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Europäische Zentralbank Wie das Drehbuch für die Zinswende aussehen könnte

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Dreh- und Angelpunkt ist das Lohnwachstum

Die EZB strebt eine Inflationsrate von etwa zwei Prozent jährlich im langfristigen Durchschnitt an und bezeichnet das als einen stabilen Geldwert. Laut EZB-Präsident Mario Draghi ist die Entwicklung der Löhne und Gehälter der Dreh- und Angelpunkt für die Inflation.

Geldpolitik der EZB

Besonders in Deutschland könnte das für eine straffere Geldpolitik so entscheidende Lohnwachstum angesichts der boomenden Arbeitsmärkte deutlich anziehen. Die Zahl der offenen Stellen ist hoch, die Arbeitslosenquote historisch niedrig, beste Zutaten also für einen Lohnanstieg.

Zudem erwartet UBS-Volkswirt Hüfner, dass die deutschen Wohnungsmieten bald deutlich steigen. Denn bisher hinken die Mieten hinter den explodierenden Immobilienpreisen her. Die Weichen in Richtung weiter steigender Inflation sind also gestellt.

Hinzu kommt das, was Volkswirte als den Oster-Effekt bezeichnen: Die rund um die Feiertage besonders in Deutschland deutlich steigende Nachfrage nach Pauschalreisen wird die Preise in der Eurozone wie jedes Jahr steigen lassen. Damit entfallen aktuell immer mehr Gründe, die die EZB als Rechtfertigung weiterer expansiver Maßnahmen heranziehen könnten.

Die Mehrheitsverhältnisse im 25-köpfigen geldpolitischen Rat der Notenbank geben nach Einschätzung von Cluse und Hüfner ein längeres Festhalten an den Anleihekäufen nicht mehr her. Das neutrale Lager, welches bisher für die expansiven Maßnahmen von EZB-Präsident Draghi gestimmt habe, werde bald die Seite wechseln und sich dann wie zuvor nur Deutschland, Österreich oder die Niederlande für eine Rückkehr zur geldpolitischen Normalität aussprechen.

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