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EZB Was der Nullzins für Sparer bedeutet

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Kredite, Versicherungen und Gold

(Immobilien-)Kredite

Kreditnehmer gehörten eigentlich zu den Profiteuren der niedrigen Zinsen. Insbesondere Immobilienkredite waren bereits historisch billig erhältlich, weshalb viele Anleger in Betongold flüchteten und damit die Immobilienpreise auf neue Rekorde trieben. Grundsätzlich spricht auch der Nullzins dafür, dass das Aufnehmen neuer Schulden so günstig bleibt wie nie. Einen Haken könnte es aber geben: noch ist nicht klar, wie sich das Zusammenspiel der einzelnen EZB-Maßnahmen tatsächlich auf Vergabe und Gebühren von Darlehen auswirken wird. Insbesondere der höhere Strafzins birgt das Risiko, das Kredite teurer werden. In Dänemark beispielsweise wurden Darlehen am Ende teurer, weil die Banken die Strafzinsen auf diesem Weg an den Kunden weitergaben. Kein geringerer als Deutsche Bank-Chef John Cryan warnte zuletzt davor, dass Banken höhere Zinsen für Kredite fordern müssten, wenn die Zinsen negativer werden.

Nun hat die EZB den Einlagezins noch weiter in den negativen Bereich gesenkt. Ob Darlehen tatsächlich teurer werden, dürfte nun davon abhängen, ob die langfristigen Bankkredite, welche die EZB den Instituten zum Nulltarif zur Verfügung stellt, die von EZB-Chef Draghi gewünschte Wirkung erzielen.

Versicherungen

Für Anleger mit Lebensversicherungen ist der Nullzins eine schlechte Nachricht, gleiches gilt für die ausgedehnten Anleihekäufe. Die Zinsen am Bondmarkt dürften weiter ins negative sinken, für Versicherer wird es immer schwieriger, das Geld ihrer Kunden rentabel anzulegen. Die Versicherungen befinden sich in einem Anlagedilemma, da sie gezwungen sind, einen erheblichen Teil ihres Portfolios in Form von festverzinslichen Papieren zu halten. Sprich, sie können nicht einfach ihre Aktienquote erhöhen, nur weil das gerade rentabler wäre. Versicherern fällt es daher immer schwerer, hohe Garantieversprechen der Vergangenheit zu erwirtschaften.

Die laufende Verzinsung aus Garantiezins und Überschussbeteiligung sinkt daher im Schnitt. Die "Null-Zins-Entscheidung gefährdet die Altersvorsorge", erklärte der Bund der Versicherten (BdV) deshalb direkt nach der EZB-Entscheidung am Donnerstag. Die private Versicherungswirtschaft stehe vor einem Wendepunkt. Bei einem dauerhaften Nullzins habe die private Altersvorsorge keine Zukunft, erklärt BdV-Vorstand Axel Kleinlein. Vor allem angesichts der hohen Gebühren, welche für viele Policen anfallen, werden viele Policen für Sparer immer unrentabler.

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Gold

Das Edelmetall gilt traditionell als sicherer Hafen in besonders liquiden Zeiten. Zwar kann von Inflationsdruck nicht die Rede sein, trotzdem fürchten Anleger, dass sich das Überangebot an billigem Geld über kurz oder lang in hohe Inflationsraten verwandeln könnte. Entsprechend stieg der Goldpreis nach der Entscheidung der EZB auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Zwischenzeitlich kostete eine Feinunze über 1284 Dollar. Experten gehen davon aus, dass der geldpolitische Kurs der Zentralbank Goldkäufe auch zukünftig stützen dürfte.

Dabei könnte auch der Strafzins auf Bankeinlagen, den die EZB von 0,3 auf 0,4 Prozent erhöht hat, eine Rolle spielen. Parken Geldinstitute ihr Geld kurzfristig bei der EZB, wird das teurer. Die Marke, ab der es attraktiver werde „Geld ins Schließfach zu legen oder Gold zu kaufen“, sei nicht mehr weit entfernt, hatte Uwe Fröhlich, der Präsident des Verbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), schon vor der EZB-Sitzung gewarnt.

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