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Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann soll Bank of Cyprus wiederbeleben

Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann war maßgeblich an der Umstrukturierung der griechischen Schulden beteiligt. Nun soll er Aufsichtsratschef der Bank of Cyprus werden.

Josef Ackermann hat ein neues Amt. Quelle: dpa

Er soll die Bank of Cyprus retten: Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Dies berichtete am Mittwoch zunächst die Nachrichtenagentur Bloomberg. Mittlerweile sind die Pläne bestätigt: Wie aus der Einladung zur Hauptversammlung des Instituts hervorgeht, soll der 66-Jährige bei dem Aktionärstreffen am 20. November in den Verwaltungsrat der Bank of Cyprus gewählt werden.

Ackermann solle dann die Führung des Kontrollgremiums übernehmen, das deutlich mehr Befugnisse hat als ein Aufsichtsrat in Deutschland. Die Wahl Ackermanns an die Spitze des Verwaltungsrates dürfte eine Formalie sein, sagte ein Vertrauter.

Unterstützt werden soll Ackermann in seinem neuen Amt unter anderem von den Oligarchen Wiktor Wexelberg und Wilbur Ross. Wilbur Ross ist Chef einer Investorengruppe, die 360 Millionen Euro in die Bank of Cyprus gesteckt hatte.

Ackermann zieht sich aus Siemens-Aufsichtsrat zurück
Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Quelle: dpa
1996Josef Ackermann verlässt die Schweizer Bank Credit Suisse und wechselt in den Vorstand der Deutschen Bank, wo er zunächst für Kreditrisiken und später für das Investmentbanking zuständig ist. Quelle: rtr
2000Die Investmentbanker verhindern mit Ackermann die Fusion mit der Dresdner Bank. Quelle: AP
September 2000 - Mai 2002Im September 2000 wird Ackermann frühzeitig zum Nachfolger des umstrittenen Rolf Breuer als Vorstandssprecher gewählt. Im Januar 2002 gibt sich die Deutsche Bank gibt eine neue Führungsstruktur, die die Rolle des Vorstandssprechers stärkt. Ackermanns Gegner Thomas Fischer verlässt den Vorstand. Ackermann tritt im Mai 2002 sein Amt als Vorstandssprecher an. Quelle: AP
Juni 2003Der internationale Bankenverband IIF macht Ackermann zu seinem Chef. Quelle: rtr
Januar 2004Ackermann macht zu Beginn des Mannesmann-Prozesses, bei dem er und andere Aufsichtsräte des Mobilfunkkonzerns sich wegen angeblich überhöhter Abfindungszahlungen verantworten müssen, das "Victory"-Zeichen. Das belastet sein Image über Jahre. Im November 2006 wird der Mannesmann-Prozess gegen Zahlung einer Auflage von rund drei Millionen Euro durch Ackermann eingestellt. Quelle: AP
Februar 2005Ackermann kündigt den Abbau von 6400 Arbeitsplätzen trotz eines um 87 Prozent gestiegenen Gewinns an. Quelle: AP

Die Entscheidung war auf Ackermann gefallen, da er 2012 in seiner Funktion als Vorsitzender des Washingtoner Institute of International Finance maßgeblich an der Restrukturierung der griechischen Schulden beteiligt gewesen war.

"Wir haben eine sehr kurze Namensliste erstellt und der prominenteste darauf war Josef Ackermann", begründet Wilbur Ross die Entscheidung. "Er kennt praktisch jeden in Europa und eine riesige Menge an Leuten in den USA und anderswo."

Vor allem die Verbindung zu Wexelberg und Ross soll Ackermann dazu bewogen haben, den Posten anzunehmen, berichtet Bloomberg. Was er dort verdienen wird, ist bislang unklar. Ackermann hatte Ende Mai 2012 nach zehn Jahren die Führung der Deutschen Bank abgegeben.

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