte man das Gold der Deutschen tatsächlich gleich im Atlantik versenken, wie es unlängst die "Zeit" vorschlug.

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